Viel Sonne am Mondsee

Vor drei Jahren habe ich hier im Blog meinem Ärger über den Mondsee-Triathlon Luft verschafft: Die Radstrecke zu gefährlich, zu wenige Streckenposten, zu schlechte Beschilderung und Routenauszeichnungen.

Trotz der schlechten Erfahrung damals, habe ich es dieses Wochenende darauf ankommen lassen. Und so ging ich wieder an den Start des 51.5 Mondseelandtriathlon.

Um es kurz zu machen: Die Orga hat dazu gelernt. Die Radstrecke war deutlicher mit Pfeilen gekennzeichnet, die teils spitzen Kurven auf der Radstrecke weitestgehend verschwunden. So war die Radstrecke zumindest deutlich verbessert.

Die Laufstrecke hatte sich im Gegensatz zu 2008 ebenfalls gebessert. Sie wurde immerhin etwas verlängert - auf die 9,5 Kilometer, die angegeben werden, kommt sie aber meiner Meinung nach immer noch nicht ganz.

Das Schwimmen blieb gleich - wieder mit Landgang dazwischen. Diesmal war immerhin die erste Boje deutlich sichtbar. Es handelte sich um den Spiel-Eisberg aus dem nahen Freibad. Eine hervorragende Idee!

Mein Rennen

Da die erste Startwelle bereits um 8 Uhr loslegte, und die Wechselzone schon um 7 Uhr schloss, mussten wir um 6 Uhr aufstehen. Einchecken, Frühstücken. Die Wellen starteten mit 12 Minuten Unterschied. Bei mir hieß das: Warten bis 8:36 Uhr. Die frühe Startzeit übrigens war hier ein wahrer Segen, denn es sollte noch bis zu 30 Grad warm werden - endlich ein Triathlon mit Sonnenschein!

Der Mondsee war fast 24 Grad warm - klar, dass hier kein Neo getragen werden durfte. Ich bin ein halbwegs guter Schwimmer, was die Technik angeht, so nahm ich das Neo-Verbot eher als Vorteil hin.

Kurz vor dem Start sprach mich noch ein Österreichischer Athlet an - er erkannte mich von einem meiner Videos auf Triathlon-Tipps.de. Wow! Bin ich schon ein Star? Der nette Schwatz brachte die Zeit gut rum und um halb neun war ich im Wasser zum Einschwimmen. Kurz darauf hetzte die Meute los. Und - was soll ich sagen - selten hat mir Schwimmen so viel Spaß gemacht. Zwar ist die Endzeit mit 28 Minuten nicht vergleichbar mit den Zeiten im Neo, dennoch hatte ich eine gute Wasserlage und musste mich nicht mit anderen Keilen.

Der erste Wechsel - ohne Neo-Ausziehen - ging wunderbar über die Bühne. Ein wenig traurig war ich nur, dass unser Mitstreiter Siggi neben seinem defekten Rad saß. Für ihn war der Wettkampf vorbei, das Hinterrad war gebrochen.

Kaum ein paar Meter im Liegelenker der Zeitmaschine dann der erste Schreck des Tages: Eine Katze querte vor meinem Lenker. Bremsen hätte ich nicht mehr könne, so schrie ich, was die Katze schnelle rüber die Straße treib und eine Kollision vermied. Puh!

Schreck zwei: Am ersten Anstieg sah ich Jan vom MRRC München stehen. Auch er hatte einen defekt. Konnte aber später weiter.

Schreck drei: Plötzlich schmerzt mein Daumen. Eine Wespe hat mich gestochen, ich schleuderte sie weg, doch das Gift war schon drin. Da ich noch nie von einer Wespe gestochen worden bin, hatte ich keine Ahnung, was nun passieren würde. Allergie? Gottseidank reichte es, den Daumen in den Wind zu recken und weiter zu treten.

Schreck vier: Plötzlich kamen Triathleten auf dem Rad von der Seite in die Straße gefahren - hatte ich etwa aus Versehen eine Abkürzung genommen? Was nun??? Es dauert einige Sekunden, bevor ich begriff, dass ich schon bei Kilometer 20 war, wo die Runde der Drachenwand wieder auf die Hauptstrecke führte. Uff! Nur Dummheit.

Mit 1:10 Radsplit ging ich auf die Laufstrecke, fühlte mich wohl, kam in einen guten Rhythmus. Als ich Ja hier wieder sa und wusste, dass er nicht auf der Strecke liegen geblieben war, ging es mir noch besser. Und auch meine Katrin sah ich wieder - in guter Verfassung.

Mit 38:22 Lauf- (die Strecke war wie gesagt keine 10 Kilometer lang) und 2:20 Gesamtzeit kam ich schließlich ins Ziel. Zufrieden und glücklich. Jan und Katrin waren ebenso froh um ihre Zeiten. So ließen wir den Wettkampf dann noch mit einen dicken Eisbecher ausklingen.

Mondsee 2011 - ein wirklich schöner Triathlon.

Allgäu Triathlon 2011 – Regen, Regen, Regen

Mag ja sein, dass das Allgäu irgendwann und irgendwie ganz schön ist. Nur: Es hat sich mir nie so gezeigt. Die "Bilanz Allgäu" bisher:

  • 1 Woche Zeltlager in den 80er - 1 Woche Dauerregen
  • 1 Woche Urlaub in den 90ern - 1 Woche Dauerregen
  • 1 Sonntag vor zwei Wochen - 1 Mal heftiger Hagelschaden am Auto
  • 3 Tage Triathlon Immenstadt - 3 Tage Dauerregen

Überhaupt: Ich jammere nicht gerne über das Wetter, aber das ist mein dritter Triathlon dieses Jahr gewesen und es ear jedes Mal ziemlich mieses Wetter...

Nunja, ein Abenteuer war es allemal, beim Allgäu Triathlon 2011. Immerhin war er ja als mein Hauptwettkampf geplant. Mein gesamtes Training war darauf ausgerichtet. Also bin ich skeptisch (wegen des Wetters) aber motiviert zum Start gegangen, habe dort aber Wechselbeutel deponiert mit Inhalten, die ich so wohl hoffentlich nie wieder benötige.

Im ersten Beutel war ein Handtuch, eine Regenjacke, trockne Hosen, Unterhose, Ärmlinge, ein Trikot und viele Gels enthalten. Die Kleidungswahl aber war goldrichtig. Denn nach dem Schwimmen mit 35:31 Minuten (keine Glanzleistung für mich...) wünschte ich mich direkt in den See zurück. Das Wasser mit 16 Grad fühlte sich im Neo wärmer an als die Luft an Land.

7:30 Minuten nahm ich mir für das Abtrocken und Umziehen. Und das war gut so! Es schüttete aus Eimern und ich war einfach nur froh, dass ich mir eine richtige Regenjacke und ein trockenes Trikot und Socken gegönnt haben.

Radfahren. Es hat sich mal wieder ausgezahlt, dass ich die Strecke vorher abgefahren bin. Ich wusste den Kalvarienberg einzuschätzen, wusste, wie ich ihn angehe, wie ich schalte. Und so konnte ich dort die jubelnden Zuschauer tatsächlich genießen. Und auch die Wahl meines Rades - eben nicht das Zeitfahrrad, sondern das klassische Rennrad - ergab Sinn. Denn im Auf und Ab kommt man sowieso kaum in den Liegelenker und am Berg nutzte mir die Rennrad-Geometrie und -Schaltung.

So hatte ich beim Radsplit tatsächlich so etwas wie Spaß. Auch wenn es gerade auf der zweiten Runde nochmal so richtig regnete, so dass die Tropfen sich auf der Haut wie kleine Nadelstiche anfühlten.

Ich kam also nach 2:57:39 Stunden Radfahren in die Wechselzone zwei. Dort sah ich andere Triathleten - Menschen, die am ganzen Leib zitterten, obwohl sie schon zwei Decken umhatten. Für einen mussten auch die Sanitäter anrücken. Er war einfach unterkühlt.

Die Wechselbeutel lagen dort offen und in einer klatschnassen Wiese. Gut, dass ich mir ein weiteres paar Socken eingepackt und die Schuhe in eine Tüte gesteckt hatte. Es war sowas wie Komfort... zum Laufen behielt ich das Radtrikot und die Ärmlinge an. Auch eine gute Wahl. Nach 5:16 Minuten verließ ich die zweite Wechselzone.

Die Laufstrecke von Immenstadt war insgesamt einfach ungemütlich. Vielleicht ist sie toll bei gutem Wetter. So war sie einfach nur matschig und eklig. Dazu addierte sich, dass ich beim Radfahren einige Federn gelassen hatte und beim Laufen merklich nachließ. So stolperte ich nach 1:37:54 Stunden Laufen ins Ziel - ich hatte unter 1:30 avisiert.

Im Ziel hielt ich mich nur kurz auf. Ich war zu nass, mir wurde richtig schnell kalt. Ich freute mich auf meine Wärmekleidung. Doch leider: Auch die lag in der Wiese, der Neo direkt daneben. So wurde die Kleidung von oben, unten und der Seite nass. Prima. In nassen Klamotten machte ich mich dann zu Fuß auf den Weg zurück zum Hotel. Ich hatte die Schnauze voll vom nass sein...

Fazit: Am Ende steht eine Gesamtzeit 5:23:50. Ich bin 140er von 314 Finishern auf der Mitteldistanz. Über 70 Athleten haben das Rennen nicht beendet. Die Organisation dort ist fantastisch und liebenswert, die Strecke eine Herausforderung. Aber für mich steht fest: Das Allgäu sieht mich die nächsten Jahre nicht mehr.

Garmin Alpentriathlon 2011 – Donner und Hagel

"Und? Hat es Dir gefallen?" fragt mich ein anderer Triathlet. Ich zögere und bringe schließlich nur "Ich weiß nicht." hervor. "Gute Antwort!" grinst der andere.

Sonntag - und ich weiß immer noch nicht, was ich vom gestrigen Garmin Alpentriathlon halten soll. Klar, hart ist er immer. Das liegt in der Natur der Rad- und Laufstrecke. Letzten September war er sicher härter, da war das Wasser deutlich kälter.

Was also lässt dieses gemischte Gefühle bei mir zurück?

Vielleicht das Chaos beim Einchecken, das einen ungewöhnlichen Schatten auf die sonst (wie immer) perfekt organisierte Veranstaltung warf? Dieses Jahr hatte sich die Orga einen neuen Zeitnehmer geholt. Dessen klobiges Chipband löste beim Einchecken der Schwimmer auf der entsprechenden Matte kein Signal aus. Und so gab es Stau - viele Triathleten verpassten gar ihre Startgruppe.

Dagegen steht meine ordentliche Schwimmzeit 26:01. Keine Prügelei im Wasser, ich konnte die Technik sauber umsetzen. Das stimmt mich wieder positiv.

Radfahren - liegt hier das Problem? Es war kühl und regnete einige Male. Andere Teilnehmer kamen gar in Hagelschauer und Gewitter. Das Wetter konnte ich noch wegstecken, aber dass meine Wade beim ersten heftigeren Wiegetritt krampfte, ärgert mich immer noch. So konnte ich mein Potential am Berg nicht abrufen und fuhr mit 01:37:56 gar zwei Minuten langsamer als letztes Jahr.

Und dann das Laufen: Auch hier (47:10) habe ich zum letzten Jahr eine Minute eingebüßt. Das Laufen hat mir gar nicht getaugt - ständig Probleme oberhalb des Bauches. Unlocker...

Im Ziel Kaiserschmarrn, Blick auf die Berge, Wärmedecken - das entschädigt. Reicht aber nicht, dass mir dieser Wettkampf gefallen hat. Zudem stelle ich fest, dass mir das Chipband einige ärgerliche Wunden am Knöchel beschert hat.

Wetter, Chipband, Leistung - all das gibt einen Mix an Gefühlen. Ich hab mich durchgebissen, wie alle hier. Genießen konnte ich es nicht.

Tja, ich bleibe weiter ratlos, ob mir der Garmin Alpentriathlon 2011 gefallen hat. Da bleibt halt nur eins: Ich muss wiederkommen und schauen, ob es mir dann gefällt.

Googles mod_pagespeed behindert Googles +1 Button

Darauf muss man erst einmal kommen: Google behindert Google. Aber der Reihe nach, was ist passiert?

+plus1ButtonDirekt nach Erscheinen des +1 Button von Google habe ich ihn in meine Webseite Triathlon-Tipps.de integriert. Doch sobald jemand ihn anklickte, erschien statt des Zählers ein weißes Ausrufe-Zeichen auf rotem Grund. Die Lösungsansätze des Google-Support sind wenig hilfreich.

Bei der Fehlersuche mit Firebug habe ich dann gesehen, dass zwar einerseits die komplette URL übermittelt wurde, aber der Parameter "id" nur mit der Seiten-URL ohne Domain davor verschickt wurde. Also statt

http://www.triathlon-tipps.de/was_das_schwimmen_im_wasserschatten_wirklich_bringt_si_456.html

stand dort nur

was_das_schwimmen_im_wasserschatten_wirklich_bringt_si_456.html

Doch woher holt sich der Button diese seltsame Info? Er bezieht sie anscheinend aus dem "canonical"-Link. Und der war tatsächlich nur verkürzt dargestellt.

Auf der Spurensuche

Also rein in meinen Code. Programmiert ist Triathlon-Tipps.de im Zend-Framework. Und ich verdächtige es zuerst. Ich dachte, dass es den Servernamen per headlink() nicht richtig durchsteckt. Ich schreibe also den Servernamen per Hand hin. Was passiert? Plötzlich bildet sich der Domainname so:

http//www.triathlon-tipps.de/http://www.triathlon-tipps.de/was_das_schwimmen_im_wasserschatten_wirklich_bringt_si_456.html

Zend also trifft keine Schuld... kann etwas direkt auf dem Server dieses Verhalten auslösen?

Die Spur führt zu mod_pagespeed

Mein Provider verneint derartiges Verhalten - natürlich. Doch da fällt mir etwas auf: Alle (!) URLs innerhalb des Quelltextes meiner Webseite sind ohne http://www.triathlon-tipps.de. Auf der Testinstanz aber nicht. Sowohl die Testinstanz, als auch die Web-Präsenz laufen auf Apache - es gibt an sich nur einen großen Unterschied: Auf meiner Testinstanz läuft kein mod_pagespeed!

Der Übeltäter ist gefunden

Das ist es! Ich schau mir die Specs an. Es gibt neun Filter, die per default eingeschaltet sind Einer davon heißt "trim_urls" - und der kürzt URLs "relativ zur Basis".

Mit dem Befehl

ModPagespeedDisableFilters trim_urls

kann man diesen Core-Filter ausschalten - und schon funktioniert der +1 Button einwandfrei...

Mich würde interessieren: Hat jemand von euch auch diese Erfahrung gemacht. Stimmt meine Vermutung, das Google die URL des "canonical"-Tags heranzieht?

Über den Autor:

Stephan GoldmannStephan Goldmann ist Redaktionsleiter und SEO bei ZEHN.DE (siehe auch Profil). In seiner Freizeit betreibt er noch die Webseite Triathlon-Tipps.de. Dort berichtet er über Tipps und Erfahrungen, die er beim Triathlon-Training oder im -Wettkampf macht.

Sprichworte, die uns Triathleten nerven

Jaja, die Weisheiten des Volkes. Ob es Bauernregeln sind oder einfach nur Sprichworte, schnell führt der Deutsche die Plattitüde mit der Zunge. Und manchmal steht die angebliche Weisheit konträr zur Trainings-Wissenschaft. Hier einige Beispiele für dumme Sprüche, die wir uns leider immer wieder anhören müssen:

Wer rastet, der rostet! - Blanker Unsinn! Unser Körper ist keine Maschine. Er hat nämlich die geniale Fähigkeit der Selbstheilung und der Superkompensation. Heißt: Er ist nach einem Training oder einem Wettkampf vielleicht noch besser als davor. Alles was der Körper dafür braucht: eine wohlkalkulierte Rast.

Und nach einer langen Saison brauchen wir mit Sicherheit auch längere Rast von den Strapazen - sonst streiken Muskeln und Kreislauf irgendwann. Kann sein, dass dabei auch Spritzigkeit und Ausdauer mit draufgehen. Aber das ist dann kein Rost, sondern höchstens Flugrost. Nichts, was man nicht mit der Stahlbürste wegbekommt.

Der erste Schritt ist immer am schwersten - ... der zweite aber auch, der dritte wird dann richtig hart. Im Ernst: Zwar kostet es nach der Ruhepause am Ende der Saison vielleicht einen Tick Überwindung mit dem Training zu beginnen. Aber wer so einen Spruch lässt, weiß gar nicht, was es heißt im Frühjahr dann die Tempo-Einheiten auf den Bahnen (Schwimm oder Lauf)  zu absolvieren oder die Kraftausdauer am Berg zu stählen. Ich freue mich jetzt eher auf die ruhigen Ausdauereinheiten und das spaßige Crossradfahren im Matsch, da fällt mir der erste Schritt wirklich leicht.

Sport ist Mord - klar, für Euch Untrainierten sogar ganz sicher! Für uns Triathleten ist er ein Ventil, ein Projekt, Faszination, Ausgleich, Fitness, ...

Gut Ding will Weile haben - aber meine Wettkampfzeit nicht! Basta!

Erste Buchrezension als Video

Heute habe ich mal ein neues Format ausprobiert. Es gibt so viele interessante Bücher für uns Ausdauersportler. Und als ich dann das Buch meines Vereinskameraden Johann Maria Lendner in die Finger bekam, juckte es mich dazu eine Video-Besprechung auf Video zu bannen. Hier also der erste Versuch.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Kritiken...

10 KM Stadtlauf Germering – aus der Mücke einen Elefanten machen

Mücken sind kleine fiese Biester. Sie umschwirren einen mit unangenehmen Summen und pieksen immer wieder. So eine kleine nervende Angelegenheit waren für mich auch die 4 Sekunden, die mich beim Stadtlauf München von meinem Ziel trennten. Unter 40 Minuten!

Die 4 Sekunden haben mich so genervt, dass ich zwei Wochen später beim Stadtlauf Germering an den Start gegangen bin.

Was soll ich noch groß drumherum reden: Es hat wieder nicht geklappt. Und dieses Mal ganz klar nicht. Statt sub 40 zu kommen, habe ich mich quälen müssen und bin mit 42:22 ins Ziel gekommen.

Ausreden gab es dabei nicht: Ich hatte sogar einen Hasen dabei, der Laufen kann, wie ein Uhrwerk, der extra wegen mir da war (danke, Klaus, weiß ich wirklich zu schätzen). Sogar mein Trainer war dabei, hatte noch gute Tipps parat. Und fats alle meine Laufkollegen. Beste Voraussetzungen.

Es half alles nichts... Versagen auf ganzer Linie: Physisch habe ich einfach schwer nachgelassen, psychisch konnte ich mich nicht zu positivem Denken mehr bewegen.

Und wisst Ihr was? Das alles ist gut so!

Deutlich kann mir mein Körper nicht mehr erklären, dass die Saison vorbei ist. Ich bin nicht knapp gescheitert, sondern klar und deutlich. Die Saison 2010 war wirklich lang und auch erfolgreich - Marathon, Mitteldistanz, mehrere Kurzdistanzen - darunter Schliersee... jetzt ist es gut. Pause!

Aus der Mücke von 4 Sekunden ist ein Elefant geworden. Elefanten sind gemütliche Tiere...

10 KM-Wettkampf in München: Knapp daneben ist doppelt ärgerlich

Ironman Hawaii. Mit großer Eskorte und viel Anfeuerung schwimmt die ältere Frau die letzten Meter im Meer, ehe sie auf die Treppe wankt. Dort nimmt sie ein Helfer in Empfang, flüstert ihr einige Worte ans Ohr - die Frau bricht weinend auf der Treppe zusammen. 24 Sekunden hatte sie sich auf die 3,8 Kilometer zu viel Zeit gelassen. Ihr Rennen war hier zu ende.

Knapp daneben ist eben auch vorbei, denke ich mir. Wie wahr...

Mein Ziel für den nächsten Tag ist weniger spektakulär als ein Ironman. Es sollen endlich die vermaledeiten 40 Minuten auf 10 Kilometer Laufen fallen. Das Rennen in München während des Marathons ist dazu bestens geeignet - 10.10.2010 die 10 Kilometer. Der Kurs ist flach, lässt viel Platz und führt über die Leopoldstraße, wo ich wohne. Wann, wenn nicht jetzt?

Ja wann? Denn am Ende steht eine Netto-Zeit von 40:03 Minuten zu buche. Knapp daneben eben. Mund abputzen weitermachen? Könnte man tun, aber ich will mich erst noch richtig ärgern. Bitte, lieber Leser, schnippe viermal gemächlich mit der Hand - das sind vier Sekunden. Lächerlich!

Knapp daneben, das ist für mich eben doppelt ärgerlich. Wären es zwei Minuten gewesen, dann wäre klar gewesen: Die Saison war lang und die Luft war raus. Aber so frage ich mich ständig: Wo habe ich die Zeit liegen lassen. Vier Sekunden!

Die Antwort weiß ich schon: Am Start habe ich mich mal wieder zu weit hinten angestellt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass vor mir noch so viele schleichende Staffel-Läufer unterwegs waren. Die musste ich nach dem Startschuss alle mühsam überholen. Und dann: Auf der Franz-Joseph-Straße habe ich keine Kilometerschilder gesehen. Hier ist es passiert, dass ich 12:28 gebraucht habe für drei Kilometer. Also ich das dann auf der Uhr gesehen habe, konnte ich den Rückstand kaum noch aufholen. Davor und danach lag ich auf Plan oder leicht darüber.

Mit "knapp daneben" nun die Saison beenden? Ich hadere noch. Vielleicht doch noch in zwei Wochen in Germering starten? Oder lieber die Saison abhaken, neu aufbauen? Schließlich kann eine solch kleine Niederlage nach einer guten Saison Ansporn für nächstes Jahr geben, vielleicht sogar die kommenden Akzente bestimmen.

Der alten Frau beim Ironman jedenfalls bleibt nicht viel anderes übrig. Sie hat sicherlich keine zweite Chance in der Saison ihren Traum zu verwirklichen. Wer weiß, ob sie nächstes Jahr wieder starten kann oder darf. Traurig für sie...

Knapp daneben ist halt einfach verdammt ärgerlich.

Garmin Alpentriathlon 2010 – eiskalt am Berg

Inhalte der Starttüte des garmin Alpentriathlon 2010

Inhalte der Starttüte des Garmin Alpentriathlon 2010

Zum Ausklang der Triathlon-Saison habe ich mir noch einmal ein echtes Schmankerl ausgesucht: Den Garmin Alpentriathlon 2010. Eine Kurzdistanz - aber die Zahlen 1,5 - 40 - 10 (Distanzen Schwimmen - Radfahren - Laufen in Kilometer) klingen da wenig spektakulär. Besser charakterisiert dieser Zahlendreiklang diesen Triathlons vom Schliersee zum Spitzingsee:

14,8 - 840 - 1.300

14,8 Grad Wassertemperatur hatte der Schliersees. Neoprenanzug war Pflicht, ein Grad weniger und es wäre ein Duathlon geworden.

840 Höhenmeter hatten die Triathleten beim Radfahren zu überwinden.

1.300 Teilnehmer aus 29 Nationen gingen in sieben Gruppen an den Start. Für eine Kurzdistanz eine beachtliche Zahl.

Mein Wettkampf

Den Alpentriathlon wieder zu bestreiten, das war eine Entscheidung zugunsten der Berge. Wenigstens ein Rennen in diesem Jahr wollte ich meiner roten Göttin gönnen, nicht dem Zeitfahrrad. Zudem wollte ich noch die Rest-Form ausschöpfen.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Die Form war schon stark erschöpft. Zwar habe ich im Training noch einmal aufgesattelt, aber zwei Tage vor dem Wettkampf fuhren mir nachts Krämpfe ins Bein. Ein Zeichen, dass es mit dieser Saison einfach getan war...

Trotzdem: Auch bei unfreundlichem Wetter stehe ich um kurz vor zwölf Uhr am Schliersee. Eingeschwommen habe ich mich nicht. Ein Tipp meines Trainers: Bei solchen Temperaturen an Land aufwärmen, dann volle Kanne Start im kalten Wasser. Grund: So kühlt man beim Warten auf den Start nicht aus. Und es funktioniert! Nach dem Startschuss lasse ich die meisten Schwimmer hinter mir, um die Wassertemperatur mache ich mir dabei kein Sorge, das hohe Tempo zu Beginn macht mich warm genug. Außerdem habe ich gerade anderes zu tun: Orientieren zum Beispiel. Allerdings haben wir im Training auch solche schnellen Starts oft geübt.

Wechsel verpatzen - so geht's

Nach rund 26 Minuten entsteige ich den Fluten und renne zur Wechselzone. Und hier lasse ich so richtig Zeit liegen. Da es kalt ist, hatte ich mir Ärmlinge, Radhandschuhe und Socken bereit gelegt. Netter Versuch! Ich komme in nichts rein. Zum einen sind meine Hände eiskalt, so dass ich kaum etwas greifen kann, zum anderen lässt die Nässe jeglichen Stoff sofort an der Haut kleben. Die Lektion hätte ich doch bereits vom Ferropolis mitnehmen können. So dauert es fast vier Minuten in der Wechselzone eins und noch während des Herauslaufens zerre ich mit dem Mund an den Handschuhe und den Ärmlingen. Die Radsocken musste ich liegen lassen.

Auf der Radstrecke

Es rächt sich schnell, dass ich die Socken nicht angezogen habe. Meine Füße spüre ich während der nächsten 40 Kilometer gar nicht mehr. Hauptsache die Beine wollen. Doch auch die fühlen sich nicht so geschmeidig an, wie im Training. Ich wollte ja oft im Wiegetritt anschieben. Doch die Waden, in die eben die Krämpfe Donnerstag gefahren sind, zeigen sich dabei wenig gnädig. Die ersten Anstiege fahre ich daher noch im Sitzen, erst später kann ich in den Wiegetritt.

Über die Strecke gibt es sonst wenig zu sagen. Ich kenne sie sehr gut, achte dort auf gefahren, kenne die Anstiege. So verläuft alles nach Plan bis zum Spitzingsattel. Kurz vorher überholt mich noch Blogger-Kollege Rainer, dem ich derzeit weder beim Radfahren, noch beim laufen das Wasser reichen kann. Chapeau!

MRRCler beim Alpentriathlon

MRRCler beim Alpentriathlon

Auch zur Auffahrt zum Sattel kann ich nur bemerken. Es geht gut, aber nicht besser als 2008.

Laufen

2010 sicherlich für mich ein Jahr des Laufens. Stilistisch und auch auch von der Zeit habe ich mich hier gut verbessert. Nicht zu vergessen: Ich habe 2010 meinen ersten Marathon absolviert.

So hoffe ich auf einen deutlichen Sprung bei der Zeit rund um den Spitzingsee. Doch Wehe! Zwar verläuft der zweite Wechsel gut, aber meine Zehen spüre ich erst nach drei Kilometern wieder. Keine gute Voraussetzung für eine Top-Zeit. Dafür merke ich recht bald, dass sich Krämpfe ankündigen - überall am Bein. Die Kälte, die hinter mir liegende Saison, die Auffahrt zum Spitzingsattel - sie alle fordern jetzt Tribut. Ich muss rausnehmen um anzukommen.

Fazit - Gutes und Schlechtes

Was war gut? Zum einen konnte ich mein Schwimm- und Laufzeit zumindest leicht verbessern, die Radzeit blieb gleich. Eine große Verbesserung: Ich konnte dieses Mal im Ziel sofort den Kaiserschmarrn zu mir nehmen, mir war nicht schlecht wie im Jahr 2008.

Es bleibt aber, dass ich unter meinen Möglichkeiten gelaufen bin, dass ich beim Radfahren mehr vor hatte und den ersten Wechsel versaut habe.

Nächstes Jahr findet der Alpentriathlon dann wieder mitten in der Saison statt, habe ich gehört. Vielleicht greife ich da erneut an...

Meine Zeiten:
Gesamt: 2:48:41
Schwimmen: 26:47 - Radfahren: 1:35:38 - Laufen: 46:15

4. Glonner / Kastenseeoner 1/10 Triathlon – ein Bericht

Dieser Triathlon ist anders. Nichts deutet auf die übliche Hektik einer kommerziell organisierten Veranstaltung hin. Alles ist familiär, läuft ruhig ab - Wettkampfrichter sucht man vergeblich. Check in an der Wechselzone? Nicht nötig. Einfach mal in Ruhe Triathlon machen - ohne das große Drumherum. Und ohne großen Preis: Nur rund 10 Euro kostet der Fahrschein für die 400 Meter Schwimmen, 17 Kilometer Radfahren und 4 Kilometer Laufen.

Blick auf den Kastensee

Blick auf den Kastensee, überschwemmte Terrasse

In den Tagen vor dem Wettkampf hatte es tüchtig geregnet. Die Wassermassen ließen den Kastensee nicht nur über die Ufer treten. Der See war zudem saukalt - 17 Grad mussten die Schwimmer tolerieren. Die Mutigen unter ihnen hatten nicht einmal einen Neopreanzug an.

Kleine Besonderheit noch: Der Ausstieg des Sees war kein flacher Aufgang. An drei Leitern mussten sich die Triathleten aus dem See hangeln - mit klammen Fingern. Durch matschige und glitschige Wiese ging es dann zum ersten Wechsel. Aufpassen, nicht ausrutschen.

Wie gesagt: Dieser Triathlon ist anders. Mit dem Renner oder gar einem Zeitfahrrad braucht man gar nicht erst aufkreuzen. Mountainbike, ja. Crosser, möglich. Tourenrad, klar. Die Strecke führte über Waldwege mit Schotterpassagen, genauso wie über asphaltierte Straßen. Zwischendurch gab es durchaus den ein oder anderen Anstieg zu bewältigen, gefährlicher waren jedoch die Abfahrten, an deren Ende allzuoft eine rutschige Kurve lauerte.

Kastensee Ausstieg

Nur über Leitern konnten die Triathleten aus dem Wasser kommen

Alle Teilnehmer waren vorher eindringlich gewarnt worden. Und soweit ich weiß, kam auch niemand zu schaden. Denn allzu viel Ehrgeiz war bei diesem Spaß sowieso fehl am Platz.

Nach dem Radfahren der zweite Wechsel. Dann auf die matschige Laufstrecke durch den Wald. Auch hier: Rutschgefahr und einige Hügel. Aber auch hier: Spaß im Schlamm.

Dass es eben eine Veranstaltung zum Genießen war, zeigte am Ende auch meine Platzierung. Normalerweise unter "ferner liefen..." belegte ich den sechsten Platz. Insgesamt hatte ich sogar weniger als eine Stunde für die Strecke gebraucht. Vereinskollegin Sonja schaffte es gar auf Rang eins bei den Damen (Glückwunsch!).

Fazit: Dieser kleine Triathlon ist einfach nur Vergnügen. Er ist ein perfekter Ausklang der Saison (allerdings nicht für mich: Alpentriathlon). Und ich denke, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde.