Verlust am Wildbichl

Frühstück auf der Terrasse – genial! Wir lassen uns etwas Zeit ehe wir nach Bayrischzell fahren, dem Startpunkt der heutigen Tour. Wiedereinmal stehen Wildbichl und Sudelfeld auf dem Programm. Aus der Gruppe kenne ich als einziger die Strecke – was später einem zum Verhängnis wird. :( In Bayrischzell warten wir noch auf Bernd. Um 11 Uhr geht’s los und wir fahren ein ordentliches Tempo. Die Gruppe funktioniert, wir wechseln gut ab in der Führung, nach Kufstein zieht Bernd das Tempo gut an. Endlich erreichen wir den Praschberg. Es ist knallheiß und mir schwant schon nichts Gutes.

Der Anstieg ist hart. Zehn bis Zwölf Prozent, nur selten darunter. Ich sehne mich nach Schatten. Bernd fährt voraus, Markus und ich in der Mitte, Judith hinten. Irgendwann wartet Bernd auf uns, er möchte sein Schaltung justieren, leiht sich mein Werkzeug. Da er der schnellste Bergfahrer ist, zieht die Gruppe weiter, er soll uns einholen. Wir bemerken nicht, dass ihm die Kette noch herausspringt und das reicht wohl, damit er nicht sieht, wo wir abbiegen…

Am Wildbichl verlieren wir ihn also. Handy hat er nicht dabei. Wir warten noch, ob er kommt, aber er muss definitiv falsch abgebogen sein im Gewirr der kleinen Wege.
Unsicher fahren wir weiter, bezwingen den Berg endlich, erreichen die Straße nach Deutschland und Frasberg. Weitere Defekte plagen uns, Judith verliert eine Schuhplatte, wir müssen Anhalten um Wasser aufzunehmen… Die Gruppe kommt kaum noch richtig in Schwung.
So quälen wir uns über den Samerberg-Anstieg und erreichen endlich Brannenburg vor dem Sudelfeld-Sattel.

Am Berg ist jeder alleine. Dennoch schaffen es Markus und ich gut die Hälfte zusammen hochzufahren, Judith nimmt ihr eigenes Tempo.

Irgendwann haut Markus dann ab, er fährt glatte drei Minuten Vorsprung heraus ehe ich die Sudelfeld-Gaststätte – unseren Treffpunkt – erreiche. Auch das noch: Ein Zeitfahrer mit Zeitfahrrad demoralisiert mich, und das nach Wochen voller Höhenmeter.

Übrigens lässt Judith auch nicht lange auf sich warten… Respekt nochmal an uns alle! Den haben wir uns verdient.

Jetzt geht es nur noch abwärts nach Bayrischzell, wo ich als erstes checke, ob Bernds Auto noch da ist. Gott sei dank ist es weg, er ist also nach Hause gekommen. Und genau dahin fahren wir nun auch.

Übrigens: “Die Welt zu Gast bei Freunden” heißt es. Von der Unterzeile “…und bringt alle Euer Auto mit” weiß ich nichts, liebe Brasilianer. Ich muss am Ende des Tages glatte 50 Minuten einen Parkplatz suchen. Mir reichts!

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply