Das Interview mit Nina Kraft in der Triathlon hat mich nachdenklich gemacht: Doping Sünder werden bei uns verfolgt. Nicht durch die Justiz. Da fehlt das passende Gesetz und meist (nicht aber im Fall Ullrich) der Kläger.
Die Strafe bekommt der Dopingsünder seitens des Verbands. Zwei Jahre Sperre. Konkreter: Zwei Jahre Berufsverbot, zwei Jahre Entzug der Lebensgrundlage. Mit betrunkenen LKW-Fahrern wird da meist gnädiger verfahren. Die Presse und der Mob besorgen den Rest; machen dem Sünder das Leben zur Hölle.
Nina Kraft ging ins Ausland, die Leute dort gingen gnädiger mit der gestrauchelten Triathletin um. Jeder verdiene doch eine zweite Chance. Und richtig: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sieht so eine zweite Chance sogar vor. Nach verbüßter Strafe steht die Resozialisierung an.
Wie ist das im Sport? “Nada” steht für “nix”! Es gibt kein Programm, das weiterhilft, das Doper ermutigt auszusteigen; auszupacken. Wer aus der rechten Szene entkommen möchte, den erwartet in Deutschland ein Hilfsprogramm. Den Doper erwartet nur das Karriere-Ende. Kein Wunder, dass sich im Radsport eine Schweigegelübde hält. Wer auspackt ist am Ende – geschnitten von Kollegen, verfolgt durch den Mob.
Wie schlimm ist Doping wirklich? – Es ist Sport-Betrug. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist kein Mord, kein Kidnapping, keine Vergewaltigung. Doping ist Betrug, und der Betrüger, der die Strafe abgeleistet hat, hat das Recht auf Resozialisierung, auf eine zweite Chance… auch Nina Kraft.
So ists Stephan, selbst in der Politik bekommt jeder eine Chance, nächstes Mal werden wieder die etablierten Parteien gewählt, obwohl die uns Bürger bescheissen, ausrauben, abzocken, und verblöden. Meiner Meinung nach, ist dies viel schlimmer als Doping.
Grüßle
Aha, Ausstiegsprogramm. In Italien scheint es zu funktionieren
Basso will umfangreich gestehen. Wenn er wirklich so richtig auspackt, find eih eine Strafmilderung auch gut. Wenn er dagegen wieder keine Namen und Fakten nennt und nur sein eigenes Doping gesteht, sollte ihm da nicht viel erlassen werden. Davon muss ein Zeichen ausgehen.
Operation Puerto – doch kein Fehlschlag.
War wohl nix mit auspacken…
Ich habe die Nase ziemlich voll vom kommerziellen Radsport – zum ersten Mal seit ich weiß nicht wieviel Jahren habe ich mir im Frühjahr kein einziges Radrennen angeschaut.
Verständlich.
Die Basso-Farce jetzt gerade hat dem Ganzen noch den Rest gegeben. Hab auch kaum Lust. Aber nur so werden die das merken: Wenn die Sponsoren und die Fans wegbleiben.
Das Basso jetzt doch nix sagt, sollte ihm wirklich negativ angerechnet wird.
Nachtrag: Bert Dietz! Toller Kerl. Vielleicht ändert sich durch sein Geständnis etwas. Wenn nur mehr den Mut hätten auszupacken.
Nachtrag 2: Ete hat nur die Geschichte von D’Hont bestätigt, Aldag verblüfft mich durch seine freie Art damit umzugehen. Bjarne will morgen was sagen, Holm hat schon zugegeben, Bölts auch.
Jetzt wird es mal Zeit, dass Leute auspacken, die bei anderen Teams sitzen. Aber warum sollten die? Schließlich kann man ja jetzt bequem auf TMob zeigen.