1. Fürther Autobahn Triathlon – geglückte Premiere

“Dou kannsd nacheradd aa nei.” – Wir sind in Franken, in Fürth, in meiner Heimat und ich genieße die Sprache, die gute Laune, die Luft. Erster Triathlon in Fürth… ich freue mich.

“In Fürth” ist natürlich relativ. Die Strecke verläuft eher an der Peripherie, am Kanal bei Atzenhof. Der Ort ist sauber gewählt, denn hier ist das ehemalige Flughafen-Gelände, also jede Menge Platz. Schwimmen werden wir im Hafenbecken. Kulisse: Große Industrie-Tanks, Kräne, Kaimauern.

Interessantes Detail: Veranstaltet wird der Triathlon von der Stadt Fürth selbst, vom Sportamt – übrigens ebenso der Metropol Marathon. Das gefällt mir: Statt hauptsächlich zu blocken und zu nerven, kümmert sich das Amt in Fürth einfach gleich darum, DASS ETWAS PASSIERT. Sollte sich so manch andere Behörde mal abschauen.

Es ist der erste Triathlon – und daher hat er auch noch Kinderkrankheiten: Die Beschilderung fehlt fast völlig. Wir wissen nicht, wohin wir sollen, müssen uns den Weg zum Parkplatz, zur Startnummerausgabe, zum Start selbst zusamenpuzzlen. Auffällig auch: Die Veranstalter scheinen keine Sekunde mit Regen gerechnet zu haben. Ein überdachtes Gebäude oder ein Zelt fehlt. Das kann im Mai funktionieren – oder auch schwer in die Hose gehen, wie mein eigener Verein jüngst erleben musste.

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Vor dem Schwimmausstieg - Foto: Andreas Goldmann

Schwimmen im Kanal – mir graust es davor. Ich habe einmal gesehen, wie der Kanal aussieht, wenn er leer ist (damals wurde ein Teilstück leergepumpt und ausgebessert). Egal, hilft nix. Die Schwimmstrecke im Hafenbecken ist ein komplizierter Zickzack-Kurs. Vorher Einschwimmen ist auch nicht möglich. So starte ich also (in der gleichen Gruppe wie meine Freundin übrigens) “kalt” in die 400 Meter. Zu allem Überfluss vergesse ich noch den Startknopf meiner Stoppuhr zu drücken.

Das Wasser ist braun und undurchsichtig, aber nicht so schlimm, wie erwartet. Die Sicht auf die Bojen aber ist kompletter Mist. So schwimme ich sicher nicht sehr gerade und steige nach 7:47 aus dem Wasser (was ich da noch nicht weiß). Der Wechsel klappt wunderbar. Rauf auf’s Rad und ab dafür.

Autobahn-Triathlon: Wir haben es mit einer gut asphaltierten, breiten Straße zu tun. Da es auch mehrere Startwellen gab und es nur rund 300 Teilnehmer sind, hat es unendlich Platz und ich sehe wirklich keinen, der Windschatten fährt. Ich drücke gut durch und besonders an den Kurven und den kurzen Anstiegen die Brücke hoch zur Wende kassiere ich viele Fahrer ein. Wiegetritt und Kurventechnik lohnt sich, liebe Triathleten!

Abstieg vom Rad - Foto: Andreas Goldmann

Abstieg vom Rad - Foto: Mareike Kamm

Nach 36:48 Minuten komme ich zum zweiten Wechsel. Die Helfer sind besorgt, sie haben wohl noch keinen aus der Fahrt absteigen sehen. Jetzt schon, es klappt super! Ich rausche in den Park ferm̩ und weiter zu den Laufschuhen (neue Zoot Ultra Racer 2.0 Рnoch nie getragen). Schreck! Vereinskollege Markus L. ist auch schon da. Er hat kaum trainiert und hat mich schon fast gestellt. Ab jetzt schiebe ich Paranoia eingeholt zu werden. Gas geben!

Raus auf die Laufstrecke. Die neuen Schuhe sind ein Traum, ich komme in einen guten Rhythmus – der Weg am Kanal entlang ist geschottert und bietet guten Griff. Sechs Kilometer inklusive eines Berges liegen vor mir. Ich beiße, Markus soll mich heute nicht einholen dürfen. Ich schaue mich oft um, er bleibt auf etwas 15 Meter Distanz – und er ist Bergläufer! So sinkt mir fast schon der Mut, als ich am Fuße des Müllberges (die Stadt hat ihn nun euphemistisch zum “Solarberg” erklärt) ankomme. Berg – das ist SEIN Terrain. Dennoch: Kampflos bekommt er mich nicht! Also hoch da. Zuerst ist es sehr steil, dann flacht es seitlich wieder ab, wieder steil, nur kein Seitenstechen bekommen… Markus fällt seltsamerweise hinten ab (er hat einen Krampf, aber das weiß ich da noch nicht). Jetzt ziehe ich komplett durch. Auf dem Gipfel gibt es Hawaii-Blümchen aus Plastik. Sehr nett! Runter und zurück.

Beim Einlauf reicht mir die Freundin meines Bruders eine Fahne der SpVgg Fürth (bin ich Fan von). Damit rausche ich durch das Ziel. Mit 26:30 Laufzeit, Markus liegt etwa 40 Sekunden hinter mir und Vereinskollege Martin R. ist auch schon da.

Zieleinlauf in Fürth

Zieleinlauf in Fürth - Foto: Andreas Goldmann

Offensichtlich waren wir so gut zu dritt, dass wir gemeinsam als MMRC-Team den dritten Platz von 15 belegt haben. Wir bekommen einen Fresskorb, Kosmetika und- festhalten – einen Startplatz beim Metropol Marathon. Ich bin gerührt: Ich habe noch nie in Irgendwas eine Platzierung vorne erreicht. Die ersten sind allerdings unerreichbar: Sie liegen fast eine halbe Stunde vor uns.

Fazit: Es war wunderschön! Eine gute Saison-Premiere für mich, ich denke auch eine gelungene für den Fürth Triathlon. Beschilderung (auch auf der Laufstrecke) werden die Veranstalter sicherlich noch lernen. Sonst war die Orga top (Beutel waren alle transportiert, Ausgabe schnell offen, etc.). Ich hoffe, dass es einen zweiten Triathlon in Fürth gibt – meine Anmeldung haben sie sicher.

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4 Responses to “1. Fürther Autobahn Triathlon – geglückte Premiere”

  1. […] Nun habe ich ihn also erfolgreich hinter mich gebracht. Hier findet Ihr den Bericht […]

  2. Reiner sagt:

    Glückwunsch zum geglückten Saisoneinstieg. Aber das mit dem Wieder-Nicht-Aufstieg ist ja schon mehr als ärgerlich. Ich hätte es den Fürddern sehr gerne gegönnt.

  3. stephan sagt:

    Tja, frag mal. Aber so ist das jedes Jahr. Man kann es ja auch so sehen: Trotz des geringen Etats vermeiden wir erfolgreich Jahr für Jahr den Abstieg ;o)

    Aber Fürth Triathlon war eine Reise wert!

  4. […] meisten haben ihren Auftakt in die Triathlon-Wettkampfsaison 2009 schon hinter sich gebracht oder er steht am […]

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