Ich liebe ihn, ich hasse ihn: Den Karlsfelder Triathlon. Lieben, weil kein See so vergleichbar gute Wasserqualität hat, wie der bei Karlsfeld. Weil ich darin stets meine besten Schwimmzeiten zustande bringe, weil die Veranstaltung immer top organisiert ist. Und nicht zuletzt, weil er ums Eck liegt.
Hassen, weil die Radstrecke bretteben ist. Etwas für Zeitfahrer, für Drücker. Kurz: Nicht für mich. Und weil die Laufstrecke mir aus irgendeinem unerfindlichen Grund gar nicht liegt.
Am Start geht noch alles gut. Ich bin seltsam aufgeregt - mehr als sonst. Gehe gefühlte hundert Mal auf die Toilette, schwimme mich aber gut ein und stehe rechtzeitig mit der letzten Gruppe an der Startlinie. Peng! Es geht los. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, bin ich nicht ganz hinten beim Laufen ins Wasser. Ich will es heute wissen, bin mittendrin, mache mich auf die Keilerei gefasst. Aber nichts. Kein Tritt, kein Schlag, alle verhalten sich gesittet und das Feld verteilt sich gut im Wasser.
Schwimmen macht Spaß. Das hätte ich nicht gedacht: Es klappt alles. Die Orientierung, die Armzüge sind meist sauber, ich schlucke kein einziges Mal Wasser. Wunderbar. Kurz vor dem Ausstieg verfalle ich wieder ins Wasserballkraul, um so dem Schwindelgefühl vorzubeugen. Boden unter den Füßen, ich stehe sofort wie eine eins. 25:02 handgestoppt - ärgerlich! Nur einen Hauch schneller und ich wäre unter die magischen 25 gekommen.
Wechsel 1. Es sind einige Meter zu laufen zur Wechselzone. Zeit um den Neo schon über die Schulter zu ziehen. Am Wechsel-Platz geht alles glatt, nur den Neo könnte ich vielleicht noch schneller runterziehen in Zukunft. Am Rande sehe ich Anne stehen - was ist los? "Platten! Kein Ersatzschlauch dabei!" Das Rennen ist für Anne vorüber.
Auf der Radstrecke weht ein kräftiger Wind. Zuerst gegen mich. Gut! Denn dann weiß ich, dass ich zweimal ordentlich Rückenwind haben werde und ich mich erholen kann. Man muss auch das Positive sehen. Die Moral leidet aber unter dem Umstand, dass ich ständig überholt werde - wie gesagt: Zeitfahren ist eigentlich nicht meine Disziplin. Dennoch: Ehrgeiz! Zu viel wohl, denn meine linke Wade meldet sich... sie ist wohl noch angestrengt von dem Lauf am Dienstag.
Laufen. Der Wechsel verlief glatt, rauf auf die Strecke, ich lege gut los mit Kilometerzeiten um 4:30. Doch nach Kilometer drei kommt der große Einbruch. Plötzlich brauche ich satte 10 Sekunden mehr. Und nochmal vier Kilometer später laufe ich um die 4:50. Entsetzen! Vor allem meine Wade links muckt und droht ständig Krämpfe an. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Letzter Kilometer, ein Blick auf die Uhr. Ich kann die 2 Stunden 40 Minuten knacken, wenn ich mich anstrenge. Nochmal alles rausholen - ich laufe schließlich mit 2:39:48 ein.
Im Ziel mischen sich bei mir Freude und Ärger. Freude über das Bewältigen der Strecke, das Erdinger alkoholfrei und das fantastische Finisher-Geschenk: Ein Rucksack vom Feinsten! Ärger über die verpasste 25 Minuten-Marke beim Schwimmen und die lahme Laufzeit. Die Strecke in Karlsfeld liegt mir einfach nicht. Und so bleibt eben Liebe und Hass für diesen Triathlon übrig.
Ergebnisse
MAK4 (29)
Schwimm 00:25:07 (69)
Rad 01:26:57 (199)
Lauf 00:47:44 (112)
Gesamt 02:39:48 (136)
Wiederum habe ich mir erlaubt das Bild von Martin Lucht per Flickr einzubinden. Danke, Martin.



[...] Entnervt geht es auf die Laufstrecke. Ich nehme mir vor, hier wieder Land zu gewinnen. Traumziel: 45:xx Minuten. Vom Trainingsstand sollte es machbar sein, ich fühle mich halbwegs gut. Routiniert gehe ich rein in den Run, es tut mir auch nichts weh, wie in Karlsfeld. Doch das Gefühl alleine macht noch keine Beine. Ich trullere trotzdem mit satten 47:54 ein - ein desaströses Laufergebnis! [...]