Der moderne Triathlet informiert und organisiert sich über das Internet. Für den Leser dieser Zeilen eine Binsenweisheit – schließlich lest Ihr hier gerade ein Weblog. Sonst holen sich die Dreikämpfer Wettkampf-Infos auf Webseiten, melden sich dort per Formular an, treiben sich in Foren herum und verabreden sich per Email. Für uns alle hier ist das ganz normal.
Zu viele Veranstalter haben diesen Trend allerdings nicht ganz erfasst. Wie anders ist es zu erklären, dass sich so viele nicht mit dem Medium auseinandersetzen?
Ein Beispiel: Gerade habe ich die Starterliste eines kleinen Triathlons durchforsten wollen. Ich war entsetzt, dass ich nur 14 Einträge dort vorfand. Kann das sein? All Deine Freunde nun doch nicht gemeldet? Kann auch nicht sein. Stattdessen war die Starterliste per Iframe (PFUI!) eingebettet, bei dem die Scrollbarkeit auf “no” gesetzt ist (PFUI PFUI!). Das Dokument, in dem die die eigentlich Startliste steckt, heißt dann übrigens “Tischtennis.php”.
Wirre Strukturen, leere Versprechen Nun gut, wer im Glashaus sitzt… und einem kleinen Verein kann man es auch nachsehen, dass er die Streckenlängen nicht in der Ausschreibung oder unter “Allgemeines” stehen hat. Aber die Großen, die sollten es doch vormachen. Zum Beispiel eine so bekannt Agentur wie Upsolut – Veranstalter der Deutschland-Tour. Die haben doch Power!?
Offensichtlich nicht, wie die Webseite zur Jedermann-Bergetappe beweist. Nachdem man dort sechs Wochen lang seit April angekündigt hat, dass die Höhenprofile und Streckendetails in 14 Tagen online stehen, kam endlich eine kleine Meldung, die ins Nichts verwies. Man sah zwar eine Karte, doch die war etwa so groß wie zwei Briefmarken nebeneinander. Klickte man darauf kam… gar nichts. Erst durch Suchen fand man dann die echte Karte unter “Strecke”. Mittlerweile verweist man immerhin aus der News zur Abteilung “Strecke”. Die News sind sichtlich alt, ein Besuch lohnt einfach nicht und alles wirkt völlig lieblos. Armer Sponsor “Zillertal”…
Was macht der Triathlet in so einem Fall? Findet er nicht sofort das, was er sucht, geht er. Ist er verwirrt, geht er. Wird er enttäuscht, geht er! SO funktioniert das Web. Und so habe ich es in diesem Fall auch gemacht. Die D-Tour in Zillertal sieht mich nicht, und schon gar nicht mein Geld.
Wie man es richtig macht zeigt die Webseite zum Eddy Merckx Classics 2008 Radmarathon. Vorne News, hinter klaren Rubriken finde ich blitzschnell relevante Infos. Und mehr: Ich werde schon jetzt auf Gefahrenstellen hingewiesen, kann die Strecke komplett in 3D-Abfahren und kann auf einer Karte sehen, wie weit die Anfahrt von großen Städten ist, bekomme exakte Anreisepläne – kurz: Genial. Ich bin begeistert und werde dort aller Vorraussicht nach starten.
Fazit: Veranstalter, die noch nicht verstanden haben, dass man es dem modernen Jedermann-Athleten heute nicht zumuten kann auf einer lieblosen, wirren Seite die Infos zu einem Wettkampf zusammenklauben muss – oder gar auf die Infos warten muss – haben auch nicht begriffen, dass sie ihren Kunden Zeit stehlen und sie verärgern. Oder schlimmer: Es ist ihnen am Ende egal…
Nachtrag: So, beim Kachelnzählen im Schwimmbad kamen mir noch ein paar Ergänzungen zum Thema in den Sinn. Ganz wichtig: Mir geht es in diesem Beitrag nicht um das Webdesign an sich. Es geht nicht um Farben, um Tabellen- oder Div-Layout, etc. Es geht mir darum, dass ich mich als Athlet willkommen und ernstgenommen fühle. Willkommen dadurch, dass ich merke, dass jemand Zeit und Lust investiert hat. Ernstgenommen dadurch, dass er sich Gedanken gemacht hat, was für mich wichtig ist.
Ein ganz simples Beispiel: Wenn auf der Homepage – also der ersten Seite – nicht mindestens das Wettkampfdatum und die Distanzen stehen, dann hat sich der Veranstalter ungenügend damit beschäftigt, was wir Triathleten brauchen. Wenn er Dinge schwer zugänglich macht (Ergebnisse, Infos zur Strecke, Starterlisten) oder uns hinhält, wie sollen wir demjenigen dann vertrauen, dass er eine Radstrecke für uns ordentlich absperrt und an genügend Wasserstellen denkt?
Habt Ihr gute oder schlechte Beispiele für Seiten zu Lauf-, Rad- und Triathlon-Wettkämpfen. Schreibt mir das als Kommentar. Ich freue mich.
Hallo Stefan,
ich kann deinen Argumenten nur zustimmen. Doch weißt du wie schwer es ist gutes Kartenmaterial zu finden ohne das man irgendwelche Urheberrechte verletzt?
Gruß Jens
PS: Das Kartenmaterial von Eddy Merckx Classics 2008 Radmarathon ist wirklich vorbildlich!
Hallo Jens,
Ja, weiß ich. Und wenn man da einen Fehler macht, wird man ganz schnell abgemahnt.
Allerdings: Google-Maps bietet so allerhand. Zum Beispiel hat Bikemap.de ein schönes Mashup für Radstrecken gebastelt. Ein simpler Code, den man dann in seine Webseite packt – fertig. Ähnliches gibt es auch für Laufstrecken. Etwa unter http://www.gmap-pedometer.com/. Völlig legal.
Und all das kann man ganz gut über Google heraussuchen.
Viele Grüße
Stephan
Ich habe gestern gesehen, dass auf der Homepage des Ironman Austria ein Dokument mit Athleten-Infos eingestellt wurde. Sehr vorbildlich dachte ich, als ich jedoch das pdf-Dokument öffnete und sah, dass es 81 Seiten sind, war ich dann doch überrascht
Ist zwar aufgebaut wie PP-Präsentation, aber das hätte man auch in einigen DIN A4 Seiten zusammenfassen können. 81 Seiten….hmmm!
Ausdrucken…Auswendig lernen…Wird beim Einschreiben stichpunktartig abgefragt! *G*
Wie geil wäre das denn?
Das können die nicht machen, da sonst keine Einheimischen am Start wären…
Die sind automatisch qualifiziert und scheiden erwartungsgemäß nach dem Schwimmen aus…