24 Stunden Schwimmen Olympiabad 2008

24 Stunden durchgehend geöffnet. 24 Stunden, in denen alle Schwimmer so viele Kilometer wie möglich zusammenbekommen wollen. 24 Stunden Chlor, Feuchtigkeit, Stress. Das müssen schon besondere Menschen sein, die das komplett durchhalten – und ich gehöre da sicher nicht dazu.

Reingeschnuppert habe ich trotzdem ins 24 Stunden Schwimmen im Münchner Olympiabad.
Erste Erfahrungen: Das Olympiabad ist für sein schnelles Wasser bekannt und beliebt. Tummeln sich zehn bis 20 Schwimmer auf einer Bahn, addiert sich noch das Tempo des Wasserschattens dazu. Die Schwimmer befinden sich quasi in einem von ihnen selbst erzeugten Sog. Meine Bedenken, dass es eine endlose Prügelei im Wasser gibt, wenn so viele Krauler sich eine Bahn teilen, bestätigen sich nicht. Ist wie im Verkehr: Nur wenn einer das Rechtsschwimmgebot missachtet, kommt es zu Unfällen. (Tatsächlich gab es sogar eine Geisterfahrerin, die mir nach der Wende frontal in den Kühler prallte. War aber eher drollig, als schmerzhaft.) Porsches muss man halt vorbeilassen, Fiat Pandas vorsichtig überholen.

Kleinere Kratzer habe ich dennoch davon getragen. Denn die Trennseile zwischen den Bahnen waren anders als sonst: Wesentlich scharfkantiger. Das soll wohl die Wellen besser brechen, habe ich mir erklären lassen. Einerseits gut, andererseits bleibt der Schwimmer daran dauernd mit seinem Eintrittsbändchen hängen, das er ja die ganze Zeit um den Arm trägt.

So ging es also im Fluss dahin. Erstes Intervall: 3500 Meter in 1:04 Stunden. Da war ich schon erstaunt. Aber wie gesagt: Sogwirkung.

Kurze Pause, zweites Intervall, 1,5 Kilometer. Diesmal waren schon weniger Schwimmer auf der Bahn und ich merkte, dass mich die erste Einheit enorm Kraft gekostet hat. Natürlich habe ich versucht den hohen Ellebogen beizubehalten. Das gab mir schließlich den Rest. Ich konnte kaum noch ziehen, und das Drücken hinten ging gar nicht mehr.

Am nächsten Tag so gegen 13 Uhr wollte ich dann noch etwas draufsatteln, aber ich war am Ende. Die Arme waren platt, Lunge und Geist ausgelaugt vom Ismaninger Winterlauf 2. So beendete ich das 24 Stunden Schwimmen mit genau sechs Kilometern. Nicht viel, aber ok.