Challenge Roth 2010 – Staffelteilnahme mit Marathon

Die erste wichtige Zeit im Zusammenhang mit meinem  ersten Marathon lautet: 00:00 – Null Stunde und Null Minuten Schlaf in der Nacht zuvor. Grund war die Hochzeitsgesellschaft im Gasthof Grüner Baum in Kornburg. Die nämlich machte Lärm bis nachts um Zwei und anschließen wurde noch abgebaut und aufgeräumt bis vier Uhr. Super!

Seit einem dreiviertel Jahr bereitete ich mich auf den ersten Marathon vor und dann vermiest mir eine schlechte Alleinunterhalterkapelle den Start (der Sänger konnte wirklich nicht singen!). Gemerkt: Nächstes Mal gehen wir vor so einem wichtigen Rennen ins Hilton. Ruhe ist mit Geld nicht aufzuwiegen bei dem Invest, den meine Freundin und ich für die Staffelteilnahme bei der Team Challenge in Roth bereits geleistet haben. Und der Gasthof, der mehrere Triathleten beherbergte, dürfte diese auch nächstes Jahr nicht mehr sehen.

Meine Freundin Katrin ist die Schwimmerin der Staffel, Siggi fährt Rad, ich laufe den Marathon. Alle zusammen wollen wir die Atmosphäre dort genießen. Katrin legt mit 1:20 auch eine gute Schwimmzeit vor, während ich mir die verschiedenen Schwimmstile im Kanal ansehe. Da gibt s alles: Einige wollen das Wasser durch Handauflegen heilen, andere zerteilen die fluten mit der Handkante, wieder andere schwimmen so genial gut, dass mir die Kinnlade runterklappt.

Damit wir Bescheid wissen, wann wir wo sein müssen, haben wir uns den SMS-Ergbnis-Dienst für 10 Euro gebucht. Leider sind kaum SMS zu uns durchgekommen, so dass ich sicherheitshalber schon mit einer angenommenen Zeit von 5 Stunden in der Staffelwechselzone zwei auf Siggi warte. fatal, denn am Anfang bin ich noch aufmerksam, doch dan beginne ich mit den anderen Teilnehmern zu quatschen und verpasse prompt meinen Einsatz. Die Staffelwechselzone Rad auf Lauf ist Comedy pur. da gibt s fahrer, die ihren Läufer fast umgrätschen, da werden Klapse auf den Hintern des ankriechenden Radfahrers verteilt, da laufen Radfahrer minutenlang suchend durch die Zone. Wunderbar. prompt verpasse ich Siggi, kostet aber nur ein paar Sekunden.

Mein Marathon

Also auf! Müdigkeit hin oder her, heut gilts. Den ersten Kilometer absolviere ich mit 4:11. Ich bremse mich ein wenig auf ein Tempo um 4:40 auf den nächsten Kilometern. Ich will nicht überzocken. Bis Kilometer 15 duelliere ich mich ein wenig mit einem andere Staffel-Läufer, ehe ich ihn ziehen lasse – der Kampf hätte mich verheizt. Den Kilometer 21,5 erreiche ich mit 1:42:13 – das ist ganz gut. Nun aber frage ich mich, ob ich nicht sicherheitshalber das Tempo drosseln soll. Kräfte sparen.

Beim ersten Marathon fehlt einem einfach die Erfahrung: Was kann ich? Wann muss ich runter vom Gas? Was passiert ab Kilometer 30?

So muss ich als Anfänger wählen: Gehe ich es defensiv an? Nummer sicher, aber nicht wissen, was tatsächlich drinnen gewesen wäre? Oder aggressiv: Weiter das Tempo halten – mit dem Risiko am Ende des Tages lauter weise Läufer-Sprüche über das Überzocken zu hören.

Ich entscheide mich für aggressiv. Lieber lerne ich beim ersten Marathon meine Grenzen gleich kennen.

Tatsächlich lässt mein Tempo automatisch etwas nach, auch da es in der zweiten Hälfte einige Hügel zu erklimmen gilt. Dennoch: Die Entscheidung war richtig! Ich bleibe am Ball.

Ab Kilometer 30 aber beginnt sich der Kopf mit dem “Mann mit dem Hammer” zu beschäftigen. Wann wird er kommen, wie wird er auftreten?

Irgendwann begreife ich, dass sich die Grübelei nicht lohnt. Entweder er kommt, oder nicht. Basta! Weiterlaufen!

Tatsächlich lässt er sich auch nicht blicken, er hat mich wohl in der Masse der Läufer übersehen. Hart wird es gegen Ende dennoch. Ich tröste mich mit dem Spruch meines Trainers: “Die letzten acht Kilometer läufst Du eh mit dem Kopf!” Das tue ich, nur über denken und Wollen. Es gelingt mir auch noch auf den letzten Abschnitten Tempo zuzulegen. Ich bin mittlerweile sicher, die 3:30 zu knacken.

Letzte Meter: Katrin und Siggi warten, wir laufen gemeinsam ein. Ich bin glücklich. Gleichzeitig aber wächst mein Respekt vor all denen, die heute mehr als den Marathon absolviert haben. Vielleicht wird auch für mich bald an der Reihe sein? Aber das hat noch Zeit …

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4 Responses to “Challenge Roth 2010 – Staffelteilnahme mit Marathon”

  1. Sonja sagt:

    Hi Stephan,

    Respekt vor dieser tollen Erstleistung! Gestern war echt kein Bestzeitenwetter. Der Mann mit dem Hammer ist sowas wie Nessie oder der Yeti, die einen sehen ihn (angeblich) ständig, die anderen geben´s irgendwann auf…
    schön auch, dass es dir dabei offenbar ziemlich gut ging

  2. stephan sagt:

    Schade, dass ich Euch dann nicht mehr gesehen habe. Ich habe nur Bruchstücke von Akos über Wolfgang oder Katrin gehört. Euren Stefan hatte ich ja noch in der WZ2 getroffen.

  3. Sonja sagt:

    Ja, sehr schade, ging aber nicht anders!
    Wenn ihr aus eurer Perspektive was ändern oder ergänzen wollt, ich habe gerade einen Bericht unter MRRC-Aktuelles geschrieben, nur zu.

    vielleicht sehen wir uns beim nächsten Wolfgang-Training? Irgendwie fixt mich das ja doch an, nochmal an meiner Schwimm-Grundgeschwindigkeit zu schrauben… obwohl ich um das Gleichgewicht zwischen den drei Disziplinen zu halten jetzt radeln müsste. Wie trainierst du jetzt in den näcshten Wochen weiter?

  4. chromokate sagt:

    …Toll, toll, dreimal tolle Veranstaltung….noch haben wir ja keine konkreten Pläne für 2011…aber vielleicht bringt der Nikolaus ja heuer einen Staffelplatz… ;-)

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