Kühtai: “Schmerz ist, wenn Schwäche den Körper verlässt”

Nein, der Satz oben stammt nicht aus “Gesammelte Zitate des dritten Reichs”. Jens Voigt hat ihn gesagt – im CSC-Film. Hat mir jedenfalls Jörg erzählt. Den Spruch hatte ich bei der Auffahrt zum Kühtai dauernd im Kopf, denn Schmerz gab es reichlich. Von Telfs aus sind wir die Ostanfahrt hochgefahren. Das heißt in Zahlen: 23 Kilometer und 1.400 Höhenmeter. Und das bei Steigungen, die bis zu 16 Prozent gehen.

Grund für die Reise: Ich will am Rennen in zwei Wochen teilnehmen, das von Seefeld über den Kühtai führt. Probefahrt also heute ab Telfs. Die ersten 20 Kilometer sind bretteben. Basti, der mich freundlicherweise heute moralisch unterstützt, und ich wechseln uns in der Führung ab, so dass wir beide ein paar Körner sparen. Dann also geht es los bei Kematen. Von Serpentinen keine Spur: Die Ostanfahrt ist eine einzige lange Rampe, der man die Steigung mit dem Auge gar nicht ansieht. Wohl aber erkennt man zu jeder Zeit, wie zermürbend lang es noch hoch geht. Wir beißen uns beide durch. Und sind oben mächtig stolz. Erinnerungsfoto ist klar:

Kühtai Passschild

Und von Basti dann eines mit Blick auf den Weg hinter uns:

Kühtai Basti

Das Wetter hält sich übrigens bedeckt – gut so, denn Sonne hätte uns sicher kaputt gemacht. Oben gibt es sogar ein paar Regentropfen, daher werfen wir uns rasch ins Tal.

Die Abfahrt ist geil. Wunderbare Serpentinen, auf denen man Ski-gleich abschwingt. Nur die Baustelle irritiert uns. Da ist doch tatsächlich ein Teil der Straße komplett mit Steinchen ausgelegt statt Teer. Wenn da in zwei Wochen das Feld reinfährt, kann man gleich einen Rettungswagen dort postieren.

Unten im Tal, wir haben etwa KM 60, denken wir, das Gröbste sei vorbei. Schließlich geht es jetzt nur noch flach bis nach Telfs. Allerdings haben wir nicht mit dem Gegenwind gerechnet. Der kostet uns doch einige Kraft, alleine wäre das ziemlich nervig gewesen. Wir wechseln uns wieder brav im Windschatten ab. Am Ende sind wir erschöpft aber glücklich und haben sogar noch einen Schnitt über 24 KM/h geschafft.
Das Dumme ist nur: Beim Rennen in zwei Wochen muss ich dann nochmal den Anstieg nach Seefeld hoch: 600 Höhenmeter. Mal sehen, ob ich das schaffe…

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