Mein Hausberg. Bin ihn schon oft gefahren. Da kann nichts passieren, oder?
WEHE, Stephan, WEHE! Leiden sollst Du heute.
Die Sonne lacht und ich fliehe auch am zweiten Tag vor dem Papst. Mit Bernd fahre ich nach Bayrischzell. Hat ein bißchen gedauert, ehe er sich unter seinen drei Rädern das passende herausgesucht hat. Bis dato war ich guten Mutes: Sudelfeld ist kein schwerer Berg und ich spüre von gestern gar nichts. Jedenfalls nicht im Auto. Auf dem Rad ändert sich das schlagartig. Schon beim moderaten Anstieg zum Ursprungspass zieht es gewaltig in den Beinen. Den Praschberg mit dem Wildbichl-Pass leide ich dann bereits wie ein Hund. Die pralle Sonne erledigt den Rest. Bernd dagegen scheint völlig fit und spendet mir freundlicherweise Windschatten, wann immer es sinnvoll ist.
Über den Anstieg bei Törwang komme ich noch drüber. Dann Sudelfeld, 18 Prozent am Anfang. Ich platze fast… aber nur fast. Langsam quäle ich mich immer höher, spritze mir immer wieder Wasser in den Helm, versuche einfach nur von Kurve zu Kurve zu denken. Und das am Sudelfeld! Haben mich die Steigungen gestern so fertig gemacht? Schließlich komme ich oben an. Wieder einmal nicht abgestiegen. Aber so sehr wie heute habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Nichmal den Anstieg nach Seefeld hoch. Alles in allem haben wir nur vier Stunden gebraucht.
Gute Zeit, trotz Qual. Bernd will noch auslaufen gehen. Ok, ist schon egal. Die Beine sind eh futsch…
Ich bin gestern 85km flach gefahren und merke trotzdem so ein leichtes Ziehen beim Treppensteigen. Hmm, wir sind schon Helden!