Challenge Roth 2010 – Staffelteilnahme mit Marathon

Die erste wichtige Zeit im Zusammenhang mit meinem  ersten Marathon lautet: 00:00 – Null Stunde und Null Minuten Schlaf in der Nacht zuvor. Grund war die Hochzeitsgesellschaft im Gasthof Grüner Baum in Kornburg. Die nämlich machte Lärm bis nachts um Zwei und anschließen wurde noch abgebaut und aufgeräumt bis vier Uhr. Super!

Seit einem dreiviertel Jahr bereitete ich mich auf den ersten Marathon vor und dann vermiest mir eine schlechte Alleinunterhalterkapelle den Start (der Sänger konnte wirklich nicht singen!). Gemerkt: Nächstes Mal gehen wir vor so einem wichtigen Rennen ins Hilton. Ruhe ist mit Geld nicht aufzuwiegen bei dem Invest, den meine Freundin und ich für die Staffelteilnahme bei der Team Challenge in Roth bereits geleistet haben. Und der Gasthof, der mehrere Triathleten beherbergte, dürfte diese auch nächstes Jahr nicht mehr sehen.

Meine Freundin Katrin ist die Schwimmerin der Staffel, Siggi fährt Rad, ich laufe den Marathon. Alle zusammen wollen wir die Atmosphäre dort genießen. Katrin legt mit 1:20 auch eine gute Schwimmzeit vor, während ich mir die verschiedenen Schwimmstile im Kanal ansehe. Da gibt s alles: Einige wollen das Wasser durch Handauflegen heilen, andere zerteilen die fluten mit der Handkante, wieder andere schwimmen so genial gut, dass mir die Kinnlade runterklappt.

Damit wir Bescheid wissen, wann wir wo sein müssen, haben wir uns den SMS-Ergbnis-Dienst für 10 Euro gebucht. Leider sind kaum SMS zu uns durchgekommen, so dass ich sicherheitshalber schon mit einer angenommenen Zeit von 5 Stunden in der Staffelwechselzone zwei auf Siggi warte. fatal, denn am Anfang bin ich noch aufmerksam, doch dan beginne ich mit den anderen Teilnehmern zu quatschen und verpasse prompt meinen Einsatz. Die Staffelwechselzone Rad auf Lauf ist Comedy pur. da gibt s fahrer, die ihren Läufer fast umgrätschen, da werden Klapse auf den Hintern des ankriechenden Radfahrers verteilt, da laufen Radfahrer minutenlang suchend durch die Zone. Wunderbar. prompt verpasse ich Siggi, kostet aber nur ein paar Sekunden.

Mein Marathon

Also auf! Müdigkeit hin oder her, heut gilts. Den ersten Kilometer absolviere ich mit 4:11. Ich bremse mich ein wenig auf ein Tempo um 4:40 auf den nächsten Kilometern. Ich will nicht überzocken. Bis Kilometer 15 duelliere ich mich ein wenig mit einem andere Staffel-Läufer, ehe ich ihn ziehen lasse – der Kampf hätte mich verheizt. Den Kilometer 21,5 erreiche ich mit 1:42:13 – das ist ganz gut. Nun aber frage ich mich, ob ich nicht sicherheitshalber das Tempo drosseln soll. Kräfte sparen.

Beim ersten Marathon fehlt einem einfach die Erfahrung: Was kann ich? Wann muss ich runter vom Gas? Was passiert ab Kilometer 30?

So muss ich als Anfänger wählen: Gehe ich es defensiv an? Nummer sicher, aber nicht wissen, was tatsächlich drinnen gewesen wäre? Oder aggressiv: Weiter das Tempo halten – mit dem Risiko am Ende des Tages lauter weise Läufer-Sprüche über das Überzocken zu hören.

Ich entscheide mich für aggressiv. Lieber lerne ich beim ersten Marathon meine Grenzen gleich kennen.

Tatsächlich lässt mein Tempo automatisch etwas nach, auch da es in der zweiten Hälfte einige Hügel zu erklimmen gilt. Dennoch: Die Entscheidung war richtig! Ich bleibe am Ball.

Ab Kilometer 30 aber beginnt sich der Kopf mit dem “Mann mit dem Hammer” zu beschäftigen. Wann wird er kommen, wie wird er auftreten?

Irgendwann begreife ich, dass sich die Grübelei nicht lohnt. Entweder er kommt, oder nicht. Basta! Weiterlaufen!

Tatsächlich lässt er sich auch nicht blicken, er hat mich wohl in der Masse der Läufer übersehen. Hart wird es gegen Ende dennoch. Ich tröste mich mit dem Spruch meines Trainers: “Die letzten acht Kilometer läufst Du eh mit dem Kopf!” Das tue ich, nur über denken und Wollen. Es gelingt mir auch noch auf den letzten Abschnitten Tempo zuzulegen. Ich bin mittlerweile sicher, die 3:30 zu knacken.

Letzte Meter: Katrin und Siggi warten, wir laufen gemeinsam ein. Ich bin glücklich. Gleichzeitig aber wächst mein Respekt vor all denen, die heute mehr als den Marathon absolviert haben. Vielleicht wird auch für mich bald an der Reihe sein? Aber das hat noch Zeit …

1. Highwayman Triathlon Fürth – Jedermanndistanz

Zielankunft Highwayman Triathlon Fürth

Zielankunft Highwayman Triathlon Fürth - Foto: Andreas Goldmann

Hoppla! Er strömt ja doch, der Main Donau Kanal. Und wie! Mühsam paddeln wir hinter der Startleine, die das Kanu vor uns spannt, gegen die Strömung an, versuchen unseren Platz in der 25 Grad warmen Plörre zu halten, treten dabei den Nebenmann. Andere haben schon aufgegeben, klammern sich mit den Fingern in die Kai-Mauer – denn der Start verzögert sich. Denkbar ungünstig! Alle Starter der ersten Startgruppe ermüden schon vorher. Minuten verstreichen. Die Strömung wird sogar noch stärker, anscheinend hängt das mit der Schleuse weiter oben zusammen.

Endlich geht es los, erstmal mit der Strömung… die meisten Schwimmer haben freiwillig auf den Neoprenanzug verzichtet. Nur einige ganz schnelle wollen auf den Tempo-Vorteil im Wasser nicht verzichten. Bei der Jedermanndistanz herrscht kein Neoverbot, wohl aber bei den Kurzdistanzlern, die nach uns starten.

Noch nie sind mir läppische 750 Meter so zäh vorgekommen, ich steige nach 14:42 Minuten aus dem Wasser. Eine miese Zeit. Aber die kann ich ja jetzt auf der Autobahn wieder wettmachen. Die Radstrecke ist wirklich gut abgesperrt, es gibt kaum Gefahrenstellen – allerdings sind doch recht wenige Streckenposten aufgestellt. Das macht etwas nervös.

Die Autobahn ist natürlich gemacht für das Zeitfahren. Fünf Runden drehe ich, ehe ich nach 38:50 Minuten (34er Schnitt, es waren etwas mehr als 20KM) in die zweite Wechselzone fahre. Beim schnellen Absteigen vom Rad überhole ich noch einen vor mir – prima.

Die Temperatur steigt mittlerweile – ich freue mich auf die 5 Kilometer Laufstrecke durch den Fürther Stadtwald – hier bin ich aufgewachsen, ich kenne das Terrain. Und so habe ich auch wirklich Spaß am Rennen. Es sind kaum andere Läufer unterwegs bisher, einen vor mir kassiere ich noch. Dann komme ich mit einer Laufzeit von 21:43 und einer Gesamtzeit von 1:15:15 ins Ziel, Platz 27 von 252. Wäre nur das vermaledeite Schwimmen nicht gewesen!

Fazit: Ein schöner Triathlon! Leichte Kinderkrankheiten bei der Orga (mehr Streckenposten, Verzögerung beim Start, ausfallende Mikros, …), aber das wird am nächsten Jahr sicherlich behoben sein. Es bleibt der Eindruck fränkischer Freundlichkeit und einer schönen Strecke. Mir hat es Spaß gemacht in der Heimat.

Hitze: Eingegangen beim Marathon-Training

So, jetzt hat es mich also auch mal erwischt. Trotzdem ich viel getrunken habe (wohl nicht genug) und ich bereits gut trainiert habe, bin ich am Samstag beim Training eingegangen wie eine trockene Priemel.

34 Kilometer mit Endbeschleunigung der letzten acht auf Wettkampf-Tempo. So der Plan. Aus der Beschleunigung wurde dann aber eine Entschleunigung. Und nie musste ich mit acht lausigen Kilometern so kämpfen.

Zum Schluss hin wollte ich nur noch ankommen. Wollte nur noch nicht verrecken im Englischen Garten. Mir war schon nicht mehr heiß, sondern es wurde langsam wieder kalt – Anzeichen für das Zusammenklappen des Kreislaufs.

Das Desaster hat noch einen schlimmen Nachteil: Es war das letzte große Training vor dem Marathon in zwei Wochen. Mit dem Gefühl des Scheiterns in den Wettkampf? Keine gute Sache.

So bleibt mir also nur daraus zu lernen: Bei der Hitze muss an Flüssigkeit einfach rein, was nur geht. Mein Trainer sagte mir im “Kopf-hoch-Gespräch”, dass die Triathleten auf Hawaii bis zu 15 Liter zu sich nehmen während des Wettkampfs. Klar: Hyperhydrieren darf man auch nicht, aber konstant zutrinken und eventuell Salztabletten einwerfen – das hätte sicherlich dieses Desaster am Samstag verhindern können.

Ansonsten hoffe ich, dass in Roth das Wetter nicht ganz so heiß ist.

Rothsee Triathlon 2010

Die Premiere des neuen Rothsee-Triathlons vor einem Jahr durfte ich nur als Zuschauer mitverfolgen. Umso heißer war ich diesmal darauf selbst zu starten.

Der Rothsee-Triathlon ist für mich nämlich einer der schönsten; es ist einer, bei dem ich fast immer teilnehme. Einer, der mein Comeback nach dem Sturz gesehen hat; einer, bei dem ich zum ersten Mal meiner Freundin begegnet bin.

Also auf zum Rothsee! Start ist in mehreren Gruppen. Gute Idee, denn es tummeln sich bisweilen um die tausend Starter auf der Strecke. Durch die Startgruppen entzerrt man das Feld und verhindert allzu hässliche Prügeleien im Wasser.

Großes Lob für den Bojen im See: Man kann fast nicht falsch schwimmen! Warum mich dann der Nebenmann immer abdrängen will? Er scheint das mit dem “auf ein Ziel zu schwimmen” nicht wirklich geübt zu haben.

Mit einer Zeit um die 25 Minuten komme ich aus dem Wasser – das ist ok. Der Wechsel verläuft glatt und schnell. Derweil wird es immer heißer. Um die 30 Grad werden noch erwartet.

Die Radstrecke ist hügelig, es gibt doch einige Höhenmeter zu überwinden. Das kommt mir eher entgegen, denn mit meinen knapp 62 Kilo bin ich nicht der perfekte Zeitfahrer auf flachen Terrain. Am Ende wird die Zeit 1:16:31 stehen, aber inklusive der beiden Wechsel.

Mit einem 32er Schnitt rolle ich auf die Wechselzone zu. Springe vom fahrenden Rad, direkt vor dem Wechselbalken – und fahre dabei fast in eine Mutter mit Kind, die meinte, sie könne da ja rasch über die Strecke queren. Manchmal frage ich mich schon, wie dumm Menschen sind. Absperrungen werden nicht umsonst gemacht!

Egal! Der Wechsel verläuft wirklich gut und zügig. Auf die Laufstrecke. Jetzt wird es doch unangenehm heiß. Kaum Schatten auf der Strecke, ähnlich wie beim Ferropolis vor drei Wochen. Zweimal müssen die Triathleten die 5 Kilometer laufen – auf einer Schleife haben die Veranstalter jeweils drei Verpflegungsstellen mit Wasser oder Iso eingebaut. Respekt! Die Orga hier hat alles gut im Griff.

Was zur Sonne aber noch dazu kommt: Die Laufstrecke geizt nicht mit saftigen Anstiegen. Vom Damm des Sees aus muss man bergab, später muss man den Höhenunterschied wieder wett machen. Viele Teilnehmer müssen bergauf gehen – zu wenig Training, zu viel Hitze!

Bei mir läuft es jedoch gut, die Distanz macht mir im derzeitigen Marathon-Training nichts aus. Allerdings fehlen mir natürlich die Tempospitzen. So komme ich mit 43:27 ins Ziel und lass es mir beim reichhaltigen Kuchenbuffet wirklich gut gehen.

Fazit: Die Orga, die Atmosphäre, der Veranstaltungs-Ort – all das macht den Rothsee-Triathlon zu einem Top-Wettkampf. Großes Lob an die Leitung und die Helfer! Danke!

Aber ein bisschen Kritik (ganz wenig) mag ich dennoch anbringen. Zwei Sachen:

1. Ich finde es unklug, dass die Tüten mit den Neos auf die Wärmekleidung gelegt werden. Meine Schuhe im Zielbeutel waren patschnass. Bitte trennt das doch.

2. Das Abholen der Räder gleicht dem Ostereier suchen: Die Helfer nehmen den Triathleten das Rad ab und sortieren es der Ankunftszeit nach ein. Aber sorry: Die haben die wenigsten von uns gewusst.

ITT-Ferropolis 2010 – Erfahrungen

Aus, vorbei, meine erste Mitteldistanz im Triathlon ist geschafft. Ausgesucht hatte ich mir ja den ITT Ferropolis in der Nähe von Leipzig. Gereizt hatte mich dabei der faire Preis von 130 Euro (140 Euro bei späterer Anmeldung) und das einzigartige Ambiente einer ehemaligen Tagebau-Grube mit riesigen Stahlbaggern und Förderanlagen.

Hier nun mein kleiner Erfahrungsbericht.

1. Landschaft

Arena ITT Ferropolis 2010

Die (noch leere) Arena des ITT Ferropolis 2010

Die Landschaft bei Oranienbaum und Gräfenhainichen – also rund um das Ferropolis-Gelände – ist angenehm waldig und schön flach. Wie geschaffen für einen schnellen Triathlon. Und zudem auch noch reizvoll für das Auge.

Das Tagebaugebiet Golpa, heute eben die Stadt aus Eisen – Ferropolis – ist als Kulisse eindrucksvoll. Riesige Stahlmonster in einer Betonumgebung mit Blick auf einen spiegelglatten See. Einfach schön und spannend. Definitiv eine Reise wert.

2. Organisation

Der ITT Ferropolis fand 2010 das zweite Mal statt. Das Startgeld von 130 oder 140 Euro klingt angemessen für die Mühe, die der Veranstalter hat. Immerhin muss eine 30 Kilometer lange Strecke für zwei Tage fast durchgehend gesperrt werden.

Insgesamt funktionierte auch alles Wichtige gut: Die Strecken waren gut gesichert und besetzt mit freundlichen Helfern. Es gab ausreichend Verpflegung während des Wettkampfes – die Auswahl war allerdings nicht besonders groß – wer Powerbar nicht verträgt nimmt lieber eigene Gels und Riegel mit.

Für gute Stimmung und Infos sorgte der Moderator, der sich auch bei der Roth Challenge um die Triathlon-Gemeinde kümmert. Die Stimme kommt einem einfach bekannt vor.

Doch es gibt auch gravierende Mängel  bei der Organisation. Der schwerwiegendste: Die Kommunikation. Die Infos auf der Webseite und der Ablauf am Tag selbst etwa deckten sich nur teilweise, wer über das Internet nachfragte bekam zusätzlich Infos, die unklar waren.

ITT Ferropolis auf dem Rad

Auf dem Rad beim ITT Ferropolis 2010

Was zum Beispiel ist ein “Bike-check”? Freundliche Helfer, die die Bremsen nochmal testen? Oder die verbindliche Zeit zum Einstellen des Rades in die Wechselzone? Letzteres. Laut Aussage der Helfer – und das sei nur am Freitag abend möglich. Aber am nächsten Tag durfte man dann doch auch noch einchecken. Heute so, morgen so.

Dann die Sache mit den Aufklebern für die Beutel: Athleten, die die Wettkampfbesprechung verpasst haben, werden sich bis heute Fragen, warum unter “Streetwear” die Radklamotten  gepackt wurden und unter “Bike” die Wärmekleidung. Eine Erklärung gab es dafür nicht einmal bei der Wettkampfbsprechung. Nur den Hinweis, dass man sich nach den Farbcodes der Aufkleber zu richten habe. Punkt, Basta! Wäre es tatsächlich so schwer gewesen zu sagen: “Sorry, wir haben die farbigen Haken an die falschen Ständer gehängt”? Damit wäre alles klar gewesen.

Oder die Anweisung auf dem Unterlagen-Couvert: Tragen Sie die Schwimmhaube so, dass man die Startnummer jederzeit erkennen kann. Welche Startnummer? Die Kappe hatte keine …

In der Starterbroschüre schafften die Veranstalter es, dass bei der olympischen Distanz gar auf einer Seite die Startzeit einmal mit 10 Uhr und zweimal mit 11 Uhr angegeben wurde.

Leider hatte man auch vergessen den Startern vom Sonntag mitzuteilen, dass der Shuttlebus-Transfer zum 3 Kilometer entfernten Parkplatz bereits mittags eingestellt wurde. So saßen dort viele wartend auf einen Bus, der nie kam.

Von diesem Kaliber gab es einige Kommunikations-Fehler. Ich habe beim Start der olympischen Distanz am Wasser noch Leute über drei verschiedene Startzeiten reden hören. Tatsächlich gab es nur eine.

Das klingt alles wenig tragisch. Aber es verunsichert die Athleten einfach – und aufgeregt sind die meisten schon genug.

Hier gehört einfach deutlich nachgebessert.

3. Mein Rennen

Der Wettkampf-Tag fängt nicht so erfolgsversprechend an: “273 – gelbe Karte wegen Fahrens im Wechselgarten!” Da war sie also, meine erste Verwarnung. Was war passiert? Ich hatte mich in der noch ziemlich leeren Wechselzone auf das Rad gesetzt und war 20 Meter gerollt, um zu sehen, ob mich der Strohhalm der Trinkflasche stört. Darf man eben nicht. Nunja, Fußballer lassen sich von einer Gelben auch selten beeindrucken.

Leider dauert es bis 11 Uhr, erst dann kann ich starten: Die Zeit mit Rumhängen zu verbringen, fördert nicht die innere Ruhe. Zudem steigen die Temperaturen immer mehr. Es wird wirklich heiß.

Endlich. Es geht los. Vom Strand ins Wasser rennen und dann Kraulen, was das Zeug hält. 1,9 Kilometer – ein Kinderspiel nach all dem Training. Ich komme mit 33:06 Minuten an. Aber da steckt auch noch das Laufen am Strand mit drin. Ich ärgere mich ein wenig, denn ich habe durch mangelnde Orientierung Zeit liegen lassen. Ich bin frisch und wenig angestrengt.

Wechseln: Auch hier lasse ich Zeit liegen, da ich unbedingt meine Handschuhe beim Radfahren anziehen will. Blöde Idee mit nassen Händen. Nächstes mal streichen! Dann rauf aufs Rad und raus auf die Strecke. Alles läuft gut. Aber auch hier verschenke ich wertvolle Minuten. Ich muss nämlich insgesamt dreimal anhalten um Wasser zu lassen. Was stimmt mit der Ernährung da nicht?

Trotz der Temperaturen um die 30 Grad steige ich noch frisch vom Rad. 2:48:32 habe ich gebraucht. Das ist ok.

ITT Ferropolis 2010 Laufen

Laufen beim ITT Ferropolis 2010

Ab jetzt beginnt die Qual: Die Laufstrecke bietet so gut wie keinen Schatten. Die Luft steht, sie brennt beim Einatmen, kein Lufthauch, der Erleichterung bringt. Auf die Lauftechnik konzentrieren! Entspannen! Die ersten zwei Runden gehen sehr gut. Die dritte auch noch, die vierte Runde wird zur Qual. Ich will unbedingt noch eine Halbmarathonzeit unter 1:45 – und ich schaffe es auch noch knapp: 1:44:56 sagt die Uhr. Bei besserem Wetter wäre mehr drin gewesen. Aber nicht heute.

Im Ziel sackt mir dann prompt der Kreislauf weg. Ich muss mich sogar übergeben – an Zielverpflegung ist nicht zu denken.

Mein Fazit

Der ITT Ferropolis 2010 war eine lohnenswerte Veranstaltung, trotz der wirklich ärgerlichen Mängel in der Kommunikation. Mit meiner Zeit bin ich zufrieden unter den Umständen. Ich weiß nun, dass ich durch schnellere Wechsel, verbesserter Ernährung (weniger trinken?) und bei freundlicherem Wetter auch die 5 Stunden angreifen kann.

Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder einen ITT Ferropolis gibt. Leider bin ich bei der Teilnehmerzahl nicht ganz sicher … falls es einen gibt, werde ich einen neuen Start dort in Erwägung ziehen.

Wettkampf-Hypochonder

Ich oute mich mal: Ich bin ein Wettkampf-Hypochonder! Je näher der Tag meines Saisonhöhepunktes kommt – die Mitteldistanz beim ITT Ferropolis – desto nervöser werde ich. Argwöhnisch beobachte ich meine Kollegen: Hab ich da ein Husten gehört? Ein Niesen – “Du hast Heuschnupfen, oder?” frage ich besorgt. Türklinken fasse ich nur ungern an, sind Bazillen dran! Und U-Bahn-Fahren? Vergiss es! Die beste Garantie auf eine ordentliche Krankheit sind die Haltestangen und Türen öffentlicher Verkehrsmittel. Nicht gewusst?

Dummerweise bestärkt mich meine Umgebung derzeit auch noch. Das dauerkalte Wetter lässt Kollegen um mich herum reihenweise kränkeln, der Flur hustet im Kanon.

Warum ich so empfindlich bin? Ganz einfach: Seit 8 Monaten trainiere ich nur auf diesen einen Tag vor, die Investitionen (Startgebühr, Unterkunft – mal gar nicht zu reden vom neuen Zeitfahrrad) sind ebenfalls nicht gering. Das emotionale Bekenntnis zu diesem einen Tag ist der Wahnsinn. Dabei ist das ja nur eine Mitteldistanz – wie muss es einem angehenden Ironman da gehen?

Nun, hier war mein Outing. Für eine gute Therapie braucht man eine Gruppe mit Menschen, die vom gleichen Symptom betroffen sind. Wie sieht es unter Euch aus? Gibt es unter den Lesern Wettkampf-Hypochonder?

Noch drei Tage bis zum Start. Irgendwie glaube ich gerade ein Kratzen im Hals zu spüren.

Triathlon-Tipps.de bei Netzathleten

Ab dem 1. Juni legt Triathlon-Tipps.de die Display-Anzeigen Vermarktung in die Hände der Netzathleten. Ich hoffe, dass wir es dadurch schaffen, dass auch deutlich sportbezogene Werbung auf der Seite erscheinen. Nicht betroffen davon sind die Adsense-Blöcke in den Texten.

Das Konzept von Netzathleten sieht vor, dass sie viele thematisch sportverwandte Webseiten bündelt und dann als ein Gesamtes vermarktet. Das Konzept gibt es auch bei Modeblogs, zum Beispiel bei Glam oder Brash. Gemeinsam stark.

Ich freue mich jedenfalls sehr über die Zusammenarbeit.

Neue Workshop-Videos gedreht

Drehtag bei RedGo.Tv

Scharfstellen: Martin Goldmann von RedGo.Tv fixiert die Kamera vor meinem Triathlon-Rad

Pfingstmontag: Martin und ich haben die heiße Sonne an diesem Tag gegen die noch heißeren Schweinwerfer im Studio von RedGo.Tv getauscht. Innerhalb eines  halben Tages haben wir drei Workshop-Videos gedreht – zwei zum Thema Renrad-Montage und eines zum Thema Neopren-Anzug pflegen.

Das war bereits der dritte Drehtag, den wir zusammen hatten. Und diesmal war ich eher gelöst, fast schon routiniert. Sogar mit dem Teleprompter konnte ich mich anfreunden.

Als schreibender Redakteur muss ich mich bei den Texten für Videos sehr umstellen. “Sag es noch einfacher” lautet hier die Quintessenz. Und: “Wiederholungen schaden nicht in Videos”. Wieder was gelernt.

Wir haben diesmal darauf geachtet, noch mehr die Workshops in den Vordergrund zu stellen, mich sieht man nur kurz am Anfang und Ende eines Videos – An- und Abmoderation eben.

Das Rohmaterial liegt derzeit beim Schneiden und Bearbeiten. “Post-Production” – das dauert noch etwas.

Sobald die Clips fertig sind, werden wir sie natürlich auf der Webseite veröffentlichen, Ihr könnt sie aber auch auf dem Youtube-Channel von Triathlon-Tipps.de ansehen.

Tipp: Wenn Ihr den Channel abonniert, bekommt Ihr automatisch Bescheid, sobald das erste der drei Videos erscheint.

Die lange Pause – das neue Design

Wow, das war jetzt aber still hier. Warum? Gab es nichts zu erzählen? Doch! Aber ich habe meine Zeit investiert in den Relaunch von Triathlon-Tipps.de.

Relaunch, was heißt das? Drei Dinge haben sich im wesentlichen verändert:

  1. Neuer Server
    Statt bei Hosteurope liegen die Dateien und die Datenbanken – also der gesamte Inhalt – jetzt bei checon. Das ist zwar teurer, dafür kann ich mich mit dem Menschen dort persönlich unterhalten. Das ist eine Konsequenz aus dem einwöchigen Ausfall bei Hosteurope, den mir dieser Provider nicht klar genug erklären konnte.
  2. Neuer Programm-Code
    Die Triathlon-Tipps.de wurde komplett neu programmiert. Für die, die es interessiert: Die Webseite basiert jetzt auf ZEND-Framework.
  3. Neues Design
    Die Farben sind halbwegs gleich geblieben, aber der Aufbau ist nun zwei statt dreispaltig. Weniger Ablenkung, der Leser erkennt die Artikel schneller und besser.

Nun ist das schon seit Anfang März online und äußere mich dazu erst JETZT? Klar. Denn ich habe im Hintergrund noch sehr viel nachgebessert. Und es wird auch noch weitere Arbeit erfordern. Eine Webseite steht nie still.

Nochmal zum Thema Design. Steffi, die mir damals die Grafik für Triathlon-Tipps.de gemacht hat, war auch diesmal mit dabei. Ursprünglich wollte ich das alte Aussehen nur leicht anpassen. Dummerweise sah das dann im Ergebnis Spiegel Online furchtbar ähnlich – die Farbe tut da ihr übriges. Also habe ist Steffi noch einmal gebeten. Sie hat in nur wenigen Stunden das jetzige Outfit entworfen. Ich musste mich kurz daran gewöhnen – jetzt mag ich es gar nicht mehr missen.

Damit Ihr nachvollziehen könnt, was ich meine, hier die drei Varianten – von der alten Homepage zur neuen.

Alte Homepage

Zwischenschritt

Neue Homepage

Winterlaufserie Ismaning 2010, Teil 3: 21,1 KM – schlechter Boden

Sonnenschein, Plusgrade, Tauwetter – dieser letzte Lauf der diesjährigen Winterlaufserie hatte es in sich. Positiv: Es waren angenehme Lauftemperaturen mit rund plus 5 Grad. Die Sonne bräunte manches Gesicht, als wäre es schon Sommer.

Negativ dagegen: Die Wege waren wirklich schwierig. Klar. Ist ja auch ein Winterlauf. Also nicht Jammern … Durchschlagen.

Was mich allerdings mittlerweile richtig nervt, ist die Tatsache, dass die Startlinie beim Winterlauf in Ismaning keine Sau mehr interessiert. Am besten stellt man sich schon 200 Meter weiter vorne hin. Das wäre ja nicht so tragisch, wenn man dann nicht noch nach vier Kilometern Läufer mit einem Schnitt von 7 min/KM überholen müsste. Und auch das wäre wieder nicht so tragisch, wenn das Überholen heute nicht richtig anstrengend gewesen wäre. Denn Überholen konnten die Läufer nur in der Mitte des Weges – und die war mit tiefen Schnee bedeckt. So war jeder Überholvorgang eine Gefahr für die Sehnen und kostete richtig Kraft.

Ich fände es wirklich schön, wenn in Zukunft auch in Ismaning endlich Startblöcke eingerichtet werden. Dank Chipmessung könnte man das auch halbwegs durchsetzen: Wer nicht beim Start über eine Matte an der Startlinie läuft, wird eben nicht gemessen – aus.

Wie dem auch sei: Es war kein Tag für Bestzeiten. Aber ein guter Test für die Kondition. Zumindest die hat gut gehalten. Zum Schluss habe ich sogar noch zulegen können – dank eines Mitläufers vom MRRC, der mich etwas antrieb.

Am Ende kam ich mit handgestoppten 1:44:26 ins Ziel. Zehn Minuten langsamer als Oktober in Karlsfeld, aber 24 Sekunden schneller als letztes Jahr in Ismaning zur gleichen Zeit. Immerhin: Konditionstest bestanden.

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