Eddy Merckx Classics 2009

Etwas südlich von Salzburg liegt Eugendorf – der Startpunkt für eine Radrundfahrt mit 155 oder 110 Kilometern. Pate dieses Rennens ist der fünfmalige Tour de France Sieger Eddy Merckx – und er fährt auch selbst mit.

Die Organisation

Bei den Eddy Merckx Classics stimmt von Orga-Seite alles. Es beginnt mit der Webseite, die neben allen Infos und der Anmeldung sogar eine Liste der Gefahrenstellen mit Fotos der Stellen zeigt. Wer vorher die Strecke schon erkunden will, kann sie sogar in 3D-Ansicht abfahren.

Das Startgeld ist nicht gerade gering: Rund 50 Euro kostet die Teilnahme. Dafür gibt es nicht das übliche Trikot (das nur gegen Aufpreis), sondern eine Flasche Wein und eine schicke Sporttasche. Dazu noch einen Nudelgutschein, der am Abend vor dem Start in den umliegenden Gaststätten gilt oder danach am Ziel.

Beschilderung des Start/Ziel-Bereichs ist gut gelöst, und die Akkreditierung geht rasch. So steht dem Rad-Spaß nichts im Wege. Lediglich die Radmesse fällt etwas mickrig aus – immer hin gibt es aber eine Velo-Checkpoint, an dem man seinen Renner noch mal überprüfen lassen kann.

Start ist Sonntag morgens ab acht Uhr in vier Blöcken – ganz vorne natürlich die schnellsten und VIPs.

Die Strecke

Der Weg führt die Radfahrer durch das Salzburger Hinterland und streift dabei die Strecke des Mondsee 5-Seen Radmarathon. Am Anfang flach ist gutes Tempo ist nach dem Start garantiert.

Drei Labe-Stationen versorgen den Rennradfahrer der langen Runde circa auf Kilometer 50, 100 und 130. Dort gibt es neben Manner-Schnitten (hat man in Österreich halt so) auch belegte Brote, Obst und diverse Getränke.

Start Eddy Merckx Classic 2009Lobenswert ist die wirklich gute Streckenkennzeichnung und die Absperrung durch freundliche Helfer. Es gab nur eine Stelle, an der die Schilder nicht gut angebracht waren, sonst alles klasse. Gut gemacht und Danke.

Richtig Höhenmeter machen nur die Fahrer der langen Strecke, denn die Anstiege beginnen ab Kilometer 105, also kurz nach der Streckenteilung. Längere moderate Steigungen wechseln sich mit heftigen, kürzeren Stichen ab – teilweise mit bis zu 14 Prozent. Am Ende stehen rund 2.300 Höhenmeter auf dem Tacho – bei der kurzen sind es etwa tausend weniger.

In der Abfahrt nach der großen Steigung – etwa Kilometer 140 – darf der Radfahrer einen grandiosen Ausblick über Salzburg genießen.

Das Rennen

Am Anfang schnell, am Ende anstrengend – so fasse ich die diesjährige Eddy Merckx für mich zusammen. Das Feld ist bis zum ersten Kreisverkehr noch neutralisiert, danach geht es los und wer keine Gruppe findet, gerät schnell ins Hintertreffen.

Die ersten 100 Kilometer vergehen tatsächlich in einem Schnitt über 30km/h. Allerdings bin ich im Rennen ständig auf der Suche nach einer geeigneten Gruppe, kleinere Anstiege reißen eben gefundene Mitfahrer wieder weg - ich selbst verliere anfangs meinen Vereinskollegen Jochen. Erst mühseliges Arbeiten befördert mich schließlich wieder in die Gruppe um ihn.

Jochen bleibt dann freundlicherweise bis zum letzten großen Anstieg bei mir – wir können uns gut im Wind ablösen und schleifen leider auch des öfteren Lutscher mit uns herum.

Das Wetter ist übrigens recht kühl, wolkig, bleibt aber trocken. Nach der Streckenteilung bei Kilometer 100 geht es in die Berge und ich habe wirklich Mühe mitzukommen. Krämpfe drohen wieder, am letzten Anstiege erwischt mich dann schließlich auch einer. Warum, weiß ich nicht – ich vermute, dass ich mich nie ganz von der Alpenüberquerung erholt habe. Statt also jetzt der Bergkönig zu sein, haben mich die 12 Pässe eher geschwächt. Sonst würden mir diese Anstiege nicht solche Probleme bereiten.

Ein Manko hatte die Strecke noch: Obwohl es hieß, dass die Strecke vollkommen in Ordnung sei, gab es zwei Baustellen im großen Anstieg, an denen der Asphalt fehlte. Der erste ging noch zu fahren. Beim Zweiten mussten dann doch einige Radfahrer absteigen – die Reifen versinken dort einfach zu tief im Kies. Ich habe jetzt noch die fränkischen Flüche eines Mitfahrers aus Ansbach in den Ohren…

Erschöpft und eher genervt von meiner fehlenden Leistung am Berg komme ich mit 6:20 Stunden im Ziel an – natürlich die Pausen mit eingerechnet. Schön war’s trotzdem.

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