21. Tölzer Triathlon 2009

“Ich bin disqualifiziert!” – der Gedanke bremst mich geradezu beim Radfahren. Aber ich kann es mir nicht anders erklären: Die Schwimmzeit von rund 20 Minuten kann nur bedeuten, dass ich eine Boje verpasst habe. Ergo bin ich wohl bereits raus aus dem Rennen.

Mir egal. Ich will das zu Ende fahren und laufen. Schließlich habe ich den Schnaiter Berg (max 13 Prozent) so oft geübt, dass ich ihn auswendig kenne. Ich will meine Trümpfe am Anstieg ausspielen.

Noch während ich den düsteren Gedanken nachhänge, schwenke ich ein zum Hechenberg, den ersten, sanfteren Anstieg der beiden. Es geht wunderbar. Genau zum rechten Zeitpunkt aus dem Sattel und Dampf machen, bei den flacheren Passagen wieder hinsetzen. Abfahrt hinter Hechenberg – hier kommt die gefährliche Kurve, vor der immer wieder gewarnt wird. Und klar: Auch dieses Jahr krabbelt wieder einer aus der Wiese. Gut dass nicht mehr passiert ist.

Der Schnaiter Berg kommt. Ich habe ihn auswendig gelernt. Warten! Warten! Nicht zu früh aus dem Sattel. nicht auf das kleine Blatt. Ich schaff das. Die Leitplanke kommt. Genau HIER raus aus dem Sattel und bis ganz hoch im Wiegetritt. Perfekt!

Auf halber Höhe treffe ich Chromokate (meine Freundin, mit den Frauen etwas früher gestartet), wir werfen uns einige Worte zu – unter anderem die Schwimmzeiten. Auch sie hat zu wenig Minuten für 1,5 Kilometer. Beruhigend. Dass wir uns beide verschwommen haben, kann fast nicht sein. Ich schöpfe Hoffnung.

Auf der zweiten Radrunde drehe ich nochmal auf – aber auf den Flachstücken mache ich keinen Stich gegen die schwereren Fahrer. Nur an den beiden Anstiegen hole ich wieder auf.

Die Abfahrt nach Tölz kommt. Ich konzentriere mich auf die Kurven – zu sehr. Denn ich vergesse meine Schuhe zu öffnen. So wird nix aus dem üblichen Abgang. Sprung – Laufen. Es geht auch so… rein in die Laufschuhe und auf die Piste.

Triathlon Tölz – das heißt: Anstiege. Nicht nur beim Radfahren. Auch beim Laufen. Es geht direkt eine kleine Treppe hoch. Der Weg ist matschig, nachts hat es doch recht geregnet. Jetzt herrscht dagegen Traumwetter: Angenehm warm, Sonne ab und zu – aber nicht zu viel.

Die ersten fünf Kilometer gehen permanent bergauf. Logischerweise die letzten fünf bergab. Beides liegt mir heute. Da vorne sehe ich daas Ziel, ich überhole noch einen Läufer. Habe schon einige Meter Vorsprung, doch er sprintet wie blöde los, verliert sogar seinen Walkman dabei und überholt mich noch. Aber warum? Warum behält er sich so viel Kraft für einen langen Sprint über? Irgendwie unsinnig, soll er die Kraft doch lieber für eine besser Gesamtzeit hernehmen. Sei’s wie’ sei…

Nach 2:24:44 beende ich den Tölzer Triathlon. Und bekomme prompt im Zielbereich das Rästel der Schwimmzeit gelöst: Anscheinend haben die Veranstalter eine Boje entfernt, um das Schwimmen zu verkürzen. Wohl weil der See zu kalt war.

Unter Strich habe ich eine Schwimmzeit, die ich nicht vergleichen kann, eine Radzeit, die beser sein könnte und eine Laufzeit, die ok ist, aber ebenfalls noch Potential hat. Für Karlsfeld muss ich noch einiges tun.

You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “21. Tölzer Triathlon 2009”

  1. jules sagt:

    hi stephan, was schätzt du, wie lange die schwimmstrecke war?
    1200 meter? was meinst du? LG

  2. stephan sagt:

    Aus dem Bauch raus würde ich auf 1,2 Kilometer tippen…

Leave a Reply