“Bedauerlich ist, dass ihm die Stirn zu bieten du erwarten konntest nicht.” sagt Yoda zu Luke in die Rückkehr der Jedi-Ritter. Und warum? Weil Luke nicht genug trainiert hatte, bevor er sich auf den Wettkampf mit seinem Widersacher Darth Vader einließ.

Nun – als Kind der Generation Star Wars (verdammt, wir hatten eben noch Ideale!) hätte mir das eine Warnung sein sollen, als ich mich mit Darth Lucht in Ismaning messen wollte: Nur als vollausgebildeter Läufer kann ich bestehen. Rückblende. In “Eine neue Hoffnung” sah es tatsächlich so aus, als würde das Gute triumphieren – also ich! (Wahnsinnig bescheiden, was?)

Doch wehe: Teil zwei in Ismaning. “Das Imperium schlägt zurück” – und zwar ab Kilometer zwölf.

Aber der Reihe nach: Startschuss morgens um 10 Uhr und Einpaarzerquetschte. Martin und ich tanken uns noch gemeinsam durch die Masse der – wie üblich – falsch einsortierten Läufer. Ab durch den dunklen Tunnel unter der Straße (Wenn da mal einer hinfällt… der wird totgetrampelt) und Richtung Isar. Irgendwann schaffe ich Abstand zu gewinnen; wohl wissend, dass ich diesen derart vergrößern muss, dass Martin mich nicht am Ende einholt. Denn Puste zum Schluss hat er mehr – das war schon immer so.

Mein Plan geht nicht auf: Schon bei Kilometer sieben höre ich Martin wieder in meinem Nacken. Jetzt kann das höchste der Gefühle nur noch ein Patt sein. Gemeinsam laufen wir weiter. Bei Kilometer zehn kommen wir mit einer Zeit von 45 Minuten durch, heißt: wir liegen ganz gut, die – äh – Macht ist sozusagen stark ins uns.

Ab Kilometer zwölf schwant es mir: Ich habe zwar Ausdauer, aber keine Tempohärte. Die Lunge kann noch, die Beine versagen. Langsam sehe ich Martin in der Ferne verschwinden und ich kämpfe nur noch gegen meinen inneren Konflikt – die dunkle Seite darf mich nicht übermannen… Naja, wir wissen ja wie es endet: Luke stürzt den Schacht runter, hat dabei ein Hand weniger und wird recht lädiert in Sicherheit gebracht. Übersetzt heißt das: Ich stolpere den Weg entlang, bekomme einen Mordsrückstand aufgebrummt und schaffe es gerade so ins rettende Ziel mit einer Zeit von 1:18:34 handgestoppt. Die Beine tun mir noch jetzt – da ich diese Zeilen verfasse – ordentlich weh.

Für den dritten Ismaninger Lauf hilft dann nur eins. Die Methode, die auch Luke angewandt hat. Einlullen mit Worten:
ICH FÜHLE DEN KONFLIKT IN DIR, MARTIN! DU MÖCHTEST NOCH ZWEI BIERE TRINKEN! ICH WEISS ES STECKT NOCH TRÄGHEIT IN DIR! GIB DICH IHR HIN!