Allgäu Triathlon 2011 – Regen, Regen, Regen

Mag ja sein, dass das Allgäu irgendwann und irgendwie ganz schön ist. Nur: Es hat sich mir nie so gezeigt. Die “Bilanz Allgäu” bisher:

  • 1 Woche Zeltlager in den 80er – 1 Woche Dauerregen
  • 1 Woche Urlaub in den 90ern – 1 Woche Dauerregen
  • 1 Sonntag vor zwei Wochen – 1 Mal heftiger Hagelschaden am Auto
  • 3 Tage Triathlon Immenstadt – 3 Tage Dauerregen

Überhaupt: Ich jammere nicht gerne über das Wetter, aber das ist mein dritter Triathlon dieses Jahr gewesen und es ear jedes Mal ziemlich mieses Wetter…

Nunja, ein Abenteuer war es allemal, beim Allgäu Triathlon 2011. Immerhin war er ja als mein Hauptwettkampf geplant. Mein gesamtes Training war darauf ausgerichtet. Also bin ich skeptisch (wegen des Wetters) aber motiviert zum Start gegangen, habe dort aber Wechselbeutel deponiert mit Inhalten, die ich so wohl hoffentlich nie wieder benötige.

Im ersten Beutel war ein Handtuch, eine Regenjacke, trockne Hosen, Unterhose, Ärmlinge, ein Trikot und viele Gels enthalten. Die Kleidungswahl aber war goldrichtig. Denn nach dem Schwimmen mit 35:31 Minuten (keine Glanzleistung für mich…) wünschte ich mich direkt in den See zurück. Das Wasser mit 16 Grad fühlte sich im Neo wärmer an als die Luft an Land.

7:30 Minuten nahm ich mir für das Abtrocken und Umziehen. Und das war gut so! Es schüttete aus Eimern und ich war einfach nur froh, dass ich mir eine richtige Regenjacke und ein trockenes Trikot und Socken gegönnt haben.

Radfahren. Es hat sich mal wieder ausgezahlt, dass ich die Strecke vorher abgefahren bin. Ich wusste den Kalvarienberg einzuschätzen, wusste, wie ich ihn angehe, wie ich schalte. Und so konnte ich dort die jubelnden Zuschauer tatsächlich genießen. Und auch die Wahl meines Rades – eben nicht das Zeitfahrrad, sondern das klassische Rennrad – ergab Sinn. Denn im Auf und Ab kommt man sowieso kaum in den Liegelenker und am Berg nutzte mir die Rennrad-Geometrie und -Schaltung.

So hatte ich beim Radsplit tatsächlich so etwas wie Spaß. Auch wenn es gerade auf der zweiten Runde nochmal so richtig regnete, so dass die Tropfen sich auf der Haut wie kleine Nadelstiche anfühlten.

Ich kam also nach 2:57:39 Stunden Radfahren in die Wechselzone zwei. Dort sah ich andere Triathleten – Menschen, die am ganzen Leib zitterten, obwohl sie schon zwei Decken umhatten. Für einen mussten auch die Sanitäter anrücken. Er war einfach unterkühlt.

Die Wechselbeutel lagen dort offen und in einer klatschnassen Wiese. Gut, dass ich mir ein weiteres paar Socken eingepackt und die Schuhe in eine Tüte gesteckt hatte. Es war sowas wie Komfort… zum Laufen behielt ich das Radtrikot und die Ärmlinge an. Auch eine gute Wahl. Nach 5:16 Minuten verließ ich die zweite Wechselzone.

Die Laufstrecke von Immenstadt war insgesamt einfach ungemütlich. Vielleicht ist sie toll bei gutem Wetter. So war sie einfach nur matschig und eklig. Dazu addierte sich, dass ich beim Radfahren einige Federn gelassen hatte und beim Laufen merklich nachließ. So stolperte ich nach 1:37:54 Stunden Laufen ins Ziel – ich hatte unter 1:30 avisiert.

Im Ziel hielt ich mich nur kurz auf. Ich war zu nass, mir wurde richtig schnell kalt. Ich freute mich auf meine Wärmekleidung. Doch leider: Auch die lag in der Wiese, der Neo direkt daneben. So wurde die Kleidung von oben, unten und der Seite nass. Prima. In nassen Klamotten machte ich mich dann zu Fuß auf den Weg zurück zum Hotel. Ich hatte die Schnauze voll vom nass sein…

Fazit: Am Ende steht eine Gesamtzeit 5:23:50. Ich bin 140er von 314 Finishern auf der Mitteldistanz. Über 70 Athleten haben das Rennen nicht beendet. Die Organisation dort ist fantastisch und liebenswert, die Strecke eine Herausforderung. Aber für mich steht fest: Das Allgäu sieht mich die nächsten Jahre nicht mehr.

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2 Responses to “Allgäu Triathlon 2011 – Regen, Regen, Regen”

  1. Luigi sagt:

    Hi Stephan,
    ja wirklich schade mit dem Wetter, besonders, da der Triathlon bei gutem Wetter ein echtes Erlebnis ist. Immenstadt war 2010 einer der schönsten Wettkämpfe, die ich je gemacht habe (allerdings bei Sonne). Der Sommer 2011 ist wirklich bislang ein heuler, auch meine Wettkämpfe waren bis 12´C und Dauerrregen nicht der hit… Die Triathlon hätte man 2011 im April oder Mai absolvieren sollen, da war wenigstens Sommerwetter. Verrückte Welt…
    Ich habe letztes Wochenende oft an euch beide gedacht. Wenn man alle Energie reingestckt hat um sich auf´s Highlight vorzubereiten und dann das, ist wirklich frustrierend. Ich ziehe vor euch beiden,aber auch allen anderen Startern, die letztes Wochenende bei den Bedingungen bei einem Triathlonwettkampf gestartet sind (z.B. Wörthsee) den Hut. Egal wie das Ergebnis nun war, alleine sich hier durchgebissen zu haben ist schon stark, ganz ehrlich.

    Kopf hoch, es kann nur besser werden. 2012 habe ich für uns beide in Roth Sonne bestellt, 21`C und windstille, mal sehen ob die Bestellung angekommen ist.

  2. Stefan sagt:

    Hi Stephan,

    musste schon schmunzeln, als ich deinen Bericht gelesen habe, weil ich mich wieder daran erinnert habe, wie wir doch alle gefrohren haben ;-) ohje!
    Da gebich dir recht manche haben sich zu wenig Ziet gelassen sich ordentlich anzuziehen und das haben sie in Wechselzone 2 bereut…
    Aber einen Schlusstrich mit dem Allgäu Triathlon solltest du nicht machen! Es ist solch ein schöner Tria in traumhafter Landschaft! Ich geniesse die Kuhweiden und das Alpenpanorama jedes mal!

    Ich hoffe du entscheidest dich doch noch irgendwann mal wieder dort zu starten und vielleicht sieht man sich dann :-)

    lg
    Stefan

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