Komisch – meine Pulswerte in letzter Zeit waren katastrophal. Um im Grundlagenbereich zu laufen, musste ich mich so bremsen, dass ich dachte, ich gehe spazieren. Jetzt kommt das große Aber: Die Pulswerte beziehen sich auf eine Untersuchung von 2004. Noch bevor ich also Wettkämpfe gemacht habe, bevor ich das Pfeiffersche Drüsenfieber hatte, bevor ich überhaupt halbwegs Schwimmen konnte.
Zeit für eine neue Untersuchung. Zeit für neue Pulswerte. Zeit für einen ordentlichen Gesundheits-Check. Heute.
Um 7:40 Uhr stehe ich in Sportsachen vor den Toren des Zentrums für Prävention und Sportmedizin im Olympiapark (Infolink), schnuppere kurz noch die frische Luft, trete dann ein. Überall riecht es nach Olympia 72. An den Wänden hängen Bilder im typischen siebziger Stil, auf denen Athleten in wenig modernen Klamotten über Hürden springen, im Radrondell fahren oder Weitspringen. Bei einem Bild rätsle ich noch jetzt, ob der gezeigte Sportler weiblich oder männlich war – die Muskeln eines Mannes, die lange Lockenpracht eher weiblich. Um mich herum hetzen Weißkittel durch die Gänge, dazwischen schlurfen viele durchtrainierte Gestalten in Sportanzügen herum.
Einchecken, Fragebogen, dann geht es los: Zuerst der Gesundheitscheck. Man nimmt mir so ziemlich alle Körperflüssigkeiten ab, die mein Körper hergibt. Schwupps, auf die Waage, danach mit einer Körperfettzange den Körper maltretiert. Ruhe-EKG. Das geht alles recht schnell. Mein Kopf ist müde, der Magen nüchtern. Konzentration, Stephan! Der Arzt will alles über meine Familiengeschichte und Vorerkrankungen wissen. Und warum ich überhaupt da sei, in welcher Disziplin des Triathlon ich mich genau verbessern will? Messung lieber auf dem Laufband oder auf dem Radrainer? Ich entscheide mich für das Laufband – denn da achte ich auch am meisten auf den Puls.
Kurze Pause, ich schiebe mir einen Riegel zwischen den Zähnen durch, bevor es auf das Band geht. Wieder EKG-Pads quer über den Körper geklebt und los geht’s: Startgeschwindigkeit 6 KM/h, ein Prozent Steigung. Leicht. Drei Minuten, dann wird mir vom Ohrläppchen Blut genommen. Nächste Stufe – 8 KM/h. Blut. 10 KM/h. So steigert sich das Ganze bis 16 KM/h – und danach habe ich die Schnauze voll. Mir fehlt einfach die Tempohärte. Schluss! Schwitzend und keuchend setze ich mich auf den Stuhl. Blutdruckmessung, nochmal Laktat.
Endlich darf ich Duschen, danach wird mein Herz noch per Ultraschall untersucht. Wow! Sieht schon gut aus, wenn man Einblicke in die eigene Pumpe hat.
Drei Stunden sind mittlerweile vergangen und ich bekomme schon die Ergebnisse vom Arzt mitgeteilt. Ihr entsinnt Euch noch: Hauptanliegen waren meine Pulsbereiche. Überraschung: Tatsächlich stimmen meine bisherigen Bereich überhaupt nicht mehr. Der Arzt fragt mich, in welchem Bereich ich gefühlsmäßig am liebsten Laufe. Und siehe da: Ich nenne einen Wert, der in der passenden Zone liegt, in der ich zukünftig trainieren soll. Bisher habe ich versucht unter 140 Schlägen bei Ausdauerläufen zu bleiben. Jetzt weiß ich: Bei mir ist das Rekom! Ich muss und darf höher hinaus um einen besseren Trainingseffekt zu erzielen. Mein Gefühl hatte also die ganze Zeit recht, nicht die Zahlen. Auch eine wertvolle Lektion.
Ansonsten bin ich absolut gesund – und dieses Wissen ist auch was wert
Leistungstest? Lohnt sich!


Wenn Du mal was richtig cooles sehen willst, dann brich Dir die Knochen und laß Dich röntgen! Scherz beiseite, hast Du auf dem Ultraschallmonitor überhaupt was erkannt? Ich kann mich erinnern, daß es bei mir ewig gedauert hat, bis ich die Unterschiede in den einzelnen Grauwerten erkennen und anatomischen Strukturen zuordnen konnte.
Und was hats gekostet?
Der Preis würde mich auch interessieren. Tippe mal auf 90 Euro.
Vergesst es Jungs! Das kostet eher 500 Euro. Die Frage ist halt, wieviel die Krankenkasse übernimmt.
Jörg: Das war – wie man mir erklrärt hat – ein super Ultraschall. Ich konte wirklich Klappen erkennen, die hatten so Taqschenform nd.. also echt: Super.
500 EUR – Stephan, das ist doch ein Witz, oder? Imo kostet eine Spiro ~ 150 EUR. Hattest Du Dich vorher nicht über den Preis informiert, weil Du schreibst … eher 500 EUR?
Hallo Milko,
Warum soll das ein Witz sein? Natürlich habe ich angefragt. Laut Antwort der TUM liegt die Untersuchen bei zwischen 400 und 500 Euro, bei gesetzlichen Kassen liegt de Eigenbeteiligung bei bis (!) zu 140 Euro. Private zahlen in der Regel alles. Da ich privat versichert bin, war mir diese Info genug. Und selbst wenn ich 140 Euro zahlen muss, war es mir diese Untersuchung wert.
Frage beantwortet?
Jetzt fall ich aber gleich vom Glauben ab. 500 Öcken?
Moin Stephan – ja, Frage beantwortet
. Mich wundern nur die horrenden Preise. Was beinhaltet denn das Gesamtpaket, was macht die Sache so teuer? Aus Deinem Text geht hervor, dass Du letztendlich “nur” Laufbandanalyse mit Laktatwertfeststellung gemacht hattest – oder war das ein kompletter Gesundheitscheck?
Hallo Milko, ich hab doch geschrieben:
“…dann geht es los: Zuerst der Gesundheitscheck. Man nimmt mir so ziemlich alle Körperflüssigkeiten ab, die mein Körper hergibt. Schwupps, auf die Waage, danach mit einer Körperfettzange den Körper maltretiert. Ruhe-EKG.”
Ich sag Dir mal, was alles drin war.
Scherz! Dennoch saugut zu erkennen)
- Blutbild
- Urin
- Untersuchung (Abhören Lunge, Bauchabtasten, Reflexe, Gewicht, Körperfett, etc.)
- Erheben der Krankheitsgeschichte samt Familien-Erkrankungen
- Ruhe EKG, Belastungs-EKG, Blutdruck
- Ultraschall Herz (in HD-Qualität
- Lakatattest auf Laufband
- abschließendes Gespräch
So, hoffe ich hab nix vergessen.
Chris: HALLO! Lest Ihr den Beitrag denn??? Zitat:
“Gesundheitscheck [...] Man nimmt mir so ziemlich alle Körperflüssigkeiten ab, die mein Körper hergibt. Schwupps, auf die Waage, danach mit einer Körperfettzange den Körper maltretiert. Ruhe-EKG. D[...] Familiengeschichte und Vorerkrankungen [...] danach wird mein Herz noch per Ultraschall untersucht. ”
Wenn man bedenkt, was alleine eine eingehende Beratung seitens eines Arztes kostet, überlegt Euch mal, was da alleine das Herzultraschall vermutlich ausmacht. Es war kein reiner Laktattest, sondern ein kompleter Check.
Dr. Windwand, nun sag doch auch mal was… erscheint Dir das zu teuer?
Och Mann, muß ich jetz echt die GOÄ rauskramen? Na gut:
Untersuchung zur Erhebung des Ganzkörperstatus 15,15
EKG mit ergometrie 25,94
Oxymetrie 8,86
Blutbild 3,50
Streifentest im Urin 2,04
Urinsediment 2,91
Blutgasanalyse je 5,25 (*6)
Laktat photometrisch je 12,82 (*6)
Ausführlicher Bericht 7,58
Blutentnahme 2,33
Echokardiographie (Duplex) 40,80
Glukose 4,69
Körperfett 8,86
Summa summarum 160,16 , beim 2,3fachen-Satz sinds dann 368 Öro.
Aber was die Laboruntersuchungen angeht, das sind 40 Seiten in der GOÄ, also knapp ein Viertel des Gesamtumfangs. Da läßt sich natürlich noch viel rausholen.
Ich habs jetzt nur mal überschlagen, mit der richtigen Abrechungssoftware holt man locker noch mal 10-15% raus.
Aha. Abermal im Ernst: Wenn ich zum Arzt hingehe, kostet das alleine ja schon 30 Euro. Wie kommt das?
Sofern ich Jörgs Beitrag richtig deute sind 500 Öcken zu viel – aber ich kenn wirklich niemanden, der für einen Sport-Checkup so viel Geld lässt und dabei war nichtmal eine Spiro dabei. Da setzt der Onkel Doktor auch nochmal das Equipment in Kohle um.
Gut, Dir wird das jetzt nicht viel machen, da das die Krankenkasse übernimmt – aber dennoch ist das ein stolzer Preis!
Zum Vergleich: Das Sportgeschäft hätte 90 Euro für Laktattest genommen. So habe ich am Ende entweder nix bezahlt oder maximal 120 Euro und fühle mich gut bedient dort.
Jörg: Jetzt sag es doch mal genau: Ist das zu teuer?
Stephan lass dich nicht verrückt machen, es war deine Wahl, und die ist richtig. Es gibt immer welche Billigheimer, die gute Qualität nicht zu schätzen wissen.
Und genau denen wirst du es zeigen, gnadenlos und unerbittlich.
Wenn Du z.B. nach “laktat goä” googelst, wirst Du Preise um die 120 EUR finden (inkl. Beratung, EKG und Auswertung anhand der Hf-Zonen). Dazu kommen naürlich die Kosten für das Duplex-Echo und die Körperfettmessung sowie die Blutabnahme und die Laboruntersuchungen.
PS: mußt Du suchen
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medizinische_klinik/Abteilung_7/pdf/igel_sport.pdf
http://www.bad-sassendorf.de/generator.aspx/templateId=renderPage/id=93042.html
http://www.wicker.de/Check-up.html
http://www.fregoe.de/gznw/preise.html
Jetzt kannst Du selber entscheiden.
Walter, es geht nicht um die Qualität der Analyse oder um Stephan’s Wahl. Es geht darum, dass die Feststellung der Leistungsfähigkeit in diesem Umfang an der TU einfach wesentlich teurer ist als anderswo. Da Stephan nicht zahlen muss/wird ist das auch nicht weiter tragisch. Die Diskussion läuft dank der Informationen von Jörg auch sehr objektiv und wenn Stephan nicht zu Diskussionen anregen möchte, würde er kein Weblog betreiben. Also bleib bitte sachlich – es geht hier nicht um Billigheimer.
Ist halt meine Meinung, Qualität kostet halt etwas.
wie oft glaupt man, es wäre ein tolles Angebot, und was ist?
Bis alles dabei ist wirts richtig teuer. Siehe Jörgs Berechnung, beim Feinrechnen kommt der Preis locker in die Richtung 500. Oder Dr. Windwand.
Also Jungs, Angebote einholen, und veröffentlichen.
Wie sagt der Schwabe? Etwas billiges kann ich mir nicht leisten.
Milko, sag mal: Wo bekommst Du das genannte Paket tatsächlich günstiger? Und das möglichst in einem Termin? Wäre doch interessant für die Leser die Alternativen zu kennen… Im Umkreis München kenne ich sonst nur noch den Medical Park Chiemsee – ähnlich teuer. Und wohlgemerkt mir ging es ja nicht NUR um den Laktattest.
Zweite Frage: KÖnnen Sportgeschäfte den Laktattest tatsächlich in der Qualität durchführen wie die TU München? Da kenn ich mich nicht aus. Ich weiß nur, dass ich einige Sportler kenne, die mit solchen Tests bei Sporthäusern schon reingefallen sind.
Mei, Du brauchst halt ein Laktatmeßgerät. Sieht so aus wie eins fürn Blutzucker ist nur um einiges teurer (ca. 400 EUR). Da kommt ein Tropfen Blut auf den Meßstreifen (auch nicht billig) und rein ins Gerät.
s.a. http://www.lactate.com
Das entscheidende ist, daß die Meßbedingungen konstant sind und im Sportgeschäft würde ichs gleich gar nicht machen. Oder würdet Ihr ins Sportgeschäft gehen, wenn Ihr Schmerze beim Laufen hättet und deshalb Beratung bräuchtet? Wahrscheinlich würdet Ihr doch zum Arzt gehen, oder? Und der hat einfach eine andere Ausbildung als ein Verkäufer. Der Laktatleistungstest auf dem Laufband oder Ergometer wird überall für ca. 120 EUR angeboten. Dafür macht Dir aber keiner ein Blutbild, Urinstix, Herzecho, EKG etc. Wie walter schon gesagt hat: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Das es teuer schient, ist uns allen klar. Ob es aber ZU teuer war oder nicht, kann ich Stephan gerne unter vier Augen anhand seiner Rechung erläutern.
PS: als TUM Alumnus muß ich natürlich sagen: TUM rulz!
Für alle Mitleser: Das mit der Rechnung machen wir – ich werde es anschließend aber nicht publizieren. Es bleibt eine sogenannte Hintergrund-Recherche, die mir dabei hilft das gesamte Gebiet etwas klarer zu sehen, ohne meine Quellen zu verprellen
Wer hat schon mal einen Leistungstest mit Laktatmessung gemacht? Wer hat mehr as das gemacht? Eure Erfahrungen interessieren uns alle brennend.
Ich. In der Klinik. Kostenlos (pssst, weiß keiner davon), Ups. *rotwerd*
Heh ihr zwei, ich will auch dabei sein bei Rechnung und Bier.
@Jörg: Kosten Duplex-Echo, Körperfettmessung, Blutabnahme und die Laboruntersuchungen wirklich ~400 EUR?.
@Stephan: Jörg nannte bereits Preise. Tests bei renommierten Labors/Zentren (Dr. Zeilberger & Dr. Smasal) pendeln sich im Bereich 200-250 EUR für Spiro ein.
. Interessant wäre halt auch eine Auflistung, so dass man einen Vergleich machen könnte. Vielleicht überlegst Du Dir es noch einmal und gibts doch der Objektivität den Vorzug. So bekommt man wenigstens mal aus einem Sportblog eine ordentliche Information.
Warum veröffentlichst du die Recherche denn nicht? Mich würde schon interessieren, ob die TU überzieht, oder hast Du einen “Schweigevertrag” über die Leistungen bekommen
Hallo milko, ich hab die Gründe doch genannt: Weil ich mir sonst meine Quelle verbrenne. Ganz einfach. Einen Schweigevertrag gibt es natürlich nicht. Objektiv bin ich trotzdem, nur erzählen tu ich es halt nicht
@milko Ich habe die einzelnen Posten oben schon mal aufgeführt, wie sie in der GOÄ stehen und die ist verbindlich. Allerdings sind das die einfachen Sätze. Wenn jemand allerdings sagt: “Ich mache Dir das Vollprogramm für 555 EUR.” und jemand ist bereit dafür zu zahlen, ist das völlig OK. Man muß eines im Hinterkopf behalten. Bei Privatversicherten geht der Arzt mit dem Patienten einen Vertrag über gewisse Leistungen ein. Ob der Patient versichert ist und ob seine Versicherung die Rechnung übernimmt, geht den Arzt nichts an und kann ihm auch egal sein. Der Schuldner ist IMMER der Patient. Wenn die Versicherung die Rechnung nur zum Teil übernimmt, schade für den Patienten aber nicht für den Arzt.
Ist dem Automechaniker ja auch Wurst, ob der Kunde Vollkaskoversichert ist. Er bekommt sein Geld vom Kunden.
Hallo Jungs was ist jetzt, hat noch keiner diese Tests machen lassen?
Oder taut ihr euch nicht,Preise zu nennen? Oder habt ihr sogar viel mehr bezahlt?
Walter, hast DU eigentlich schon mal einen gemacht?
Aber Du trainierst eh nicht nach Puls, oder? Herz untersucht? (Ist bärig bei Dir, ich weiß
)
Wenn ich einen gemacht hätte, würde ich mein gesamtes Wissen und Erfahrung selbstlos einbringen.
Mein Herz ist, wenn man meine Herzrytmusstörungen rausnimmt ok.
Hatte mal das Glück an einen Kardiologen zu geraten der längere Zeit einen Radverein ärztlich betreut hat,nach allen möglichen Messungen konnte er genau sagen in welchen Pulsbereichen ich trainiere, und meinte mit den Herzrytmusstörungen kann ich alt werden.
Aber, oder trotzdem trainiere ich nach Puls, soll schliesslich doch was rauskommen, bei der ganzen plackerei.
Du weist ja, ich nehme die Sache nicht ganz so ernst, fahre meist alleine,und meide Wettkämpfe.( ausser auf Malle)
Seit Jan. 1000 Km überschritten, und lebe noch.
[...] dahinter steht Christoph Näger, er ist Diplom Sportwissenschaftler. Und im Gegensatz zu meinem Leistungstest bei der TU unterziehe ich mich – auf Anraten meines Trainers – diesmal auch einer Spiroergometrie, [...]