Verschluss-Sache

Ich bin ein braver Konsument. Mein Radhändler Harry weiß das - bei Gott! Als braver Konsument erwarte ich allerdings Qualität für mein Geld. Und das Nachlassen an Qualität ärgert mich in einem Bereich mehr und mehr: bei Verschlüssen. Liebe Industrie, legt doch hier bitte einen Hauch mehr Cleverness in die Entwicklung. Ich erkläre Euch mal, was ich meine:

Verschluss-Fall 1: Specialized Radschuhe

Tolle Carbonsohle, toller Sitz, alles super - bis auf dieser Ratschenverschluss. Auf Mallorca (im März) bricht die Zunge, die in die Ratsche gesteckt wird - ein Kabelbinder muss aushelfen. Jetzt sehe ich, dass - ganz langsam - die Verbindung zwischen dieser Zunge und Schuh ausreißt. Danach wird das Carbonteil wohl nicht mehr zu gebrauchen sein.

Ja Leute, das kann doch nicht sein, bei einem Schuh, der weit über hundert Euro kostet! Die gesamte Konstruktion scheint mir hier nicht durchdacht. Bitte Nacharbeiten!

Verschluss-Fall 2: Windweste

Also nee! Eine Windweste muss blitzschnell auf und zu gehen, ohne dass sich der Reißverschluss ständig in den Stoff verbeißt und der Radfahrer dann selbst mit beiden Händen nichts mehr erreicht. Was dann? Anhalten im Wettkampf? Gore kann das besser... Siehe meine Xenon-Jacke.

Verschluss-Fall 3: Handschuhe

Specialized BG Gel Glove heißen meine Griffel-Schützer. An sich gute Verarbeitung und angenehm zu tragen. Allerdings schließen die Klett-Verschlüsse nicht mehr. Warum, weiß wohl nur Specialized (die übrigens ja auch meine Schuhe fabrizieren). Meine alten Roeckls sind noch öfter gewaschen worden und noch mehr malträtiert. Aber deren Kletts gehen auf und zu und auf und zu und auf und zu und...

Verschluss-Fall 4: Trikots

Radhändler Harry kann es schon nicht mehr hören, rümpft nur noch verächtlichtlich die Nase, wenn ich ihm erzähle, dass meine Lieblingstrikots die von meinen Radsportreisen bei Hürzler sind. Klar, der Aufdruck stellt einen auf die gleiche Stufe mit einigen Brezellenker Fahrern (die man übrigens NIE unterschätzen sollte am Berg). Aber sie sind einfach unschlagbar gut bei den Reißverschlüssen. Wo mein teures Pearl Izumi Trikot regelmäßig hängenbleibt, gehen sogar die ganz alten Hürzler-Trikots locker auf und zu. Genial! Mein Pearl-Teil ist zwar viel modischer, aber oben auf dem Kühtai geht es eben um andere Dinge als Mode.

Verschluss-Fall 5: Sugoi Tri-Suite

Das war der Gipfel der Verschluss-Pannen in den letzten Wochen: Ein blitzneuer Sugoi Triathlon-Anzug reißt unten aus. Was war passiert?

Ich habe bereits den Vorgänger des Modells und mir fiel da schon auf, dass wenn man den Reißverschluss ein wenig hinunterzieht - so knapp unter Brust - dann geht der Reißverschluss mit der Zeit immer weiter auf, bis er beim Bauchnabel stoppt. Wird es dann zu frisch, möchte ich das wieder zuziehen. Und ich bin nun mal keine coole Sau, die beim Zeitfahren beide Hände vom Lenker nimmt. Ich will, dass ein Reißverschluss mit einer Hand zu geht. Nun gut, die Tri-Anzüge stehen unter Spanung, das klappt also nicht.

Während des Rothsee-Triathlons hatte ich dann meinen neuen Sugoi an. Es passiert mir oben beschriebene Situation und ich versuche - wider besseren Wissens - dennoch den Reißverschluss zu zu ziehen. Energisch, aber nicht gewalttätig. Ratsch, reißt mir doch unten die Vernähung des Verschlusses vom Anzug ab. Ja hallo!

Um fair zu sein: Mein Tri-Händler, der Sport Ruscher, hat das Ruck-Zuck wieder in Ordnung gebracht. Aber entäuscht war ich von dem 100 Euro Kleidungsstück dann schon.

Fazit: Liebe Kleidungs-Hersteller, bitte legt mehr Augenmerk auf Eure Verschlüsse. Lieber Käufer, immer testen, nachfragen und versichern lassen, dass der Verschluss auch wirklich etwas taugt. Manchmal kriegt man es allerdings erst nach Wochen heraus. Leider.

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One Response to “Verschluss-Sache”

  1. [...] Welchen Ärger es mit Radhandschuhen es geben kann, schreibt Stephan Goldmann in seinem Blog. [...]

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