Belmbrach, Drehscheibe Mittelfrankens – jedenfalls für Anne, Basti und mich. Denn diese Kleinod bei Roth müssen wir an diesem Wochenende häufiger Durchfahren als den mittleren Ring an einem Werktag. Manche mögen Belmbrach ein Kaff schimpfen (Kaff? Fränkisch für kleiner Ort in dem nix los is am Ende der Welt). Wir tun das nicht!

Das erste Mal sehen wir Belmbrach beim Abfahren der Radstrecke, Samstag abends – es ist schon spät, daher erledigen wir das mit dem BMW statt mit den Velos. Die Radstrecke führt durch, genau, durch Belmbrach (Belmbrach-Zähler: 1). Danach fahren wir noch zum See, um die Wechselzone zu inspizieren. Uns interessiert vor allem der Beginn der Radstrecke, denn der ist hügelig und vor allem kurvig. Für uns wichtig: Wann können wir sicher in die Schuhe schlüpfen, wann müssen wir drin sein? Tipp: Auf jeden Fall vor der Kurve an der Schleuse. Die ist nämlich verdamt eng.

Bei Belmbrach liegt die Kreissportanlage, also das spätere Ziel. Hier gibt es die Startunterlagen. Die holen wir als nächstes ab, und das gleich zweimal. (Belmbrach-Zähler: 2) Wieso? Tja, es sollten eben schon alle Beteiligten den Startpass mitbringen. Da das hier nicht der Fall ist, sausen wir nochmal rasch nach Hilpoltstein, wo wir uns im Hotel zur Post einquartiert haben. Startpass geholt und wieder zurück nach… (Belmbrach-Zähler: 3)

Pastaparty: Der MRRC trifft sich

Pastapartys haben mit Feiern – wie das Wort Party eigentlich vermuten lässt – nix zu tun. Die Athleten stehen brav an für einen Teller verkochten Teiges, den man ohne Kauen runterschlingen kann. Dazu gibt es zwei Soßen: Vegetarisch (rot ohne Stückchen) und mit Fleisch (rot – auch ohne Stückchen). Pastatparty eben, oder hat es jemand schon mal anders erlebt? Dazu klammern sich alle an ein alkoholfreies Getränk – oder maximal ein Radler – und stapeln über ihre Wettkampfziele tief.

Unsere Tafel wird zum Treffpunkt der MRRC-Teilnehmer. Erst erscheinen Steffi und Volker, dann Janpeter. Insgesamt sind wir zu siebt. Es gibt sicher kleinere Teams hier.

Aufbruch ins Hotel, wir winken Belmbrach noch einmal…

Schwimmstart: Die Sonne, Dein Feind

Die Sonne ist der Feind des Triathleten: Ist sie nicht da, wird es zu kühl. Ist sie da, wird es zu heiß. Quasi kann die Sonne es dem Triathleten gar nicht recht machen. An diesem Morgen versteckt sie sich hinter grauen Wolkenwänden. Und schon laufe ich ihr nichtsahnend in die Falle: Ich entscheide mich gegen Sonennschutz. Wehe mir!

Sonst läuft alles wie bei jedem Triathlon. Man quengelt, warum man sich einen Sport ausgesucht hat, der so frühes Aufstehen verlangt, beäugt misstrauisch das Wetter, schiebt genervt sein Rad in die Wechselzone, stellt sich bei der nicht endend wollenden Kloschlange an (bei den Mänern länger als bei den Frauen!?!) und quält sich in seinen Neo. Das Wasser beim Einschwimmen ist dazu noch fies kalt. Viel Glück Anne, viel Glück Basti, hallo Alexa, hallo Oliver, mein Name ist Stephan – ja, ich bin aufgeregt. Danke, Dir auch!

Startschuss! Alles vergessen! Hektik, Prügelei, wasserschlucken, einordnen, orientieren, wieder Prügelei – ruhig, ruhig! Jeder Zug ist einzigartig, mach jeden Armzug, als wäre er Dein letztes Meisterwerk. Wenn der Typ neben mir mich nur ließe! So viele Schläge habe ich noch nie eingesteckt. Und wieder komme ich zu weit links ab. Egal. Weiter. Da ist der Schwimmausstieg. Was brennt da so? Oha, die Sonne… Scheiße!

Wechsel auf’s Rad

Ich muss mich einfach beglückwünschen: So perfekt habe ich noch nie gewechselt. Alles lag richtig, alles war in Sekunden fertig. Und auf’s Rad, rein in die Schuhe, ab die Post. Natürlich bin ich etwas besorgt: Wird meine Prellung am Schienbein eventuell Probleme machen? Freunden von Happy Ends sei hier jedoch bereits verraten: Nein, sie wird nicht. Auch nicht beim Laufen.

Die Sonne scheint mittlerweile in einem diffusem Licht. Die Sorte Licht, die einem das Genick verbrennt, aber eigentlich gar nicht richtig wärmt. Dazu vermischen sich ein nervenzehrender Wind mit dem ständigen Auf und Ab der Strecke. Irgendwie macht das richtig Spaß. Nicht mal der Umstand, dass mein Tacho nix anzeigt, trübt dieses Vergnügen. Es läuft alles rund.

Nur 36 Kilometer müssen dieses Jahr pedaliert werden. Durch die Kaserne dürfen wir auch nicht mehr. Schade, denn dort gab es sonst immer das Spalier an Soldaten, die den Athleten zujubelten. Dennoch haben die Veranstalter wieder ganze Arbeit beim Absperren geleistet. Kein Vergleich etwa mit Karlsfeld von letztem Jahr.

Ah, ein Ortschild. Was steht denn da drauf? (Belmbrach-Zähler: 4)

Auf, auf zum Lauf

Auch der Zweite Wechsel verläuft so harmonisch wie ein Gedicht von Rilke. In wenigen Sekunden bin ich auf der Laufstrecke. Und wow: SO hügelig hatte ich sie gar nicht mehr im Kopf vom letzten Jahr. Meine Kilometerzeiten schwanken extrem: Mal knapp über vier Minuten, mal knapp über fünf, wenn eine Steigung zu absolvieren war. Dennoch: Es läuft fantastisch. Was ist denn das für ein Ortschild da vorne? Belm… ABER DA KOMM ICH DOCH HER!? Langsam wird mir das unheimlich. Und auf dem Rückweg nochmal. (Belmbrach-Zähler: 6)

Zieleinlauf. Die MRRC-Integrations-Beauftragte für dieses Wochenende – Alexa – feuert mich auf den letzten Metern an. Dann endlich da. So schnell vergehen 2,5 Stunden. Her mit dem Kuchen, her mit dem Red-Bull, hallo Anne, schön, dass Du auch da bist, hallo Oliver. Wir warten auf den Rest der Meute, Basti, Martin. Wir trinken, ratschen, sind froh. Was tut da so weh in meinem Nacken? Aua, ein Sonnerbrand – und was für einer. Ach Du auch?

Kleines Erinnerungsfoto am Schluss, bevor sich alle wieder verstreuen. Ach ja: Autos müssen noch vom See geholt werden. Volker fährt. Natürlich durch Belmbrach und auf dem Rückweg wieder. (Belmbrach-Zähler: 8) Dann nix wie nach Hause.

Halt! Den Faris-Faktor nicht vergessen! Stopp beim Burger-King, ungesund essen.

So, und nun muss ich eine Ode schreiben. Eine Ode an Belmbrach. Belmbrach, oh Du mein Belmbrach…

Meine Zeiten:
Gesamt; 2:26:11
Schwimm (1,5 KM): 28:33
Rad (36 KM und beide Wechsel): 1:10:10
Lauf (10 KM): 47:28