Es ist Sommer in Deutschland. Soll heißen: Wir haben kuschlige 10 Grad Außentemperatur, die dichte Wolkendecke lässt die Sonne nur erahnen und der Regenguss ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Kurz: Ein idealer Tag zum Rennradfahren. Und ich muss ja dringend Höhenmeter sammeln, damit ich den Kühtai im August überwinde. Daher ist heute der Sudelfeld-Sattel dran – von Brannenburg aus, der schwierigere Anstieg also.
Begleiten wird mich heute Jörg, dem auch noch ein zwei Kilometer auf dem Rennrad fehlen. Los geht’s erstmal von Bayrisch Zell aus richtung Kufstein. Dazu muss man über den Ursprung-Pass. Der verdient den Namen Pass kaum, denn von Norden aus gesehen gibt es so gut wie keine Anstiege. Sehr schön wird es dann in Thiersee:

Danach im Eiltempo abwärts nach Kufstein:

Da hat man schon fast 40 KM geschafft und fühlt sich noch so frisch, dass man erwägt den Spitzing-Sattel noch an das Ende der Tour zu stellen… Doch wehe! Die Härte kommt erst noch!
Übrigens: man sollte es tunlichst vermeiden, sich in die Hände des RadRoutenplanersvon DeTeMedien zu begeben. Zumindest nicht dann, wenn man aus einen Streckenvorschlag im Internet einfach die Ortsnamen übernimmt. Merke: Der RadRoutenplaner geht immer von ORTSMITTE aus. Sprich: Der führt einen nach Kufstein rein, anschließend wieder raus. Das merken wir zum Glück gleich. Fortan wird es jedoch schwer mit der Beschreibung. So halten wir oft, um herauszubekommen, wohin wir fahren sollen. Wir wollen nämlich an der Kampenwand entlang und über den Praschberg. Landschaftlich eine sehr schöne Strecke. Der Praschberg bietet dann die erste Steigung, die ein bisschen in die Beine geht.
Endlich kommen wir wieder nach Deutschland und müssen nun nach Branneburg. Der Weg nach Törwang führt wiederum über einen Anstieg, der auch noch nicht zu schwer ist, der einen aber dennoch wieder ein paar Körner kostet, die einem am Sudelfeld fehlen. Mittlerweile steht der Tacho bei KM 80. Endlich in Brannenburg geht es auf die Mautstraße zum Sudelfeldsattel. Der Anstieg beginnt mit einem Hammer: 18 Prozent sind zu überwinden. Das tut weh. Und der Kollege muss absteigen:

Im Hintergrund sieht man übrigens den Tunnel, durch den man auf dieser Steigung am Ende muss – ein netter Gruseleffekt. Danach gibt es ein kurzes flaches Stück zum Ausruhen. Beim Rest bis zum Sattel schwankt die Steigung zwischen sieben und zwölf Prozent. Am Ende muss ich mich schon zusammennehmen und kämpfe mich Stück für Stück hoch – ich schaue nicht mehr auf das, was vor mir liegt. Höchstens mal nach links auf die Seite, wo der Ausblick so aussieht:

Endlich drüber, mach ich mich an die Abfahrt, die überraschend schnell vorbei ist – Bayrisch Zell liegt nämlich wesentlich höher als Brannenburg.
Fazit: Der Ursprung-Pass ist gar keiner, der RadRoutenplaner wird durch eine neue ADFC-Karte ersetzt und Sudelfeld sollte man von Brannenburg aus fahren.
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Streckenübersicht |
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| Länge: 99 KM | Höhenmeter: 1.750 |
| Wegpunkte: Bayrischzell – Zipflwirt – Ursprungpass – Landl – Vorderthiersee – Kufstein – Ebbs – Niederndorf – Praschberg – Wildbichl – Sachrang – Aschau – Frasdorf – Achenmühle – Samerberg – Eßbaum – Nußdorf – Brannenburg – Tatzelwurm – Sudelfeld – Bayrischzell | |
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Streckendaten zu dieser Tour für Radroutenplaner 4.0, so geht’s: Mit der rechten Maustaste unten auf “Download” klicken und “Datei speichern unter” wählen. Als Endung “.BCR” angeben. Dann im Radroutenplaner unter “Touren” die Zeile “Suchen in” auf den Download-Ordner setzen. |
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| Download | |
Ich schäme mich nicht, zuzugeben, bei 18% abgestiegen zu sein. Aber dafür hab ich einen neuen persönlichen Rekord mit 82 km/h aufgestellt.
PS: mein HAC4 hat nur knapp 1300hm mitgezählt.