20 Jahre - nur wenige Triathlons erfreuen sich eines derart langen Lebens. (Karlsfeld bildet hier eine Ausnahme, ebenfalls 20 Jahre). Und zu diesem runden Geburtstag kehrt die Strecke auch wieder in die gewohnten Bahnen zurück, sprich: Es sind wieder 42 Kilometer auf dem Rad zu absolvieren, statt der 36 des letzten Jahres.
Zum letzten Mal allerdings. Denn just zum Jubiläum tritt der bisherige Organisator zurück. Dietmar Schuster übergibt seinen Posten an zwei junge Köpfe, deren erste Handlung das Planen einer neuen Strecke ist – das Laufen soll dann auch um den Rothsee stattfinden. Keine schlechte Idee, denn so spart man sich das lästige Pendeln nach dem Wettkampf.
Zurück zur Gegenwart. Rothsee bedeutet auch für mich Tradition, zum dritten Mal trete ich an. Und ich freue mich. Samstag abends gibt es wie üblich matschige Nudeln mit zwei Soßen – vegetarisch und mit Fleisch – die sich zum verwechseln ähnlich sehen und mir – wie immer – nachts einige schlaflose Stunden bereiten. Ich lerne es auch nie…
Dixi-Klos, bitte! Auch das gehört zur Tradition: Die lange Schlange morgens vor dem Männerklo in der Segelschule. Fast jeder muss halt nochmal auf den Pott, und zwei Kabinen sind zu wenig für über tausend Starter. Nach drei Jahren hätte ich mir da eine Veränderung gewünscht. Vielleicht richten es die neuen Organisatoren?
Alle Blogger getroffen. Jetzt hab ich sie endlich alle gesehen. Chris kenne ich schon seit dem Schliersee. Uli und Reiner treffe ich heute am Rothsee – Uli steht nur zwei Räder von meinem Stellplatz entfernt. Bei tausend Startern – wie hoch sind da die Chancen?
SCHLAND! Ein wenig martialisch muss schon sein vor dem EM-Endspiel. Daher malt mir Chromokate die Deutschland-Flagge auf die Backe:
Neoverbot – wieder mal nicht. Und noch eine Tradition: Der See ist so brühwarm, dass man am Vorabend ein Neoverbot ankündigt, das am nächsten Morgen durch wundersame Abkühlung des Wassers über Nacht (2 Grad!) doch nicht durchgezogen wird. Zur Erleichterung der Triathleten… Ich finde es trotzdem sauwarm im Neo, dem Tempo tut’s gut. Nach einem sauberen Start ohne heftige Prügel, verfalle ich schnell in einen angenehmen Rhythmus und steige nach 26:54 Minuten aus dem Wasser. Nicht weltbewegend, aber gut. Auch diesmal achte ich darauf, die letzten Meter im Wasserballkraul zurückzulegen. So verhindere ich tatsächlich das Schwindelgefühl beim Aussteigen. Draußen! Raus aus dem Neo, auf zum Rad. Ich brauche 2:30 Minuten. Tja, die Wechselzone zieht sich über einige Meter…
Auf dem Rad. Die Strecke kenne ich wie meine Westentasche. Die ersten fünf Kilometer tue ich mir – wie erwartet – hart. Danach trete ich rund und freue mich bereits auf den Anstieg vor Tiefenbach. Erfahrungsgemäß versäge ich hier jede Menge Zeitfahrer, die mich bergab aber alle wieder einholen. Pah! Bergab kann doch jeder! Später führt der Weg wieder durch die Kaserne. Vor zwei Jahren standen die Soldaten hier Spalier und jubelten den Athleten zu – dieses Jahr leider nicht. Schade! Der Wechsel läuft reibungslos, ich sehe nur einfach dämlich dabei aus
Laufen unter der Sonne. Heiß ist es und die Laufstrecke führt über staubige Pisten – Schutz bieten nur wenige Bäume, die sich an einem Hügel gruppieren. Die Strecke ist unrhythmisch, wellig. Genau richtig für mich. Ich gebe Gas, schütte mir bei jeder Verpflegungsstelle (und das sind einige) Wasser über den Kopf, nehme Schwämme mit und lasse mich von Bewohnern mit dem Gartenschlauch kühlen. Das Laufen macht richtig Spaß. Auch wenn die Strecke 400 Meter länger als 10 Kilometer ist. Das nervt ein wenig, denn so geht die letzte Vergleichbarkeit mit anderen Tris flöten. Egal. Ich erreiche das Ziel in 2:31:46. (Schwimmen 26:54; 42 KM Rad inklusive zweier Wechsel 1:19:37; 10,4 KM Lauf 45:15). Ich bin zufrieden, labe mich am Kuchen und freue mich schon jetzt auf kommendes Jahr…
Alle Fotos sind übrigens von Martin Lucht geschossen und über Flickr eingebunden.


Ich bin auch schon gespannt auf nächstes Jahr, obwohl ich ein bisschen wehmütig bin. Ich war zum sechsten Mal dabei und irgendwie ist mir die Laufstrecke ans Herz gewachsen. Ist einfach ein perfekt organisierter Wettkampf.
Unser Small-Talk war etwas sehr small, insofern hoffe ich, dass es nächstes Mal ein bisschen ausführlicher wird. Hat mich aber natürlich trotzdem gefreut, Dich kennzulernen.
Viele Grüße
Uli
Wo startest Du denn als nächstes?
Hm, eigentlich hatte ich ja keinen weiteren Triathlon mehr geplant. Aber nach dem letzten Wochenende habe ich doch Lust auf mehr. Ich habe mal den SVF-Triathlon ins Auge gefasst. In der engeren Wahl wären noch Auerberg-Tri und Tutzing. In meinem Blog werde ich aber rechtzeitig Bescheid geben.
Schade, habe mich gerade gegen Auerberg entschieden…