Bekennende Triathleten gelten bei Nichtsportlern grundsätzlich als Ansprechpartner für alle sportlichen Belange. Meist für alle NEGATIVEN sportlichen Belange. Und fast immer mit dem Ziel, dass sie die Unsinnigkeit unseres sportlichen Treibens herausstreichen möchten.
Letztes Beispiel: Zugspitzlauf. Was musste ich alles erklären und rechtfertigen.
Dabei fällt mir stets auf, dass die Motivation für Ausdauersport jeglicher Couleur beim Nichtsportler gründlich missverstanden wird. Viele denken, dass wir einen Körperkult betreiben. Andere denken, wir wollten Abnehmen oder die Fitness verbessern. Fast alle denken außerdem, dass wir ein bisschen verrückt sind.
Das spielt sicher alles mit hinein. Doch nur die wenigstens erkennen die wahren Motive, die zumindest mich bei der Stange halten: Spaß, Nervenkitzel, Freude am Projekt.
Mir bereitet es meist Vergnügen meinen Körper zu bewegen, Techniken zu lernen, frische Luft zu Atmen, zu spüren, wie beim Laufen der Boden unter meinen Füßen weggleitet. Es macht mir Spaß mich mit der Materie zu beschäftigen, mehr Dinge etwa über Trainingsaufbau zu lernen, die Effekte auf meinen Körper zu beobachten. Ich liebe (und hasse) den Nervenkitzel und die Aufregung vor einem Wettkampf – es beschert mir Spitzen im gleichförmigen Alltag. Das sind meine Motive.
Und noch eines missverstehen viele Nichtsportler: Sie glauben, dass wir sie ändern wollen, sie fühlen sich anscheinend bedroht.
Hier für Euch zum Mitschreiben: Wir Athleten wollen Euch gar nicht zum Sport bekehren! Wir sind keine Sekte! Es ist absolut unnötig uns mit einer reflexhaften Abwehr bei jeder Gelegenheit zu belästigen. Wenn Ihr so glücklich seid: Fein! Bleibt so! Ihr müsst uns nicht ständig nachweisen, dass Sport Mord ist und wir alle einen an der Klatsche haben. Wir wissen das alles.
Aber lasst uns in Ruhe unseren Sport betreiben! Und wenn Ihr das nächste mal nicht kapiert, warum man 12 Stunden Ausdauersport am Stück betreibt, denkt an das Zitat aus dem Whitesnake-Lied “Walking in the shadow of the Blues”. Dort heißt es: If you don’t feel it, you will never understand!
Klares Dilemma, diejenigen die das kapieren, die machen so etwas wie wir ja meist selbst.
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Nein, bleibt nicht so. Denn das kostet der Krankenkasse und letztendlich mich Geld.
Klasse geschrieben. Und ich kapiers manchmal selber nicht, wie man 11-12 Stunden Ausdauersport am Stück betreiben kann
>Nein, bleibt nicht so. Denn das kostet der Krankenkasse und letztendlich mich Geld.
Das tut ein Sportunfall auch
Vom Geld her gibt sich der Sportinvalide mit dem Raucherbein wahrscheinlich nix.
Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden.
>Das tut ein Sportunfall auch
Gelle, Jörg? Wir beide wissen das…
Jau, hab übrigens schon den nächsten OP-Termin ausgemacht.
Kann ich zustimmen.
Ich zucke immer zusammen, wenn mich jemand als Extremsportler bezeichnet. Nach zwei Ironman fühle ich mich eigentlich garnicht so, aber man muss da schon zustimmen. In der Gesellschaft ist man da schon ein Extremsportler.
Interessant sind auch die Reaktionen, wenn ich sage das ich so was wie den extremen Zugspitzlauf nicht mitmachen würde und mich meine Kollegen auslachen, nach dem Motto Ironman ist doch das gleiche. Wenn ich ihnen aber aufzeige, dass alle 2km eine Verpflegungstation inklusive Ärzteteam in Frankfurt wartet, dann erkennen auch sie den Unterscheid.