Mitteldistanz-Triathlon in Passau

Markus hat teilgenommen, hier sein Bericht:

Erstmal in Passau die Startunterlagen und den super schönen Rucksack abgeholt, den es für jeden Starter der MD gab – ein schickes Teil. Anschließend sind wir zum Start/Ziel gefahren, wo auch die Pastaparty stattfindet. Haben die Räder ausgepackt um die 23km Radrunde zu besichtigen, die Strecke war schon beschildert. Also einen letzten Regenschauer abgewartet und los gings mit meinem neuen Rad mit Scheibe. In der Ausschreibung stand was von 10% Anstieg, was sich in der Realität und Beschilderung als 12% rausstellte. Die besten der Höhenmeter waren auf den ersten 10km, ich dachte schon, wenn das so weiter geht mir wurde es mulmig zu mute, denn den fiesen Anstieg muss man ja 4x hoch! Die letzten 12km sind dann aber abschüssig und leicht gewellt die Donau entlang. Eine landschaftlich wunderschöne Strecke, traumhafte Natur.

Die Gegend um Passau/Donautal hat überhaupt viele kräftige Anstiege zu bieten, Berge bis 18% – alles heftiger als das Dachauer Hinterland! Ebenen gibt’s eigentlich nur direkt an der Donau. Als wir die Runde fertig hatten, war es auch schon Zeit für die Pastaparty. Bei mir im Startgeld inbegriffen, für Eva 8€. Die Pastartparty war der absolute Wahnsinn. 8 verschiedenen Nudeln, Tortellini, Gnocchies (nicht klebrig oder verkocht). Fünf verschiedene leckere Soßen, mit Gemüse drin, nix Dose genial gewürzt. Dazu riesige Salatkelche, alles ganz frisch das ganze wurde von einem Restaurant frisch geliefert. So was leckeres habe ich auf einer Pastaparty vor dem Wettkampf noch nie bekommen Qualität eines guten Restaurants, von 8 Köchen serviert. Man konnte nachholen so viel man wollte.

Nach der Pastaparty folgte die WK Besprechung, dort wurde offiziell verkündet, wegen der nur 11`C Wassertemperatur und dem Hochwasser der Donau wird das Schwimmen durch einen 7km Lauf ersetzt. Was das bedeutet, kann jeder ahnen der schon Duathlons mitgemacht hat, es wird viel härter als der Triathlon wo man relaxt 2km donauabwärts paddelt! Anschließend sind wir zu unserer wunderschönen Pension gefahren, die hatte sogar Sauna. Das Wetter wurde immer besser und wir hofften auf ein einsehen des Wettergottes. Dann Nachts regen, es stürmte der Wind, regnete, regnete, Dauerregen… In der früh war ich echt am überlegen, was machst du jetzt? Starten, oder im Bett bleiben, wenn es jetzt so weiter regnet wie in Erding und das 5h lang und bei 5`C weniger, dann bin ich tot krank (Anm. d. Redakteurs: Markus will in Roth die erste Langdistanz antreten, da würde das nicht so gut sein). Eva meinte, ob wohl ich nicht so recht motiviert war, komm stehen wir auf, frühstücken wir und fahren wir mal hin. Du kannst ja bis zum Start immer noch entscheiden und wenn’s nicht besser wird nach dem Lauf aufhören oder in jeder der Radrunden. Also gefrühstückt und los. Es regnet und regnete aus einem gleichmäßig grauen Himmel… Temperatur ca. 8`C, ich hatte wenig Hoffnung.

Wir haben dann das Rad eingecheckt uns unter ein Dach verkrochen und die Startzeit abgewartet. Wie durch ein wunder gab es kurz vor Start die erste Regenpause, ein gutes Omen? Dann Punkt 9:15h knall und los ging’s. Die ersten 7km werden wie bei allen Duathlons am Anschlag gelaufen also bin ich mit gerannt, nach 28min, Tempo 4min/km war ich so als 10. in der WZ. Hatte die Lauftrikot an, das ich bei der Ismaniger Winterlaufserie trug und fand’s beim ersten Lauf gerade richtig. Ihr ahnt schon was jetzt kam: Ein richtig beschissener Wechsel! Mir wars egal, nur nicht krank werden, also Überschuhe angezogen, denn nix ist schlimmer als 2:30h mit nassen kalten Füssen auf dem Rad. Eine Windstopperweste drüber, die meisten anderen sind kurzärmlig gewesen, der Regen setzte wieder ein, allerdings nur recht leicht. Dann bin ich so als 20-25 aus der WZ. Die Straßen waren noch nass, daher die Abfahrten gefährlich und ich wollte auch kein unkalkulierbares Risko eingehen. Nix wäre schlimmer als ein Radsturz. Die ersten zwei Runden liefen gut konnte sogar einige wieder überholen. Hatte gut druck. Aber habe im Eifer des Gefechtes einen dummen Anfängerfehler gemacht, zu wenig gegessen und getrunken. Als ich dann in mitte Runde 3 plötzlich Hunger bekam war’s auch schon geschehen, einen mächtigen Hungerast. Die letzte Radrunde lief trotz Riegel natürlich nicht so toll. Der letzte 12% anstieg ein geeiere. Ich kam ziemlich platt in die WZ, leicht dehydriert und mit Hungerast, super Voraussetzungen für den abschließenden 20km Lauf. An aufgeben habe ich dennoch nicht gedacht, das wäre das letzte! Also eine ganze 70g Tütel Gel in der WZ reingedrückt und an jeder Verpflegungsstation 2-3 Bechter (!) Iso und ein Stück Powerbar. Die ersten km waren verdammt hart, konnte zwar knapp 5min/km laufen mich wunderte nur, daß mich keiner überholt hatte irgendwie habe ich mir auch eingebildert, daß ich eh schon ziemlich letzter war denn durch die vielen Runden und der Laufwendestrecke hatte man keine überblick, wo im Feld man sich befindet. Ich wurde tatsächlich von km zu km schneller und konnte ab km 15 wieder einen 4:30miun/km schnitt laufen und begann viele zu überholen. Das war schon erstaunlich, wie man sich aus einer solchen Situation doch wenn man mental ankommen will wieder befreien kann. Ich denke das rennen, obwohl nicht ganz optimal war mental sehr wertvoll für Roth. Denn da wird?s sicher auch Tiefs geben, wo nur eins hilft, der Wille! Ich schaffte es immerhin noch unter die magische 5 Stundenmarke (4:58h) zu kommen, dachte zu dem Zeitpunkt immer noch im hinteren teil des Feldes zu sein. Eva sagte irgend was, daß ich doch gar nicht so schlecht war, ich glaube Platz 30! Meinte Sie.

Zumindest war ich im Ziel sowas von fertig, musste mich erst mal 5min in die Wiese legen. Das war sicher bislang mein härtester Wettkampf, aber ich habe mich durchgebissen. Dann in der Siegerehrung, ich konnte es nicht glauben, was ich hörte bekam ich als Belohnung noch einen wunderschönen Pokal. Es war schon irre mal da vorne stehen zu dürfen! So das war?s jetzt mit Wettkämpfen, bis Roth, naja 4 Wettkämpfe davon 2x Mitteldistanz waren ja auch recht heftig aber immerhin immer mind. unter den ersten 40 dabei. Gestern waren wir noch ganz lang klettern und Eva kam auch auf ihre kosten. Nach dem sie den ganzen Sonntag im Regend dastand und mich angefeuert hat. Wir haben noch in Passau gegessen es ist eine wunderschöne traumhafte Altstadt mit südländischem Feeling (nur die Temperaturen passten nicht), engen Gassen tollen Gebäuden, traumhaft!

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