Sprichworte, die uns Triathleten nerven

Jaja, die Weisheiten des Volkes. Ob es Bauernregeln sind oder einfach nur Sprichworte, schnell führt der Deutsche die Plattitüde mit der Zunge. Und manchmal steht die angebliche Weisheit konträr zur Trainings-Wissenschaft. Hier einige Beispiele für dumme Sprüche, die wir uns leider immer wieder anhören müssen:

Wer rastet, der rostet! - Blanker Unsinn! Unser Körper ist keine Maschine. Er hat nämlich die geniale Fähigkeit der Selbstheilung und der Superkompensation. Heißt: Er ist nach einem Training oder einem Wettkampf vielleicht noch besser als davor. Alles was der Körper dafür braucht: eine wohlkalkulierte Rast.

Und nach einer langen Saison brauchen wir mit Sicherheit auch längere Rast von den Strapazen – sonst streiken Muskeln und Kreislauf irgendwann. Kann sein, dass dabei auch Spritzigkeit und Ausdauer mit draufgehen. Aber das ist dann kein Rost, sondern höchst

ens Flugrost. Nichts, was man nicht mit der Stahlbürste wegbekommt.

Der erste Schritt ist immer am schwersten - … der zweite aber auch, der dritte wird dann richtig hart. Im Ernst: Zwar kostet es nach der Ruhepause am Ende der Saison vielleicht einen Tick Überwindung mit dem Training zu beginnen. Aber wer so einen Spruch lässt, weiß gar nicht, was es heißt im Frühjahr dann die Tempo-Einheiten auf den Bahnen (Schwimm oder Lauf)  zu absolvieren oder die Kraftausdauer am Berg zu stählen. Ich freue mich jetzt eher auf die ruhigen Ausdauereinheiten und das spaßige Crossradfahren im Matsch, da fällt mir der erste Schritt wirklich leicht.

Sport ist Mord – klar, für Euch Untrainierten sogar ganz sicher! Für uns Triathleten ist er ein Ventil, ein Projekt, Faszination, Ausgleich, Fitness, …

Gut Ding will Weile haben – aber meine Wettkampfzeit nicht! Basta!

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Erste Buchrezension als Video

Heute habe ich mal ein neues Format ausprobiert. Es gibt so viele interessante Bücher für uns Ausdauersportler. Und als ich dann das Buch meines Vereinskameraden Johann Maria Lendner in die Finger bekam, juckte es mich dazu eine Video-Besprechung auf Video zu bannen. Hier also der erste Versuch.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Kritiken…

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10 KM Stadtlauf Germering – aus der Mücke einen Elefanten machen

Mücken sind kleine fiese Biester. Sie umschwirren einen mit unangenehmen Summen und pieksen immer wieder. So eine kleine nervende Angelegenheit waren für mich auch die 4 Sekunden, die mich beim Stadtlauf München von meinem Ziel trennten. Unter 40 Minuten!

Die 4 Sekunden haben mich so genervt, dass ich zwei Wochen später beim Stadtlauf Germering an den Start gegangen bin.

Was soll ich noch groß drumherum reden: Es hat wieder nicht geklappt. Und dieses Mal ganz klar nicht. Statt sub 40 zu kommen, habe ich mich quälen müssen und bin mit 42:22 ins Ziel gekommen.

Ausreden gab es dabei nicht: Ich hatte sogar einen Hasen dabei, der Laufen kann, wie ein Uhrwerk, der extra wegen mir da war (danke, Klaus, weiß ich

wirklich zu schätzen). Sogar mein Trainer war dabei, hatte noch gute Tipps parat. Und fats alle meine Laufkollegen. Beste Voraussetzungen.

Es half alles nichts… Versagen auf ganzer Linie: Physisch habe ich einfach schwer nachgelassen, psychisch konnte ich mich nicht zu positivem Denken mehr bewegen.

Und wisst Ihr was? Das alles ist gut so!

Deutlich kann mir mein Körper nicht mehr erklären, dass die Saison vorbei ist. Ich bin nicht knapp gescheitert, sondern klar und deutlich. Die Saison 2010 war wirklich lang und auch erfolgreich – Marathon, Mitteldistanz, mehrere Kurzdistanzen – darunter Schliersee… jetzt ist es gut. Pause!

Aus der Mücke von 4 Sekunden ist ein Elefant geworden. Elefanten sind gemütliche Tiere…

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10 KM-Wettkampf in München: Knapp daneben ist doppelt ärgerlich

Ironman Hawaii. Mit großer Eskorte und viel Anfeuerung schwimmt die ältere Frau die letzten Meter im Meer, ehe sie auf die Treppe wankt. Dort nimmt sie ein Helfer in Empfang, flüstert ihr einige Worte ans Ohr – die Frau bricht weinend auf der Treppe zusammen. 24 Sekunden hatte sie sich auf die 3,8 Kilometer zu viel Zeit gelassen. Ihr Rennen war hier zu ende.

Knapp daneben ist eben auch vorbei, denke ich mir. Wie wahr…

Mein Ziel für den nächsten Tag ist weniger spektakulär als ein Ironman. Es sollen endlich die vermaledeiten 40 Minuten auf 10 Kilometer Laufen fallen. Das Rennen in München während des Marathons ist dazu bestens geeignet – 10.10.2010 die 10 Kilometer. Der Kurs ist flach, lässt viel Platz und führt über die Leopoldstraße, wo ich wohne. Wann, wenn nicht jetzt?

Ja wann? Denn am Ende steht eine Netto-Zeit von 40:03 Minuten zu buche. Knapp daneben eben. Mund abputzen weitermachen? Könnte man tun, aber ich will mich erst noch richtig ärgern. Bitte, lieber Leser, schnippe viermal gemächlich mit der Hand – das sind vier Sekunden. Lächerlich!

Knapp daneben, das ist für mich eben doppelt ärgerlich. Wären es zwei Minuten gewesen, dann wäre klar gewesen: Die Saison war lang und die Luft war raus. Aber s

o frage ich mich ständig: Wo habe ich die Zeit liegen lassen. Vier Sekunden!

Die Antwort weiß ich schon: Am Start habe ich mich mal wieder zu weit hinten angestellt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass vor mir noch so viele schleichende Staffel-Läufer unterwegs waren. Die musste ich nach dem Startschuss alle mühsam überholen. Und dann: Auf der Franz-Joseph-Straße habe ich keine Kilometerschilder gesehen. Hier ist es passiert, dass ich 12:28 gebraucht habe für drei Kilometer. Also ich das dann auf der Uhr gesehen habe, konnte ich den Rückstand kaum noch aufholen. Davor und danach lag ich auf Plan oder leicht darüber.

Mit “knapp daneben” nun die Saison beenden? Ich hadere noch. Vielleicht doch noch in zwei Wochen in Germering starten? Oder lieber die Saison abhaken, neu aufbauen? Schließlich kann eine solch kleine Niederlage nach einer guten Saison Ansporn für nächstes Jahr geben, vielleicht sogar die kommenden Akzente bestimmen.

Der alten Frau beim Ironman jedenfalls bleibt nicht viel anderes übrig. Sie hat sicherlich keine zweite Chance in der Saison ihren Traum zu verwirklichen. Wer weiß, ob sie nächstes Jahr wieder starten kann oder darf. Traurig für sie…

Knapp daneben ist halt einfach verdammt ärgerlich.

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Garmin Alpentriathlon 2010 – eiskalt am Berg

Inhalte der Starttüte des garmin Alpentriathlon 2010

Inhalte der Starttüte des Garmin Alpentriathlon 2010

Zum Ausklang der Triathlon-Saison habe ich mir noch einmal ein echtes Schmankerl ausgesucht: Den Garmin Alpentriathlon 2010. Eine Kurzdistanz – aber die Zahlen 1,5 – 40 – 10 (Distanzen Schwimmen – Radfahren – Laufen in Kilometer) klingen da wenig spektakulär. Besser charakterisiert dieser Zahlendreiklang diesen Triathlons vom Schliersee zum Spitzingsee:

14,8 – 840 – 1.300

14,8 Grad Wassertemperatur hatte der Schliersees. Neoprenanzug war Pflicht, ein Grad weniger und es wäre ein Duathlon geworden.

840 Höhenmeter hatten die Triathleten beim Radfahren zu überwinden.

1.300 Teilnehmer aus 29 Nationen gingen in sieben Gruppen an den Start. Für eine Kurzdistanz eine beachtliche Zahl.

Mein Wettkampf

Den Alpentriathlon wieder zu bestreiten, das war eine Entscheidung zugunsten der Berge. Wenigstens ein Rennen in diesem Jahr wollte ich meiner roten Göttin gönnen, nicht dem Zeitfahrrad. Zudem wollte ich noch die Rest-Form ausschöpfen.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Die Form war schon stark erschöpft. Zwar habe ich im Training noch einmal aufgesattelt, aber zwei Tage vor dem Wettkampf fuhren mir nachts Krämpfe ins Bein. Ein Zeichen, dass es mit dieser Saison einfach getan war…

Trotzdem: Auch bei unfreundlichem Wetter stehe ich um kurz vor zwölf Uhr am Schliersee. Eingeschwommen habe ich mich nicht. Ein Tipp meines Trainers: Bei solchen Temperaturen an Land aufwärmen, dann volle Kanne Start im kalten Wasser. Grund: So kühlt man beim Warten auf den Start nicht aus. Und es funktioniert! Nach dem Startschuss lasse ich die meisten Schwimmer hinter mir, um die Wassertemperatur mache ich mir dabei kein Sorge, das hohe Tempo zu Beginn macht mich warm genug. Außerdem habe ich gerade anderes zu tun: Orientieren zum Beispiel. Allerdings haben wir im Training auch solche schnellen Starts oft geübt.

Wechsel verpatzen – so geht's

Nach rund 26 Minuten entsteige ich den Fluten und renne zur Wechselzone. Und hier lasse ich so richtig Zeit liegen. Da es kalt ist, hatte ich mir Ärmlinge, Radhandschuhe und Socken bereit gelegt. Netter Versuch! Ich komme in nichts rein. Zum einen sind meine Hände eiskalt, so dass ich kaum etwas greifen kann, zum anderen lässt die Nässe jeglichen Stoff sofort an der Haut kleben. Die Lektion hätte ich

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doch bereits vom Ferropolis mitnehmen können. So dauert es fast vier Minuten in der Wechselzone eins und noch während des Herauslaufens zerre ich mit dem Mund an den Handschuhe und den Ärmlingen. Die Radsocken musste ich liegen lassen.

Auf der Radstrecke

Es rächt sich schnell, dass ich die Socken nicht angezogen habe. Meine Füße spüre ich während der nächsten 40 Kilometer gar nicht mehr. Hauptsache die Beine wollen. Doch auch die fühlen sich nicht so geschmeidig an, wie im Training. Ich wollte ja oft im Wiegetritt anschieben. Doch die Waden, in die eben die Krämpfe Donnerstag gefahren sind, zeigen sich dabei wenig gnädig. Die ersten Anstiege fahre ich daher noch im Sitzen, erst später kann ich in den Wiegetritt.

Über die Strecke gibt es sonst wenig zu sagen. Ich kenne sie sehr gut, achte dort auf gefahren, kenne die Anstiege. So verläuft alles nach Plan bis zum Spitzingsattel. Kurz vorher überholt mich noch Blogger-Kollege Rainer, dem ich derzeit weder beim Radfahren, noch beim laufen das Wasser reichen kann. Chapeau!

MRRCler beim Alpentriathlon

MRRCler beim Alpentriathlon

Auch zur Auffahrt zum Sattel kann ich nur bemerken. Es geht gut, aber nicht besser als 2008.

Laufen

2010 sicherlich für mich ein Jahr des Laufens. Stilistisch und auch auch von der Zeit habe ich mich hier gut verbessert. Nicht zu vergessen: Ich habe 2010 meinen ersten Marathon absolviert.

So hoffe ich auf einen deutlichen Sprung bei der Zeit rund um den Spitzingsee. Doch Wehe! Zwar verläuft der zweite Wechsel gut, aber meine Zehen spüre ich erst nach drei Kilometern wieder. Keine gute Voraussetzung für eine Top-Zeit. Dafür merke ich recht bald, dass sich Krämpfe ankündigen – überall am Bein. Die Kälte, die hinter mir liegende Saison, die Auffahrt zum Spitzingsattel – sie alle fordern jetzt Tribut. Ich muss rausnehmen um anzukommen.

Fazit – Gutes und Schlechtes

Was war gut? Zum einen konnte ich mein Schwimm- und Laufzeit zumindest leicht verbessern, die Radzeit blieb gleich. Eine große Verbesserung: Ich konnte dieses Mal im Ziel sofort den Kaiserschmarrn zu mir nehmen, mir war nicht schlecht wie im Jahr 2008.

Es bleibt aber, dass ich unter meinen Möglichkeiten gelaufen bin, dass ich beim Radfahren mehr vor hatte und den ersten Wechsel versaut habe.

Nächstes Jahr findet der Alpentriathlon dann wieder mitten in der Saison statt, habe ich gehört. Vielleicht greife ich da erneut an…

Meine Zeiten:
Gesamt: 2:48:41
Schwimmen: 26:47 – Radfahren: 1:35:38 – Laufen: 46:15

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4. Glonner / Kastenseeoner 1/10 Triathlon – ein Bericht

Dieser Triathlon ist anders. Nichts deutet auf die übliche Hektik einer kommerziell organisierten Veranstaltung hin. Alles ist familiär, läuft ruhig ab – Wettkampfrichter sucht man vergeblich. Check in an der Wechselzone? Nicht nötig. Einfach mal in Ruhe Triathlon machen – ohne das große Drumherum. Und ohne großen Preis: Nur rund 10 Euro kostet der Fahrschein für die 400 Meter Schwimmen, 17 Kilometer Radfahren und 4 Kilometer Laufen.

Blick auf den Kastensee

Blick auf den Kastensee, überschwemmte Terrasse

In den Tagen vor dem Wettkampf hatte es tüchtig geregnet. Die Wassermassen ließen den Kastensee nicht nur über die Ufer treten. Der See war zudem saukalt – 17 Grad mussten die Schwimmer tolerieren. Die Mutigen unter ihnen hatten nicht einmal einen Neopreanzug an.

Kleine Besonderheit noch: Der Ausstieg des Sees war kein flacher Aufgang. An drei Leitern mussten sich die Triathleten aus dem See hangeln – mit klammen Fingern. Durch matschige und glitschige Wiese ging es dann zum ersten Wechsel. Aufpassen, nicht ausrutschen.

Wie gesagt: Dieser Triathlon ist anders. Mit dem Renner oder gar einem Zeitfahrrad braucht man gar nicht erst aufkreuzen. Mountainbike, ja. Crosser, möglich. Tourenrad, klar. Die Strecke führte über Waldwege mit Schotterpassagen, genauso wie über asphaltierte Straßen. Zwischendurch gab es durchaus den ein oder anderen Anstieg zu bewältigen, gefährlicher waren jedoch die Abfahrten, an deren Ende allzuoft eine rutschige Kurve lauerte.

Kastensee Ausstieg

Nur über Leitern konnten die Triathleten aus dem Wasser kommen

Alle Teilnehmer waren vorher eindringlich gewarnt worden. Und soweit ich weiß, kam auch niemand zu schaden. Denn allzu viel Ehrgeiz war bei diesem Spaß sowieso fehl am Platz.

Nach dem Radfahren der zweite Wechsel. Dann auf die matschige Laufstrecke durch den Wald. Auch hier: Rutschgefahr und einige Hügel. Aber auch hier: Spaß im Schlamm.

Dass es eben eine Veranstaltung zum Genießen war, zeigte am Ende auch meine Platzierung. Normalerweise unter “ferner liefen…” belegte ich den sechsten Platz. Insgesamt hatte ich sogar weniger als eine Stunde für die Strecke gebraucht. Vereinskollegin Sonja schaffte es gar auf Rang eins bei den Damen (Glückwunsch!).

Fazit: Dieser kleine Triathlon ist einfach nur Vergnügen. Er ist ein perfekter Ausklang der Saison (allerdings nicht für mich: Alpentriathlon). Und ich denke, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde.

Challenge Roth 2010 – Staffelteilnahme mit Marathon

Die erste wichtige Zeit im Zusammenhang mit meinem  ersten Marathon lautet: 00:00 – Null Stunde und Null Minuten Schlaf in der Nacht zuvor. Grund war die Hochzeitsgesellschaft im Gasthof Grüner Baum in Kornburg. Die nämlich machte Lärm bis nachts um Zwei und anschließen wurde noch abgebaut und aufgeräumt bis vier Uhr. Super!

Seit einem dreiviertel Jahr bereitete ich mich auf den ersten Marathon vor und dann vermiest mir eine schlechte Alleinunterhalterkapelle den Start (der Sänger konnte wirklich nicht singen!). Gemerkt: Nächstes Mal gehen wir vor so einem wichtigen Rennen ins Hilton. Ruhe ist mit Geld nicht aufzuwiegen bei dem Invest, den meine Freundin und ich für die Staffelteilnahme bei der Team Challenge in Roth bereits geleistet haben. Und der Gasthof, der mehrere Triathleten beherbergte, dürfte diese auch nächstes Jahr nicht mehr sehen.

Meine Freundin Katrin ist die Schwimmerin der Staffel, Siggi fährt Rad, ich laufe den Marathon. Alle zusammen wollen wir die Atmosphäre dort genießen. Katrin legt mit 1:20 auch eine gute Schwimmzeit vor, während ich mir die verschiedenen Schwimmstile im Kanal ansehe. Da gibt s alles: Einige wollen das Wasser durch Handauflegen heilen, andere zerteilen die fluten mit der Handkante, wieder andere schwimmen so genial gut, dass mir die Kinnlade runterklappt.

Damit wir Bescheid wissen, wann wir wo sein müssen, haben wir uns den SMS-Ergbnis-Dienst für 10 Euro gebucht. Leider sind kaum SMS zu uns durchgekommen, so dass ich sicherheitshalber schon mit einer angenommenen Zeit von 5 Stunden in der Staffelwechselzone zwei auf Siggi warte. fatal, denn am Anfang bin ich noch aufmerksam, doch dan beginne ich mit den anderen Teilnehmern zu quatschen und verpasse prompt meinen Einsatz. Die Staffelwechselzone Rad auf Lauf ist Comedy pur. da gibt s fahrer, die ihren Läufer fast umgrätschen, da werden Klapse auf den Hintern des ankriechenden Radfahrers verteilt, da laufen Radfahrer minutenlang suchend durch die Zone. Wunderbar. prompt verpasse ich Siggi, kostet aber nur ein paar Sekunden.

Mein Marathon

Also auf! Müdigkeit hin oder her, heut gilts. Den ersten Kilometer absolviere ich mit 4:11. Ich bremse mich ein wenig auf ein Tempo um 4:40 auf den nächsten Kilometern. Ich will nicht überzocken. Bis Kilometer 15 duelliere ich mich ein wenig mit einem andere Staffel-Läufer, ehe ich ihn ziehen lasse – der Kampf hätte mich verheizt. Den Kilometer 21,5 erreiche ich mit 1:42:13 – das ist ganz gut. Nun aber frage ich mich, ob ich nicht sicherheitshalber das Tempo drosseln soll. Kräfte sparen.

Beim ersten Marathon fehlt einem einfach die Erfahrung: Was kann ich? Wann muss ich runter vom Gas? Was passiert ab Kilometer 30?

So muss ich als Anfänger wählen: Gehe ich es defensiv an? Nummer sicher, aber nicht wissen, was tatsächlich drinnen gewesen wäre? Oder aggressiv: Weiter das Tempo halten – mit dem Risiko am Ende des Tages lauter weise Läufer-Sprüche über das Überzocken zu hören.

Ich entscheide mich für aggressiv. Lieber lerne ich beim ersten Marathon meine Grenzen gleich kennen.

Tatsächlich lässt mein Tempo automatisch etwas nach, auch da es in der zweiten Hälfte einige Hügel zu erklimmen gilt. Dennoch: Die Entscheidung war richtig! Ich bleibe am Ball.

Ab Kilometer 30 aber beginnt sich der Kopf mit dem “Mann mit dem Hammer” zu beschäftigen. Wann wird er kommen, wie wird er auftreten?

Irgendwann begreife ich, dass sich die Grübelei nicht lohnt. Entweder er kommt, oder nicht. Basta! Weiterlaufen!

Tatsächlich lässt er sich auch nicht blicken, er hat mich wohl in der Masse der Läufer übersehen. Hart wird es gegen Ende dennoch. Ich tröste mich mit dem Spruch meines Trainers: “Die letzten acht Kilometer läufst Du eh mit dem Kopf!” Das tue ich, nur über denken und Wollen. Es gelingt mir auch noch auf den letzten Abschnitten Tempo zuzulegen. Ich bin mittlerweile sicher, die 3:30 zu knacken.

Letzte Meter: Katrin und Siggi warten, wir laufen gemeinsam ein. Ich bin glücklich. Gleichzeitig aber wächst mein Respekt vor all denen, die heute mehr als den Marathon absolviert haben. Vielleicht wird auch für mich bald an der Reihe sein? Aber das hat noch Zeit …

1. Highwayman Triathlon Fürth – Jedermanndistanz

Zielankunft Highwayman Triathlon Fürth

Zielankunft Highwayman Triathlon Fürth - Foto: Andreas Goldmann

Hoppla! Er strömt ja doch, der Main Donau Kanal. Und wie! Mühsam paddeln wir hinter der Startleine, die das Kanu vor uns spannt, gegen die Strömung an, versuchen unseren Platz in der 25 Grad warmen Plörre zu halten, treten dabei den Nebenmann. Andere haben schon aufgegeben, klammern sich mit den Fingern in die Kai-Mauer – denn der Start verzögert sich. Denkbar ungünstig! Alle Starter der ersten Startgruppe ermüden schon vorher. Minuten verstreichen. Die Strömung wird sogar noch stärker, anscheinend hängt das mit der Schleuse weiter oben zusammen.

Endlich geht es los, erstmal mit der Strömung… die meisten Schwimmer haben freiwillig auf den Neoprenanzug verzichtet. Nur einige ganz schnelle wollen auf den Tempo-Vorteil im Wasser nicht verzichten. Bei der Jedermanndistanz herrscht kein Neoverbot, wohl aber bei den Kurzdistanzlern, die nach uns starten.

Noch nie sind mir läppische 750 Meter so zäh vorgek

Hitze: Eingegangen beim Marathon-Training

So, jetzt hat es mich also auch mal erwischt. Trotzdem ich viel getrunken habe (wohl nicht genug) und ich bereits gut trainiert habe, bin ich am Samstag beim Training eingegangen wie eine trockene Priemel.

34 Kilometer mit Endbeschleunigung der letzten acht auf Wettkampf-Tempo. So der Plan. Aus der Beschleunigung wurde dann aber eine Entschleunigung. Und nie musste ich mit acht lausigen Kilometern so kämpfen.

Zum Schluss hin wollte ich nur noch ankommen. Wollte nur noch nicht verrecken im Englischen Garten. Mir war schon nicht mehr heiß, sondern es wurde langsam wieder kalt – Anzeichen für das Zusammenklappen des Kreislaufs.

Das Desaster h

at noch einen schlimmen Nachteil: Es war das letzte große Training vor dem Marathon in zwei Wochen. Mit dem Gefühl des Scheiterns in den Wettkampf? Keine gute Sache.

So bleibt mir also nur daraus zu lernen: Bei der Hitze muss an Flüssigkeit einfach rein, was nur geht. Mein Trainer sagte mir im “Kopf-hoch-Gespräch”, dass die Triathleten auf Hawaii bis zu 15 Liter zu sich nehmen während des Wettkampfs. Klar: Hyperhydrieren darf man auch nicht, aber konstant zutrinken und eventuell Salztabletten einwerfen – das hätte sicherlich dieses Desaster am Samstag verhindern können.

Ansonsten hoffe ich, dass in Roth das Wetter nicht ganz so heiß ist.

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Rothsee Triathlon 2010

Die Premiere des neuen Rothsee-Triathlons vor einem Jahr durfte ich nur als Zuschauer mitverfolgen. Umso heißer war ich diesmal darauf selbst zu starten.

Der Rothsee-Triathlon ist für mich nämlich einer der schönsten; es ist einer, bei dem ich fast immer teilnehme. Einer, der mein Comeback nach dem Sturz gesehen hat; einer, bei dem ich zum ersten Mal meiner Freundin begegnet bin.

Also auf zum Rothsee! Start ist in mehreren Gruppen. Gute Idee, denn es tummeln sich bisweilen um die tausend Starter auf der Strecke. Durch die Startgruppen entzerrt man das Feld und verhindert allzu hässliche Prügeleien im Wasser.

Großes Lob für den Bojen im See: Man kann fast nicht falsch schwimmen! Warum mich dann der Nebenmann immer abdrängen will? Er scheint das mit dem “auf ein Ziel zu schwimmen” nicht wirklich geübt zu haben.

Mit einer Zeit um die 25 Minuten komme ich aus dem Wasser – das ist ok. Der Wechsel verläuft glatt und schnell. Derweil wird es immer heißer. Um die 30 Grad werden noch erwartet.

Die Radstrecke ist hügelig, es gibt doch einige Höhenmeter zu überwinden. Das kommt mir eher entgegen, denn mit meinen knapp 62 Kilo bin ich nicht der perfekte Zeitfahrer auf flachen Terrain. Am Ende wird die Zeit 1:16:31 stehen, aber inklusive der beiden Wechsel.

Mit einem 32er Schnitt rolle ich auf die Wechselzone zu. Springe vom fahrenden Rad, direkt vor dem Wechselbalken – und fahre dabei fast in eine Mutter mit Kind, die meinte, sie könne da ja rasch über die Strecke queren. Manchmal frage ich mich schon, wie dumm Menschen sind. Absperrungen werden nicht umsonst gemacht!

Egal! Der Wechsel verläuft wirklich gut und zügig. Auf die Laufstrecke. Jetzt wird es doch unangenehm heiß. Kaum Schatten auf der Strecke, ähnlich wie beim Ferropolis vor drei Wochen. Zweimal müssen die Triathleten die 5 Kilometer laufen – auf einer Schleife haben die Veranstalter jeweils drei Verpflegungsstellen mit Wasser oder Iso eingebaut. Respekt! Die Orga hier hat alles gut im Griff.

Was zur Sonne aber noch dazu kommt: Die Laufstrecke geizt nicht mit saftigen Anstiegen. Vom Damm des Sees aus muss man bergab, später muss man den Höhenunterschied wieder wett machen. Viele Teilnehmer müssen bergauf gehen – zu wenig Training, zu viel Hitze!

Bei mir läuft es jedoch gut, die Distanz macht mir im derzeitigen Marathon-Training nichts aus. Allerdings fehlen mir natürlich die Tempospitzen. So komme ich mit 43:27 ins Ziel und lass es mir beim reichhaltigen Kuchenbuffet wirklich gut gehen.

Fazit: Die Orga, die Atmosphäre, der Veranstaltungs-Ort – all das macht den Rothsee-Triathlon zu einem Top-Wettkampf. Großes Lob an die Leitung und die Helfer! Danke!

Aber ein bisschen Kritik (ganz wenig) mag ich dennoch anbringen. Zwei Sachen:

1. Ich finde es unklug, dass die Tüten mit den Neos auf die Wärmekleidung gelegt werden. Meine Schuhe im Zielbeutel waren patschnass. Bitte trennt das doch.

2. Das Abholen der Räder gleicht dem Ostereier suchen: Die Helfer nehmen den Triathleten das Rad ab und sortieren es der Ankunftszeit nach ein. Aber sorry: Die haben die wenigsten von uns gewusst.

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