Der Sicherungs-Karabiner schlägt mir ins Genick, Schweiß rinnt Richtung Kinn, meine Hand knallt an die Stange vor mir. Ich habe das Gefühl, als würde es mir an Luft fehlen – aber das ist nur die Atemmaske auf meinem Gesicht. Noch eine Minute, dann gibt es eine kurze Pause, ehe das Laufbahn erneut startet… um 1,5 KM/h schneller.

Leistungsdiagnostik mit Spiroergometrie bei Energysource

Leistungsdiagnostik mit Spiroergometrie bei Energysource

Ich bin beim Leistungstest, bei Energysource. Energysource, dahinter steht Christoph Näger, er ist Diplom Sportwissenschaftler. Und im Gegensatz zu meinem Leistungstest bei der TU unterziehe ich mich – auf Anraten meines Trainers – diesmal auch einer Spiroergometrie, also einer Atemgasanalyse während der Belastung.

Deshalb trage ich jetzt diese Maske im Gesicht, deshalb glaube ich keine Luft zu bekommen – eine reine Kopfsache!

Spiroergometrie zusammen mit Laktatmessung – das soll Pulsfrequenzen und Trainingsbereiche exakt bestimmen. Für mich ein wichtiger Punkt. Mein Belastungs-Gefühl stimmt nur selten mit meinen aufgeschrieben Pulsbereichen überein. Ich glaube den bisherigen Frequenzen nicht mehr. Ich fühle mich fitter!

Energysource war die Empfehlung meines Trainers, also habe ich einen Termin gemacht. Eineinhalb Stunden mindestens dauere das, erklärte mir Christoph Näger am Telefon. Wow, das klingt lang.

Beim Termin wird mir klar, warum: Näger nimmt sich Zeit! Er beginnt mit einem Gespräch, über Ziele, über bisher Erreichtes, macht sich in Ruhe ein Bild vom Sportler. Keine Fließband-Abfertigung, kein Gefühl der Hetze. Ich bin sofort positiv eingenommen.

Dann geht es also zum Laufband: Eine passende Atemmaske muss ausgesucht, ein Brustgurt von Polar angelegt werden. Ich werde oben angeschirrt wie ein Pferd. Sicherheitsmaßnahme, falls man auf dem Laufband fällt. Ein Stich ins Ohr, dort nimmt der Sportwissenschaftler zwischen den Belastungen Blut ab für die Laktatmessung.

Es geht los mit einer Atemvolumen-Bestimmung und einem langsamen Eintraben. Der leichte Teil. Ab dann übernimmt der PC die Steuerung: 9 KM/h, 10,5, 12, 13,5… jetzt ist es nicht mehr lustig. Bei 15,5 KM/h breche ich den Test ab. Ich habe das Gefühl, ich hätte alles gegeben.

Gefühle können täuschen, die Daten sprechen eine andere Sprache. Noch zwei Stufen hätte ich machen können, ehe mein System richtig ausbelastet gewesen wäre. Aber die Daten reichen für das Ermitteln der Pulsbereiche.

Während ich mich umziehe und Dusche, läuft bereits die Auswertung. Nicht lange, und Christoph Näger hält mir seinen Vortrag anhand wunderbarer Diagramme. er nimmt sich wieder viel Zeit, beantwortet geduldig und interessiert meine ständigen Fragen. An dem Nachmittag lerne ich viel. Und meine Vermutung bestätigt sich drastisch: Mein GA1 Bereich geht hoch bis 164 Schläge, erst dann kommt GA2. Also nochmal deutlich höher, als es die TU damals gemessen hat. Außerdem steht mein Fettstoffwechsel und der Grundlagenbereich ganz gut im Saft. Da ich auch noch für einen Aufpreis eine Videoanalyse meines Laufstils mitgenommen hatte, sehe ich jetzt auch, dass ich mit diesen Schuhen bei Wettkampftempo deutlich einknicke, überproniere.

Die Videos bekomme ich schließlich auf CD gebrannt, die Auswertung wird mir per Mail nach dem Wochenende zugeschickt. Detailliert und mit verständlichen Erklärungen.

War es das alles Wert? Schließlich legt man über 160 Euro für die Analyse samt Video hin. Und braucht es das als Hobby-Sportler? – Diese Antworten muss man sich selbst geben. Ich kann nur sagen: Christoph Näger vermittelte mir neues Wissen, er schürte meine Begeisterung für meinen Sport, er bot mir einen kolossalen Service – und das liebe ich.

Im März gehe ich wieder zu Energysource, und dann halte ich noch zwei Stufen länger durch!