Und plötzlich war die Kurve weg…

Samstag, ein wunderschöner Tag – der letzte mit Sonne. Da stört uns nicht die niedrige Temperatur, der Verein macht sich auf zu seiner letzten Ausfahrt, ich mittendrin. Seit August, seit Kühbach bin ich nicht mehr Rad gefahren, doch die rund 70 Kilometer Kaffee-Ausfahrt, die geht immer.

Die Gruppe fährt entspannt, Schwätzchen hie und da, halbherzige Kampfansagen am Berg, die mit einem Lachen rasch wieder aufgegeben werden. Besser kann es ja nicht werden.

Wird es auch nicht… es wird schlechter. Jedenfalls für mich.

Es geschieht in den Serpentinen der Abfahrt runter nach Wolfratshausen. Mit Schwung brettere ich hinab – aber nicht zu übermütig. Die Kurve ist nämlich schwer einzusehen, der erste Teil liegt hinter Felsen, so kann ich also nicht erkennen, ob Laub, Steine oder Äste darin liegen. Also bremse ich gut runter.

Glück gehabt, die Kurve könnte nicht sauberer sein. Ich fahre sie herrlich von außen an, ziehe langsam in die Mitte und fühle mich absolut sicher mit meiner Technik. Perfekter geht es nicht.

Das Hinterrad rutscht ohne Vorwarnung weg. Nichts deutete vorher auf irgendein Problem hin: Meine Lage war optimal, die Kurve frei, die Technik gut, nichts wackelte, nichts. Dennoch bremse ich jetzt die Fahrt mit meinem linken Oberschenkel unter Zuhilfenahme des Ellebogens.

Ich schlittere, ich liege, ich bin basserstaunt. Ich rappel mich auf, greife nach meiner roten Göttin. Nicht schon wieder! Die Bremsgriffe zeigen beide nach innen, Bruchstücke fehlen, die Seite ist zerkratzt. ich ärgere mich, realisiere gar nicht, dass ich noch Glück hatte: Martin R., der Fahrer hinter mir, hatte mir gerade noch ausweichen können.

Ich richte das Rad halbwegs her, fahre erstmal ab zur Gruppe, die unten auf mich wartet. Da passiert es dann: Ich werde laut Aussage von Martin und Katrin “grün im G’sicht” und lege mich erstmal mit Beinen nach oben für eine Minute hin. Danach geht es wieder. Wir fahren die Tour normal zu Ende.

Beim abschließenden Plausch in der Kneipe versuche ich den Grund für den Sturz zu erörtern. Zum einen scheinen kalte Reifen auf kaltem Untergrund weniger halt zu geben. Zum anderen ist die Abfahrt wohl bekannt dafür, dass der sowieso glatte Asphalt gerne mit Öl der Autos betropft ist. Das wird es wohl gewesen sein.

Was mir bleibt nach der Ausfahrt? Eine kaputte Hose, eine kaputte Jacke, kaputte Bremsgriffe, lädiertes Selbstvertrauen und das:

Bein nach Sturz in Wolfratshausen

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5 Responses to “Und plötzlich war die Kurve weg…”

  1. Chris sagt:

    Nur Kratzer? Dann kann man ja fast schon wieder von “glimpflich” sprechen. Bei solchen Berichten frage ich mich immer wann es mich mal erwischt. Seit meinen Rennradanfängen 2003 bin ich noch nie in der Fahrt gestürzt.
    Good luck!

  2. stephan sagt:

    Wenn ich nicht so schön in der Mitte der Kurve gewesen wäre, häte wohl die Leitplanke meine Fahrt gebremst. Das wäre dann nicht so gut gewesen…

  3. dieter sagt:

    hallo stephan, ich wünsche dir gute besserung. ich schließe mich chris an: auch ich bin noch nie gestürzt, zum glück. kürzlich hörte ich, dass es zweit sorten von rennradfahrern gibt: die, die gestürzt sind und die, die es noch vor sich haben. nichts für ungut und komm bald wieder auf die beine!

  4. Jörg sagt:

    @dieter: Auch Fahrer, die schon mal gestürzt sind, können nochmal stürzen. ;-)

  5. Reiner sagt:

    Aua…das sieht wirklich nicht schön aus…und ich hoffe, Dieter und Chris haben nach ihren Kommentaren dreimal auf Holz geklopft ;-)

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