Zunächst einmal muss ich Abbitte leisten: Ich habe mich aufgrund der wirren Startseite des Kühbacher Triathlons und einer unfreundlichen Email vor zwei Jahren sehr gegen diese Veranstaltung gestemmt. Wer schon keine Webseite an den Start bekommt und Athleten abweisend behandelt – so dachte ich – würde auch keinen guten Triathlon auf die Reihe bekommen. Nur weil mein Verein, der MRRC München, dort seine interne Meisterschaft austrägt, habe ich mich dort angemeldet.

Vorgefunden habe ich dann in Kühbach einen liebevollen, gut durchdachten Triathlon. Das beginnt schon bei der Anfahrt: Eine klare Beschilderung weist dem Autofahrer den Weg bis kurz vor den Veranstaltungsort. Dort dirigieren einen freundliche Helfer direkt auf den Parkplatz.

Überhaupt sind alle Wege beschildert. Anmeldung und Startunterlagen finden wir sofort. Die Wechselzone und den Start sowieso. Alles liegt eng beieinander. Überall finden sich Ordner in gelben Jacken, die dem Athleten unaufgefordert weiterhelfen – welch eine Wohltat nach dem verkorksten Mondseeland Triathlon.

Sicherheit geht vor: Auch diese Radstrecke, so heißt es, soll ihre Tücken haben. Also nehmen wir uns die Zeit und fahren sie vor dem Wettkampf einmal ab. Auf 11 Kilometer müssen wir später dann drei Runden drehen. Die Radstrecke hat tatsächlich zwei etwas knifflige Kurven. Aber: Die sind so rechtzeitig angekündigt – einmal per Schild “scharfe Kurve”, einmal durch deutlich sichtbare Ordner – dass man sie sicher passiert.

Seinen Charme bezieht der Kühbach Triathlon sicher auch durch seine limitierte Teilnehmer Zahl. 230 dürfen maximal an den Massenstart am Badeweiher. Wenn dann der Startschuss knallt ist man froh, dass es nicht mehr sind…

Ich habe mich diesmal beim Schwimmstart etwas weiter vorne einsortiert, damit ich nicht dauernd Hindernisse vor mir habe. Einigermaßen richtig, merke ich, denn weder überhole ich noch viele, noch werde ich viel überholt. Ein bisschen Prügelei gibt es trotzdem, doch bei mir hält es sich in Grenzen. Die rund 700 Meter durchschwimme ich in 11:30 Minuten – einige Schritte an Land sind da schon reingerechnet.

Wechsel eins verläuft glatt wie nie. 1:18 Minuten brauche ich, ehe ich auf dem Rad sitze. Die drei Runden Rad sind hauptsächlich davon geprägt, dass ich mich erst über die Lutscherin mit der Nummer 201 ärgere, die ständig an mir oder der Nummer 50 hängt, dann mir die Frage vom überholenden Rainer gefallen lassen muss, was mit der roten Göttin (meinem Rad) los sei. Nicht viel! Ich kann nicht schneller diese Saison. Rainer sehe ich allerdings später wieder, denn leider war er in einen Sturz verwickelt, konnte aber dennoch kurz hinter mir ins Ziel einlaufen. Nochmal gut gegangen…

Noch eins ist mir erneut aufgefallen: Triathleten können keine Kurven fahren. Selbst deutlich schnellere Zeitfahrer, bekomme ich in der Kurve (oder am Berg) wieder. Ihnen fehlt meist der Schwung und die richtige Technik, um gut durchzukommen und wieder Fahrt aufzunehmen.

Mit knapp einer Stunde komme ich von der Radstrecke und durch den zweiten Wechsel. Jetzt auf die Laufstrecke bei unangenehmer Sonneneinstrahlung. Ich bin inspiriert vom Tempotraining, fühle mehr Kraft in meinen Sprunggelenken und hole noch einige ein. Überholt werde ich nur durch die späteren Gewinner, die schon die zweite der rund 3,3 Kilometer langen Runde drehen.

Henning – einer meiner Lauftrainer holt mich auch noch ein und fliegt an mir vorbei. Verflixt! Ich dachte, ich hätte ihn beim Schwimmen ordentlich distanziert…

Schließlich laufe ich mit 1:41:53 Stunden ins Ziel ein. Muss mich kurz sammeln, denn ein Reporter hält mir direkt die Kamera ins Gesicht – Interview geben gleich nach Zieleinlauf. Wie bei den Profis ;o)

Fazit: Ein wunderbarer, familiärer Triathlon, mit krummer Strecke aber viel Spaß. Passender Saisonabschluss. Leider scheint die Laufstrecke auch eher etwas länger als die angegebenen 6,3 Kilometer – GMap Pedometer sagt 3,28 Kilometer pro Runde, das wären dann eher 6,6 Kilometer.

Die Zeiten im einzelnen:
Schwimm (700m): 11:30 Minuten
Wechsel 1: 1:18 Minuten
Rad (33 KM) Wechsel 2: 59:43 Minuten
Lauf (6,6 KM): 29:19 Minuten

Gesamt: 1:41:53 Stunden