Mondseeland Triathlon: Kritik an dem Veranstaltern

So, wie angekündigt, will ich nun – mit einem kurzen Abstand zum Geschehen – meinem Ärger Luft machen. Ärger über einige Missstände beim Mondseeland Triathlon 2008. Ärger über eine Veranstaltung, die immerhin 45 Euro Teilnahme-Gebühr

kostet.

Die Radstrecke: Das Hauptärgernis! Diese Streckenführung war einfach viel zu gefährlich. Selbst bei trockenem Wetter hätten viele Athleten gerade nach Kilometer 20 die ein oder andere Kurve nicht mehr bekommen. Derart unübersichtliche, kleine Wege mit teilweise Spitzkehren darin sind meiner Meinung nach in einem Rennen (!) nicht zu verantworten. Immerhin: Der Veranstalter sieht das ein. Auf der Webseite heißt es:

“Einzig die Radstrecke musste Kritik einstecken. Einige Wettkämpfer fanden die Strecke als zu gewagt, das schlechte Wetter kam noch erschwerend dazu. Nicht ganz freiwillig mussten wir auf diese Strecke zurückgreifen, die auf behördliche Auflagen, das Mitspracherecht Einzelner und die kurze Vorbereitungszeit zurückzuführen ist. Uns bleibt nun 1 Jahr Zeit um die perfekte Radstrecke für eine Neuauflage des 51.5 Raiffeisen Mondseeland Triathlons im Jahr 2009 auszuarbeiten!”

Nun, die Erklärung in aller Ehren (über “einzig” reden wir gleich noch). Dennoch: Wenn man auf diese Strecke schon zurückgreifen muss und es seit morgens regnet, hätte man Maßnahmen ergreifen können, um besser zu sichern. Meine Vorschläge:

  • Bessere Beschilderung: Einen Farbdrucker kann man Samstags auftreiben und Tafeln aus Holz basteln. Darauf bringt man entsprechende Warnungen an. Ein Versuch gab es ja immerhin beim Überholverbots-Schild – allerdings kann man ein Symbol in der Größe einer Audio-CD vom Rennrad bei Tempo 30 eher schlecht lesen.
  • Deutlichere Routen-Pfeile: Muss ich links oder rechts? Diese Frage sollten die Pfeile auf dem Boden wohl klären. Die waren leider meist zu kurz vor der Kurve aufgebracht.
  • Testfahrer los schicken: Zwei oder drei Stunden vor dem Rennstart einen unkundigen Fahrer auf die verwinkelte Strecke schicken – im Renntempo! Das gibt Hinweise auf die Gefahrenstellen. So jedoch gab es Biegungen, die brandgefährlich waren und wo keine Warnung erfolgte.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist dass die schlechte Strecke wohl seitens der Behörden herrührte. Das ist nett: Damit man den Autoverkehr nicht stört, muss der Radfahrer Brüche billigend in kauf nehmen. Danke, liebe Beamten!

Abmessung Laufstrecke: Ok. Nicht jeder Triathlon hat 1,5 – 40 – 10 Kilometer. Ist kein Problem. Aber die Streckenangaben sollten doch wenigstens stimmen. Die Laufstrecke des Mondseeland Triathlon soll 9,85 Kilometer haben? Google-Maps sagt was anderes, nämlich 8,9 Kilometer, und auch meine Laufzeit klingt mit dieser Messung etwas logischer.

Warum das ein Problem ist? Es gibt Athleten, die Laufen vorne mit. Die sind zufrieden, wenn sie sich im Rang mit anderen vergleichen können. Und dann gibt es uns, die Masse. Wir vergleichen unsere eigenen Wettkämpfe und Zeiten miteinander. Für uns ist es wichtig, dass eine Strecke 10 und nicht 10,2 oder 9,85 Kilometer hat. Denn nur so wissen wir, wo wir sportlich stehen. Das ist ein Grund, warum wir überhaupt Wettkämpfe bestreiten.

Wenn die glatte 10 schon nicht geht, freuen wir uns, wen der Veranstalter wenigstens sagt, wieviel die Strecke länger oder kürzer ist. Dann wollen wir uns aber auch auf diese Zahl verlassen!

Orientierung Start/Zielbereich: Wo gibt es die Startunterlagen? Wo geht es zum Schwimmstart? Wo sind die Duschen? WCs? Wo gibt es die Athleten-Verpflegung? Mit ein paar kleinen Schildern lässt sich das alles regeln. So mussten sich fast alle Teilnehmer durchfragen.
Und nicht immer bekam man die richtige Antwort: Nach dem Zieleinlauf standen die Finisher tatsächlich auf der Straße – kein Pfeil, kein Hinweis wohin. Von da aus suchten viele die Verpflegung – also ab zum Hauptzelt. Dort gab es nur gegen Geld essen. Auf die Frage nach Athleten-Verpflegung wussten die Verkäufer keine Antwort. Kein Wunder: Das Zelt stand gegenüber mit der offenen Seite zu Wechselzone gewandt. Das konnte keiner sehen…

Lasst uns nicht durch die Gegend trotten und hundert Leute fragen. Beschildert Eure Veranstaltung!

Wohin mit Wärmekleidung: Nur mal nachdenken: Etliche Athleten kommen mit dem Auto an. Viele packen – weil sie keinen Bekannten dabei haben – den Schlüssel dann in die Satteltasche des Rennrads – normalerweise. Beim Mondsee Triathlon ging das nicht. Denn die Wechselzone machte lange vor dem Start zu und erst spät wieder auf, wenn viele schon wieder da sind.
Wie also kommen die Triathleten in Zwischenzeit an warme und trockene Kleidung? Wärmebeutel waren ja nicht eingeplant… Vieleicht macht das ja Sinn nächstes Mal?

Ich habe mich mit vielen Triathleten dort unterhalten und weiß, dass ich hier nicht für mich alleine spreche. Und einige davon gebrauchten die Worte “nie wieder!”

Ich möchte mich noch nicht festlegen, ob ich wieder starte. Aber am Mondseeland Triathlon 2009 muss sich einiges zum Besseren ändern, damit ich es in Betracht ziehe…

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4 Responses to “Mondseeland Triathlon: Kritik an dem Veranstaltern”

  1. milko sagt:

    Hallo Stephan,
    ich finde Deine Kritik gut durch Argumente gestützt. Ich hoffe, dass Du den Organisatoren diesen Eintrag auch übermittelt hast. Nur durch solche, detailreiche Kritik können sie Fehler abstellen – und auch nur das ist besser als:”Mondsee war einfach scheiße”.

  2. Chris sagt:

    ”Mondsee war einfach scheiße !!”
    Kann ich nur unterschreiben. Bitte noch hinzufügen:
    – Mörderischer Radwendepunkt für Runde zwei (links überholen die vorderen Startgruppen, während ich eng wenden darf)
    – Nach der Wechselzone über den Grünstreifen und Randstein (!!) rechts auf die Radstrecke einordnen wo die schnellen Leute aus Gruppe 1 mit 45 Sachen von hinten anrauschen. GEIL!
    – Radfahren in Massenpulks, Strefen oder Kampfrichter Fehlanzeige
    – Zusperren der WZ 1:15 Stunden vor meinem Start. Ja, spinnen die?

    NIE MEHR Mondesee!

  3. stephan sagt:

    Hallo milko und Chris,

    Habe den Link zu diesem Blogeintrag gerade an die Mondseeland-Triathlon Veranstalter geschickt. Vielleicht kommt ja eine Reaktion.

    Viele Grüße

    Stephan

  4. […] drei Jahren habe ich hier im Blog meinem Ärger über den Mondsee-Triathlon Luft verschafft: Die Radstrecke zu gefährlich, zu wenige Streckenposten, zu schlechte […]

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